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Pressemeldung: Union Investment: Marktberichte Juli 2017
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Pressemeldung Union Investment: Marktberichte Juli 2017

Nachrichtenquelle: Asset Standard
16.08.2017, 00:00  |  629   |   |   

Während US-Indizes Rekordstände markierten, standen europäische Indizes unter Druck. Bei den Renten bestimmen Notenbanken das Marktgeschehen. Mehr dazu im Marktbericht Juli 2017 von Union Investment.

Während US-Indizes Rekordstände markierten, standen europäische Indizes unter Druck. Leicht schwächere Konjunkturdaten, vor allem aber ein starker Euro sorgten für Gegenwind. Die Erwartungen an die Quartalsberichtssaison sind hoch gesteckt, weshalb es schwer ist zu überraschen. An den europäischen Rentenmärkten setzte sich zunächst der Renditeanstieg aus dem Vormonat fort. Ab der Monatsmitte beruhigte sich die Lage jedoch wieder. Anleihen aus den Peripherieländern schnitten abermals besser ab als solche aus

Die Aktienmärkte

Europa

Europäische Aktien mit uneinheitlicher Kursentwicklung: Die europäischen Aktienbörsen blicken im Juli auf eine uneinheitliche Wertentwicklung zurück. Während der EURO STOXX 50 im Berichtszeitraum ein leichtes Plus von 0,2 Prozent verzeichnete, schloss der marktbreite STOXX Europe 600 Index 0,4 Prozent tiefer. Der MSCI Europe Small and Mid Caps für Unternehmen mit niedriger und mittelgroßer Marktkapitalisierung wies hingegen Kursgewinne von 1,8 Prozent auf. In den von einem ruhigen Handel geprägten Sommerwochen ging die Volatilität spürbar zurück. Der EURO STOXX 50 Volatility Index fiel auf 12,6 Zähler. Nur einmal in den vergangenen zehn Jahren lag der Schwankungsbreite des europäischen Aktienmarkts auf einem niedrigeren Niveau.  Innerhalb der Branchen profitierten Aktien aus dem Rohstoff- und Energiesektor von der kräftigen Erholung der Rohstoffpreise. Der STOXX Europe 600 Basic Resources legte 8,2 Prozent zu, der Oil & Gas-Index kletterte 1,2 Prozent. Im Umfeld steigender Renditen waren überdies Titel aus der Finanz- und Versicherungsbranche gefragt (STOXX Europe 600 Banks: 2,7 Prozent). Weniger gut lief es hingegen für Aktien aus der Pharma-Branche. In den USA stimmte der Senat gegen die Abschaffung der Gesundheitsreform Obamacare. Die vom US-Markt ausgehende Unsicherheit lastete auch auf europäischen Pharmawerten. Gemessen am STOXX Europe 600 HealthCare Index verlor das Segment in der Berichtsperiode 3,7 Prozent.  Im letzten Monatsdrittel rückte der Automobilsektor in den Fokus der Märkte: Medienberichten zufolge soll der VW-Konzern gemeinsam mit BMW und Daimler kartellrechtswidrige Absprachen getroffen haben. Insgesamt ist von 60 Arbeitskreisen und mehr als 1.000 geheimen Sitzungen die Rede. Entsprechende Selbstanzeigen von Daimler und VW gingen bei den Behörden im Sommer vergangenen Jahres ein. Die Aktien der deutschen Autobauer Volkswagen, BMW und Daimler zählten mit Abschlägen zwischen zwei und sieben Prozent zu den Verlierern in der Berichtsperiode.  Auf kurze Sicht fehlen den Aktienmärkten klar identifizierbare Treiber für weitere Kursgewinne. Vieles spricht deshalb dafür, dass die Börsen über die Sommermonate in den Seitwärtsmodus wechseln.

Deutschland

Automobilwerte belasten deutschen Aktienindex: Die deutschen Aktienbörsen blicken im Juli auf eine uneinheitliche Wertentwicklung zurück. Während die im Leitindex DAX gelisteten größten Unternehmen des Landes im Juli ein Minus von 1,7 Prozent verzeichneten, schloss der MDAX mit Unternehmen mittlerer Marktkapitalisierung 0,4 Prozent fester. Noch besser lief es für die im SDAX geführten kleineren Unternehmen, die 2,2 Prozent zulegten. Die im TecDAX gebündelten Technologiefirmen gewannen sogar 3,2 Prozent. Zum schlechten Abschneiden des Hauptwerte-Index DAX trug der Automobilsektor bei: Medienberichten zufolge soll der VW-Konzern gemeinsam mit BMW und Daimler kartellrechtswidrige Absprachen getroffen haben. Insgesamt ist von 60 Arbeitskreisen und mehr als 1.000 geheimen Sitzungen die Rede. Entsprechende Selbstanzeigen von Daimler und VW gingen bei den Behörden im Sommer vergangenen Jahres ein. Die Aktien der deutschen Autobauer Volkswagen, BMW und Daimler zählten mit Abschlägen zwischen zwei und sieben Prozent in der Berichtsperiode zu den Verlierern. Das Schlusslicht im DAX bildete der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck. Marktteilnehmer fürchten, dass sich ein Rückgang des hohen Marktanteils, der zunehmende Wettbewerbsdruck – unter anderem durch chinesische Anbieter – und der schwache US-Dollar perspektivisch negativ auf den Gewinn auswirken könnten. Im letzten Monatsdrittel verstärkten Warnungen vor einem Gewinnrückgang im Flüssigkristall-Geschäft den Abwärtsdruck. Die Aktien notierten auf Monatssicht über zwölf Prozent leichter. Konjunkturell läuft es in Deutschland hingegen weiter rund – wenn auch mit etwas nachlassender Dynamik. Während der Ifo-Geschäftsklimaindex im Juli zum dritten Mal in Folge auf einen neuen Rekordwert anstieg, hat sich die Unternehmensstimmung etwas eingetrübt. Die Einkaufsmanagerindizes gaben sowohl im Industrie- als auch im Dienstleistungssektor leicht nach, liegen aber weiterhin über der wichtigen Expansionsschwelle von 50 Zählern. Auf kurze Sicht fehlen den Aktienmärkten klar identifizierbare Treiber für weitere Kursgewinne. Vieles spricht deshalb dafür, dass die Börsen über die Sommermonate in den Seitwärtsmodus wechseln.

Osteuropa

Osteuropäische Börsen in Plus: Die Aktienmärkte in Osteuropa konnten im Juli zulegen. Der MSCI Emerging Markets Eastern Europe-Index gewann in Lokalwährung 3,1 Prozent. In US-Dollar gerechnet liegt das Plus bei 3,5 Prozent. Die Rally in der Türkei ging weiter. Die türkischen Börsen legten deutlich um 7,1 Prozent zu (BIST-Index). Die Türkische Lira schloss gegenüber dem US-Dollar den Monat unverändert ab. Während das gute wirtschaftliche Umfeld die Börsen nach wie vor anzutreiben scheint, gibt es politisch hingegen immer mehr Spannungen. Insbesondere der Konflikt zwischen der Türkei und der EU verschärfte sich. Unter anderem die Verhaftung von Menschenrechtsaktivisten trieb einen Keil in die Beziehung. Eine Folge war, dass Bundesaußenminister Sigmar Gabriel zur Zurückhaltung bei Reisen und Investitionen aufgerufen hatte. Das verschärft die Lage im ohnehin angeschlagenen türkischen Tourismussektor, auch wenn die Zahl der russischen Urlauber im Vergleich zum Vorjahr zugenommen hat. Die russischen Aktienmärkte erzielten ebenfalls Wertzuwächse. Der in Lokalwährung notierende MICEX-Index gewann 2,1 Prozent. Da der Russische Rubel um 0,8 Prozent gegenüber dem US-Dollar an Wert verlor, schloss der in US-Dollar notierende RTS-Index 0,6 Prozent im Plus. Der um 10,4 Prozent kräftig gestiegene Ölpreis (Brent) unterstützte die Börsen. Im Juli trafen sich sechs Ölförderländer, darunter Saudi-Arabien und Russland, und riefen die übrigen OPEC-Mitglieder auf, sich an die verabredeten Produktionskürzungen zu halten. Das unterstützte den Ölpreis. Belastet wurden die russischen Märkte hingegen von weiteren US-Sanktionen, die als Antwort unter anderem auf die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim erneuert wurden. Die ungarischen Börsen gewannen 1,6 Prozent (BUX-Index). Auch der Ungarische Forint konnte gegenüber dem US-Dollar 4,8 Prozent zulegen. Unterstützt wurden die Märkte vom robusten Wirtschaftswachstum, das im ersten Quartal 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr betrug und damit deutlich die Erwartungen übertraf. Die geopolitischen Risiken und die Ölpreis-Entwicklung könnten an den Märkten in Osteuropa in den kommenden Monaten immer wieder für Schwankungen sorgen.

USA

US-Börsen bleiben im Aufwärtstrend: Die Börsen in den USA haben im Berichtsmonat die Kursgewinne aus den Vormonaten ausgebaut. Der Leitindex Dow Jones Industrial Average stieg um 2,5 Prozent, der marktbreite S&P 500 verbesserte sich um 1,9 Prozent, beide Börsenbarometer erreichten neue Höchststände. Die vielfältigen politischen Querelen in Washington spielten an den Märkten nur eine untergeordnete Rolle. Im Berichtsmonat stimmte der Senat gegen die Abschaffung von Obamacare, zudem wurden im Weißen Haus mehrere Schlüsselpositionen neu besetzt. Vielmehr stützten positive Konjunkturdaten und die starke Berichtssaison der Unternehmen die Notierungen. So hatte zu Beginn des Monats der ISM-Index positiv überrascht. Der Indikator für das Verarbeitende Gewerbe stieg auf den höchsten Stand seit drei Jahren und auch die Komponente für den Dienstleistungssektor verbesserte sich. Die im Juli berichteten Zahlen vom Arbeitsmarkt lagen ebenfalls über den Erwartungen der Marktteilnehmer. Mit Blick auf die Berichtssaison bestätigte sich das ermutigende Bild. Von den 295 Unternehmen, die bis Ende Juli ihre Berichte vorgelegt hatten, konnten 71 Prozent die Umsatzprognosen der Analysten schlagen. 78 Prozent der Konzerne übertrafen die Gewinnerwartungen.  Vor allem Aktien aus dem IT-Sektor entwickelten sich mit einem Plus von 4,3 Prozent überdurchschnittlich stark – trotz vereinzelt negativer Nachrichten. So hatte eine milliardenschwere Strafe dem Google-Mutterkonzern Alphabet einen Gewinneinbruch eingebrockt. Im Vergleich zum Vorjahresquartal gab der Netto-Überschuss um 28 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar nach. Die EU-Kommission hatte Google im Juni wegen angeblich regelwidriger Ausnutzung seiner Marktmacht mit einer Wettbewerbsstrafe belegt. Ohne die Strafe hätte Alphabet 6,3 Milliarden US-Dollar verdient. Die Aktie fiel nachbörslich um rund drei Prozent, konnte auf Monatssicht aber trotzdem 2,4 Prozent zulegen. Vor dem Hintergrund der guten Unternehmensberichte und der robusten US-Konjunktur gehen wir für die kommenden Wochen von einem positiven Marktumfeld aus. Allerdings können politische Risiken für Schwankungen sorgen.

Fernost

Boom an den Börsen der asiatischen Schwellenländer hält an: Für die Börsen der aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften erwies sich der Start in das zweite Halbjahr 2017 als sehr erfreulich. Der MSCI Far East ex Japan Index stieg im Juli um 3,9 Prozent in lokaler Währung an ( 4,6 Prozent auf US-Dollarbasis). Im internationalen Vergleich stellte dies erneut eine überdurchschnittliche Entwicklung dar, da sich der MSCI World Index in lokaler Währung lediglich um 1,4 Prozent im Berichtszeitraum verteuerte. Wichtiger Treiber für die anhaltend positive Stimmung an den asiatischen Aktienmärkten war die dynamische Konjunkturentwicklung in China. Das chinesische Bruttoinlandsprodukt expandierte im zweiten Quartal erneut um kräftige 6,9 Prozent im Jahresvergleich. Basierend auf den erfreulichen Konjunkturdaten für Juni 2017 ist davon auszugehen, dass sich dieser positive Makrotrend in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen wird. Die chinesische Industrieproduktion legte im Juni um 7,6 Prozent im Jahresvergleich zu (nach 6,5 Prozent im Mai) und das Wachstum der chinesischen Exporte (in US-Dollar) beschleunigte sich auf 11,3 Prozent im Jahresvergleich (nach 8,7 Prozent im Mai). Mit Blick auf Indien bestätigte die Asiatische Entwicklungsbank im Juli ihre BIP-Wachstumsprognosen von 7,4 Prozent und 7,6 Prozent für die Fiskaljahre 2017 und 2018 (nach einem Plus von 7,1 Prozent in 2016). Die indische Volkswirtschaft weist somit mittelfristig die höchsten Expansionsraten aller asiatischen Länder auf.  Die Aktienmärkte in China und Indien gehörten auch zu Gewinnern im abgelaufenen Monat. Der Shanghai Composite Index stieg um 2,5 Prozent an, der Hang Seng Index in Hongkong legte sogar um 6,1 Prozent zu. Der indische Aktienmarkt verteuerte sich – gemessen am Leitindex BSE Sensex – um 5,2 Prozent. Alle übrigen Börsen in den asiatischen Schwellenländern wiesen im Juli ebenfalls positive Kursentwicklungen auf, lediglich die Leitindizes in Indonesien, Malaysia und Thailand schlossen den Monat unverändert ab. Trotz anhaltender (geo-)politischer Risiken sollte sich die robuste globale Konjunkturentwicklung weiterhin positiv auf die Aktienkurse in Asien auswirken.

Japan

Japanische Börse zuletzt ohne Impulse: Die Aktienmärkte in Japan bewegten sich zuletzt in Summe seitwärts. Im Juli verbuchte der Leitindex NIKKEI 225 leichte Kurseinbußen von 0,5 Prozent, während der Topix Index als marktbreites japanisches Börsenbarometer moderat um 0,4 Prozent zulegte. Im internationalen Kontext stellt dies eine unterdurchschnittliche Wertentwicklung dar, da der MSCI World Index in lokaler Währung einen Anstieg um 1,4 Prozent im Berichtszeitraum verzeichnen konnte. Die für die Börse in Tokio wichtige Währungsentwicklung erwies sich in der Berichtsperiode als weitgehend neutral. Während der Japanische Yen gegenüber dem US-Dollar leicht aufwertete, verzeichnete er gegenüber dem Euro und dem Chinesischen Yuan moderate, also den Aktienmarkt stützende Abwertungstendenzen. Ferner entwickelte sich die Handelsaktivität Japans weiterhin dynamisch. Die japanischen Exporte legten im Juni erneut kräftig um 9,7 Prozent im Jahresvergleich zu. Das äußerst robuste Konjunkturbild auf globaler Ebene und die Beschleunigung der internationalen Handelsaktivitäten (insbesondere innerhalb Asiens) entfalteten daher weiterhin ihre positive Wirkung auf die japanische Volkswirtschaft. Zuletzt verbesserte sich auch der von der Notenbank Bank of Japan veröffentlichte Tankan-Bericht für das zweite Quartal 2017, der die Konjunkturstimmung im Land sowohl im Verarbeitenden Gewerbe als auch für den Dienstleistungssektor widerspiegelt. Von dem anhaltend soliden Zustand der globalen Konjunktur profitierten exportorientierte Titel aus den Bereichen Industrie (Hitachi: 10,2 Prozent), Automobil (Toyota Motor: 5,8 Prozent und Denso: 11,9 Prozent) und Unterhaltungselektronik (Sony: 5,9 Prozent). Im Gegensatz hierzu kamen infolge zuletzt wieder leicht rückläufiger Staatsanleiherenditen auf globaler Ebene japanische Bankenwerte unter Druck (Mitsubishi UFJ Financial Group: -7,3 Prozent und Sumitomo Mitsui Financial Group: -4,2 Prozent). Der Ausblick für den japanischen Aktienmarkt bleibt verhalten optimistisch.

Weltweit

Globale Aktien verzeichnen Kursgewinne: Die globalen Aktienmärkte haben im Juli die leichten Verluste aus dem Vormonat wettgemacht und Gewinne verzeichnet. Der MSCI World Index stieg in lokaler Währung 1,4 Prozent. In den USA verbuchten die Börsen neue Rekordmarken: Der Leitindex Dow Jones Industrial Average stieg um 2,5 Prozent, der marktbreite S&P 500 verbesserte sich um 1,9 Prozent. Die vielfältigen politischen Querelen in Washington spielten an den Märkten nur eine untergeordnete Rolle. Im Berichtsmonat stimmte der Senat gegen die Abschaffung von Obamacare, zudem wurden im Weißen Haus mehrere Schlüsselpositionen neu besetzt. Vielmehr stützten positive Konjunkturdaten und die starke Berichtssaison der Unternehmen die Notierungen. Trotz einzelner negativer Unternehmensnachrichten konnten vor allem IT-Unternehmen deutliche Kursgewinne verzeichnen. In Europa blicken die Börsen im Juli auf eine uneinheitliche Wertentwicklung zurück. Während der EURO STOXX 50 im Berichtszeitraum ein leichtes Plus von 0,2 Prozent verzeichnete, schloss der marktbreite STOXX Europe 600 Index 0,4 Prozent tiefer. Innerhalb der Branchen profitierten Aktien aus dem Rohstoff- und Energiesektor von der kräftigen Erholung der Rohstoffpreise. Im Umfeld steigender Renditen waren überdies Titel aus der Finanz- und Versicherungsbranche gefragt. Weniger gut lief es hingegen für Aktien aus der Pharma-Branche. Gemessen am STOXX Europe 600 HealthCare Index verlor das Segment in der Berichtsperiode 3,7 Prozent. Die Aktienmärkte in Japan bewegten sich zuletzt in Summe seitwärts. Im Juli verbuchte der Leitindex NIKKEI 225 leichte Kurseinbußen von 0,5 Prozent, während der Topix Index als marktbreites japanisches Börsenbarometer moderat um 0,4 Prozent zulegte. Deutliche Kurszuwächse fielen hingegen in den Schwellenländern an, der MSCI Emerging Markets kletterte in lokaler Währung um 4,4 Prozent.  Vor dem Hintergrund der politischen Unsicherheit gehen wir für die kommenden Wochen weiterhin von schwankungsanfälligen Börsen aus. Unterstützend wirken die positiven konjunkturellen Trends in Europa, den USA und zahlreichen Schwellenländern.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Griechenland gelingt Comeback: Die Monatsbilanz am europäischen Rentenmarkt fällt, gemessen an den Veränderungen zum Vormonat, vergleichsweise unspektakulär aus. Dies täuscht aber über einen sehr lebhaften und ereignisreichen Handel hinweg. Zunächst setzte sich der Renditeanstieg weiter fort. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten in der Spitze bei 0,62 Prozent, ohne dass hierfür Konjunktur- oder Inflationsdaten verantwortlich gewesen wären. Ab der Monatsmitte beruhigte sich der Handel wieder. Wichtige Wirtschaftsdaten fielen leicht schwächer aus. Hin und wieder sorgte das Säbelrasseln Nordkoreas für eine höhere Nachfrage nach sicheren Anlagen. Wie schon in den Monaten zuvor, entwickelten sich Anleihen aus den Peripherieländern besser als solche aus den Kernstaaten des gemeinsamen Währungsraumes. Für Aufsehen sorgte ein lange Zeit unbeteiligter Akteur - Griechenland. Die Regierung in Athen kehrte nach dreijähriger Abstinenz wieder an den Kapitalmarkt zurück. Für ihr Debüt wählten die Hellenen einen fünfjährigen Bond über 3 Milliarden Euro. Das Orderbuch war letztlich 6,5 Milliarden groß. Bei ihrem letzten Versuch vor drei Jahren waren es noch 20 Milliarden gewesen. Von einem großen Erfolg wollte daher niemand so recht sprechen. Das Ziel, damit eine Grundlage für weitere Auftritte zu schaffen, dürfte aber erreicht worden sein, um demnächst wieder kapitalmarktfähig zu sein. Den Währungshütern war der anfängliche Renditeanstieg nicht entgangen, weshalb sie versucht waren, die Bewegung mit sehr zurückhaltenden Kommentaren wieder einzufangen. Dies gelang zumindest teilweise. Mario Draghi änderte die Kommunikation zum Ankaufprogramm entgegen der Erwartung einiger Analysten (noch) nicht. Bei der nächsten Sitzung im September, oder aber auf dem Notenbankensymposium im amerikanischen Jackson Hole könnte eine solche Ankündigung aber folgen. Ab Januar 2018 ist mit einer weiteren Reduzierung zu rechnen. Höhere Inflationsraten lasteten zum Monatsende wieder auf den Notierungen. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index, gewannen europäische Staatsanleihen im Juli 0,2 Prozent. Die guten Konjunkturdaten sprechen nach vorn gerichtet eher für steigende Renditen.

Euro-Outs

Sanktionen gegen Russland lasteten auf den Notierungen: Die Kurse europäischer Staatsanleihen außerhalb des gemeinsamen Währungsraumes tendierten im Juli in Summe letztlich leicht schwächer. Damit vollzogen sie größtenteils einen ähnlichen Verlauf wie Bundesanleihen aus dem Euroraum. Von der freundlichen Seite zeigten sich Papiere aus Großbritannien, Ungarn und Tschechien. Letztere konnten dadurch einen Teil der Verluste aus dem Vormonat wieder aufholen, als die im Herbst nahenden Parlamentswahlen belasteten. Zu einem leichten Renditeanstieg kam es in Schweden, Russland und der Schweiz. Russische Anleihen litten unter den Sanktionen der USA. Der US-Senat verhängte diese aufgrund der möglichen Verwicklungen Russlands in den US-Wahlkampf. Auf diplomatischer Ebene geht es deshalb zwischen beiden Atommächten hoch her. In der aktuellen wie-du-mir-so-ich-dir-Politik reagierte Moskau mit der Ausweisung von mehr als 700 US-Diplomaten. Eine weitere Zuspitzung wird indes nicht erwartet. Russland ist auf gute Beziehungen zu Europa und den USA angewiesen. Im Osten des Landes kollidieren zudem die Interessen Russlands mit denen Chinas. In der Schweiz war über Monate hinweg der Wechselkurs zum Euro regelrecht fest zementiert. Die Renditen waren zudem deutlich geringer als in Deutschland. Anlagen in der Schweiz galten als Hort der Sicherheit. Abnehmende politische Risiken nach der Frankreichwahl haben nun offenbar dazu geführt, dass das Interesse der Anleger nachlässt. Der Renditeunterschied zu Bundesanleihen ist inzwischen nur noch sehr gering. Parallel dazu wertet der Schweizer Franken zum Euro stark ab. Dies dürfte neben den Schweizerischen Unternehmen vor allem die Nationalbank freuen, die in den letzten Monaten massiv Euro angekauft hatte, um den Kurs des Schweizer Franken zu stützen. Kostete ein Euro zu Jahresbeginn noch 1,06 Schweizer Franken, waren es zuletzt bereits 1,14.

USA

Bilanzabbau startet demnächst: US-Staatsanleihen tendierten zunächst leichter, da sich der Renditeanstieg aus dem Vormonat fortsetzte. In der Spitze rentierten zehnjährige US-Papiere bei 2,4 Prozent. Im weiteren Monatsverlauf zeigte sich der Rentenmarkt jedoch wieder von seiner freundlichen Seite. US-Präsident Trump enttäuschte erneut. Auch nach mehrmaliger Abstimmung konnte bislang keine neue Lösung für die umstrittene Gesundheitsreform „Obamacare“ gefunden werden. Trump gelingt es weiterhin nicht, die politischen Flügel der republikanischen Partei zu vereinen. Zusätzlich belasten ihn Personalrochaden und die Russland-Ermittlungen. Kaum ein Marktteilnehmer erwartet noch Wachstumsimpulse von der US-Regierung Gegen Monatsende kamen die Vertreter der US-Notenbank zusammen. Wie erwartet, wurde keine Zinsänderung beschlossen. Es gab jedoch Hinweise darauf, dass die Währungshüter nun wohl schon im September einen Abbau ihrer Bilanz verkünden werden. Die Thematik ist sehr komplex, weil unklar ist, wie sich ein Ausbleiben der bislang noch stattfindenden Reinvestitionskäufe auf den Kapitalmarkt auswirken wird. Experten rechnen mit einem ähnlichen Effekt wie bei Zinserhöhungen. Über das Ausmaß der Stärke wird noch gerätselt. Ähnlich ergeht es den Notenbankern. Umso erstaunlicher ist es, dass man innerhalb des Führungsgremiums wohl eine Einigkeit erzielen konnte. Von einer Zinserhöhung im September wird indes nicht mehr ausgegangen. Der nächste Zinsschritt ist erst im Dezember zu erwarten. Inwieweit Bilanzabbau und Zinserhöhungen dann im kommenden Jahr parallel stattfinden, dürfte vor allem von den dann veröffentlichten Daten abhängen. Sofern möglich, wird die Fed die Leitzinsen weiter anheben, um Spielräume für den nächsten Abschwung zu haben. Dazu wird sie die Konjunktur und besonders den US-Arbeitsmarkt sehr genau beobachten. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) gingen US-Schatzanweisungen im Juli mit einem leichten Plus von 0,1 Prozent aus dem Handel. In den kommenden Wochen sprechen gute Konjunkturdaten und die Politik der US-Notenbank für eher leicht steigende Renditen.

Weltweit

Notenbanken bestimmen weiterhin das Marktgeschehen: Die Monatsbilanz am Euro-Rentenmarkt fiel vergleichsweise unspektakulär aus. Dies täuscht aber über einen sehr lebhaften und ereignisreichen Handel hinweg. Zunächst setzte sich der Renditeanstieg weiter fort. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten in der Spitze bei 0,62 Prozent, ohne dass hierfür Konjunktur- oder Inflationsdaten verantwortlich gewesen wären. Ab der Monatsmitte beruhigte sich der Handel wieder. Wichtige Wirtschaftsdaten fielen leicht schwächer aus. Hin und wieder sorgte das Säbelrasseln Nordkoreas für eine höhere Nachfrage nach sicheren Anlagen. Wie schon in den Monaten zuvor, entwickelten sich Anleihen aus den Peripherieländern besser als solche aus den Kernstaaten des gemeinsamen Währungsraumes. Den Währungshütern war der anfängliche Renditeanstieg nicht entgangen, weshalb sie versucht waren, die Bewegung mit sehr zurückhaltenden Kommentaren wieder einzufangen. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index, gewannen Euro-Staatsanleihen im Juli 0,2 Prozent. US-Staatsanleihen tendierten zunächst ebenfalls leichter. Im weiteren Monatsverlauf zeigte sich der Rentenmarkt jedoch auch dort wieder von seiner freundlichen Seite. Auch nach mehrmaliger Abstimmung konnte bislang keine neue Lösung für die umstrittene Gesundheitsreform „Obamacare“ gefunden werden. Trump gelingt es weiterhin nicht, die politischen Flügel der republikanischen Partei zu vereinen. Zusätzlich belasten ihn Personalrochaden und die Russland-Ermittlungen. Gegen Monatsende kamen die Vertreter der US-Notenbank zusammen. Wie erwartet, wurde keine Zinsänderung beschlossen. Es gab jedoch Hinweise darauf, dass die Währungshüter nun wohl schon im September einen Abbau ihrer Bilanz verkünden werden. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) gingen US-Schatzanweisungen im Juli mit einem leichten Plus von 0,1 Prozent aus dem Handel. Die Nachfrage nach Papieren mit einem Renditeaufschlag blieb hoch. Europäische Unternehmensanleihen gewannen auf Indexebene 0,8 Prozent an Wert. Anleihen aus den Schwellenländern waren gleichermaßen gesucht. Dank weiterer Mittelzuflüsse und eines schwächeren US-Dollar betrug der Kursgewinn ebenfalls 0,8 Prozent.

Unternehmensanleihen

Spreads zurück auf Vorkrisenniveau: Unternehmensanleihen aus dem Euroraum konnten im Juli wieder deutlich Fahrt aufnehmen. Nachdem im Vormonat noch Aussagen von Mario Draghi, dem Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), belastet hatten, spielte die aktuelle Notenbank-Sitzung nur eine untergeordnete Rolle. Die EZB ließ ihre Kommunikation mit Blick auf die künftige Geldpolitik unangetastet, erst im Herbst solle es Neuigkeiten über eine mögliche Rückführung des Anleiheankaufprogramms geben. Noch wird der Markt aber kräftig von der Zentralbank unterstützt: Im Juli übersprang der EZB-Bestand an Unternehmensanleihen die Marke von 100 Milliarden Euro. Europäische Corporate Bonds mit Investment Grade-Rating gewannen in diesem Umfeld 0,8 Prozent (BofA Merrill Lynch Euro Corporate Index, ER00). Die Risikoaufschläge (Spreads) gingen deutlich um 14 auf jetzt 48 Basispunkte zurück und liegen damit erstmals wieder auf Vorkrisenniveau. Hochverzinsliche Papiere konnten ebenfalls zulegen und schlossen den Monat mit einem Plus von 0,7 Prozent ab (BofA Merrill Lynch HEAG). Die Spreads engten sich weiter um zehn auf 200 Basispunkte ein. Eine ähnliche Entwicklung zeigten auch US-Corporates: Auf US-Dollarbasis gewannen die Papiere 0,8 Prozent hinzu. In Euro gaben sie aufgrund der Stärke der Gemeinschaftswährung allerdings 2,5 Prozent ab (BofA Merrill Lynch C0AL). Die Aktivität am Primärmarkt war zunächst rege, flachte aber zum Monatsende mit der anlaufenden Berichtssaison ab. Der niederländisch-britische Konsumgüterhersteller Unilever platzierte in drei Tranchen insgesamt 1,9 Milliarden Euro. Die Emission war deutlich überzeichnet, sodass die vierjährige Anleihe (500 Millionen Euro) sogar zu einem Kupon von 0,0 Prozent genügend Abnehmer fand. Auf der Verliererseite standen hingegen deutsche Automobilwerte. Medienberichten zufolge soll es bei den Konzernen seit den 1990er Jahren geheime Absprachen über Kosten, Technologien und Zulieferer gegeben haben. Die Bonds standen entsprechend unter Abgabedruck. Die Tapering-Diskussion der EZB kann phasenweise für erhöhte Volatilität sorgen. Dem steht aber in den Sommermonaten die Unterstützung durch eine geringere Primärmarktaktivität gegenüber.

Emerging Markets

Robuste Wirtschaftsdaten und steigender Ölpreis unterstützen: Trotz einiger Widrigkeiten zu Monatsbeginn entwickelten sich die Rentenmärkte der Emerging Markets (EM) im Juli positiv. Ein temporärer Renditeanstieg bei Staatsanleihen aus den Industrienationen – die Verzinsung zehnjähriger US-Treasuries legte innerhalb weniger Tage um knapp zehn Basispunkte zu – sorgte zunächst für Verkaufsdruck bei EM-Staatspapieren. Zur Monatsmitte setzten sich aber die positiven Treiber durch, sodass EM-Rentenmärkte per saldo ein Plus von 0,8 Prozent verzeichneten (JP Morgan EMBI Global Div. Index). Auch die Risikoaufschläge (Spreads) kamen um fünf auf 302 Basispunkte zurück. Positiv für die stark vom Welthandel abhängigen Schwellenländer waren die erneut festen Wachstumszahlen aus China. Das Bruttoinlandsprodukt hatte im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 6,9 Prozent zugelegt. Das eröffnet den Behörden Spielraum, stabilisierende Maßnahmen im Banken- und Immobilienbereich durchzuführen, ohne das Wachstum zu stark zu gefährden. Für das Gesamtjahr strebt Peking eine Steigerung um 6,5 Prozent an. Unterstützung kam auch vom kräftig erholten Ölpreis (Brent: 10,4 Prozent). Auf ihrem Treffen in St. Petersburg hatten die vier OPEC-Staaten Saudi-Arabien, Algerien, Kuwait und Venezuela zusammen mit Russland und dem Oman von den weiteren Mitgliedern der Allianz zur Förderbegrenzung eine stärkere Disziplin eingefordert. Signale einer leichten Entspannung kamen zudem aus dem Nahen Osten, wo die Krise um Katar zumindest nicht weiter eskalierte. Das von Saudi-Arabien und seinen Verbündeten gesetzte Ultimatum an das Emirat lief zwar ergebnislos ab, allerdings konnten sich die Staaten nicht auf eine Verschärfung der Sanktionen einigen. Insbesondere die zuvor stark unter Druck stehenden katarischen Staats- und Unternehmensanleihen reagierten positiv. Der Konflikt schwelt gleichwohl weiter und noch ist unklar, wie eine nachhaltige Lösung aussehen könnte. EM-Rentenanlagen bleiben von anhaltenden Mittelzuflüssen (im Juli über vier Milliarden US-Dollar) und konstruktiven Wirtschaftsdaten unterstützt. Mögliche Risikofaktoren sind geopolitische Krisen sowie ein kräftiger globaler Renditeanstieg.


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