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Brexit-Vorbote Frankfurt First: Deutsche Bank zieht 300 Mrd. Euro nach Frankfurt ab

25.07.2017, 09:02  |  18659   |   |   

Für die Finanzwelt stellt der Brexit eine der größten Herausforderungen dar, denn der Finanzplatz London verliert an Vertrauen und Optimismus. Nun kündigte die Deutsche Bank an, dass sie von ihrer Bilanz 300 Mrd. Euro nach Frankfurt verlagern will. Damit würde ein erheblicher Teil der Geschäfte wegfallen.

Die geplante Verschiebung stellt ein Fünftel der Bilanz der Deutschen Bank dar. Es geht um den Handel mit Vermögenswerten, der zukünftig von Frankfurt aus abgewickelt werden soll, so ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Das Projekt firmiert unter dem Schlagwort "Blowline" und könnte im September 2018 offiziell starten und die Bilanzverlagerung bis März 2019 abgeschlossen sein. Die Kunden sollen ab September 2017 über die Pläne informiert werden. Bislang wurde ein Großteil des europäischen Handels der Deutschen Bank in London gebucht.  

Um den gewaltigen Aufwand zu stemmen, plant die Deutsche Bank ein neues Rechenzentrum am Standort Frankfurt, wo dann 18.000 bis 20.000 Kundenkonten verwaltet werden sollen, so das Handelsblatt. Zuletzt hatte es von der Vorständin Sylvie Matherat im April geheißen, dass womöglich bis zu 4.000 Mitarbeiter aus London abgezogen werden - bislang beschäftigt die Deutsche Bank in Großbritannien circa 12.000 Menschen, wovon 7.000 in London sitzen. 

Die Bilanz-Verlagerung von London nach Frankfurt stellt einen großen Schritt dar. John Cryan kündigte in einer Videobotschaft an die Mitarbeiter an, dass die überwiegende Mehrheit der "Trades" die derzeit in London gebucht werden nach Frankfurt wechseln, so Bloomberg.

Für die Brexit-Planungen bei der Deutschen Bank sind am Standort Frankfurt Marcus Schenck und in London Garth Ritchie sowie Sylvie Matherat verantwortlich. Mit dem jetzigen Vorstoß werden die Planungen konkreter. Vor einigen Tagen hatte es bereits geheißen, dass das Bankhaus mehrere hundert Händler aus London abziehen will - hinzu sollen weitere Hunderte Mitarbeiter kommen, die in angrenzenden Abteilungen arbeiten, so ein Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. 

Die Deutsche Bank Aktie legte am gestrigen Handelstag um 2,46 Prozent zu. Die US-Bank JPMorgan lässt die Einstufung für die Deutsche Bank auf Neutral - Kursziel 18 Euro, siehe hier. Anders schätzte die Commerzbank das Papier ein und ging auf "Reduce" - Kursziel 15 Euro, sieher hier.

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