DAX-1,32 % EUR/USD+0,22 % Gold-0,07 % Öl (Brent)+2,97 %

USA Trump-Bilanz: Gut gebrüllt, Löwe?

20.07.2017, 11:55  |  2683   |   |   

Donald Trump ist auf einem neuen Tiefpunkt angekommen, zumindest was seine Beliebtheit in der US-Bevölkerung angeht. Die Zustimmung zu seiner Amtsführung fiel von 42 Prozent im April auf nur noch aktuell 36 Prozent. Bei seinen Anhängern ist Trump hingegen unverändert populär. Sie sind vielleicht die Einzigen, die noch daran glauben, dass Trumps Kontakte zu Russland "Fake News" sind ("Zeit").

Fest steht, dass Trump oder seine Familienmitglieder Russland-Kontakte hatten und vermutlich wird dieser Fall noch weitere Personalwechsel auslösen - Jeff Session und James Comey wurden in diesem Fall bereits ausgeschaltet. Es kam zu einem Treffen zwischen der russischen Regierung und Trump Jr., Jared Kushner und dem Wahlkampfchef Paul Manafort vor dem Hintergrund, dass man sich belastende Informationen über Hillary Clinton versprach ("Welt"). Trump Jr., Kushner und Manaford sollen in der kommenden Woche aussagen. Die Russland-Affäre ist nur eine der aktuellen Gefahrenquellen für Trump ("CNBC"). 

Nach sechs Monaten Trump dürfte der republikanischen Partei deutlich geworden sein, dass nicht alles im Land umgekrempelt werden kann. Die große Ankündigung: Obamacare abzuschaffen, ist gescheitert. Am Montag waren Reformvorschläge durch Widerstand in den eigenen Reihen misslungen. Ein Hauptargument gegen die Abschaffung lieferte ein Bericht des Congressional Budget Office, wonach bereits im kommenden Jahr 17 Millionen Amerikaner ohne Krankenschutz dastehen könnten ("FAZ"). Trotzdem kann Trump von diesem Thema nicht lassen und kündigte weitere Gesprächsrunden an.

Was der Mann der starken Gesten, einem Hang zum Chaos und unstillbarem Verlangen nach Aufmerksamkeit wohl nicht zugeben wird, aber irgendwann erkennen muss ist, dass er mit seiner Behauptung Obamas' Gesundheitspolitik, Regulierungspolitik und andere Maßnahmen hätten die US-Wirtschaft zerstört, falsch lag. Das Gegenteil ist der Fall, denn Obama hinterließ eine Wirtschaft, die aktuell in Richtung Vollbeschäftigung steuert und vermutlich die aktuelle Konsumflaute wieder zerstreuen wird.

Ein weiteres Versprechen an die Mittelschicht waren Steuerentlastungen. Bislang bedeuten die jüngsten Steuervorschlägen vor allem Vorteile für die Oberschicht. Unter dem Strich bleibt nach sechs Monate, dass Obamas Dodd-Frank Regulierung, der Iran-Deal, hohe Steuersätze und der Affordable Care Act in Kraft bleiben. 

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Weitere Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel