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DAX-Chartanalyse: Abprall an der 12.000

DAX-Chartanalyse Abprall an der 12.000

Gastautor: Andreas Mueller
20.08.2017, 10:26  |  6919   |   |   

Mehr als ein optimistischer Versuch war es nicht. Zwar etablierte sich der DAX weiter über der 12.000er-Marke, jedoch gelang kein Entkommen aus der Range. Wo diese verläuft und wie man dies handeln kann, zeigt folgender Ausblick zum DAX hier auf.

Eine Erholung zum Wochenstart konnte sehr zügig ausgebaut werden und den DAX nicht nur solide über der 12.000er-Marke handeln lassen, sondern zudem auch fast die gesamte Range der Vorwochen durchlaufen. Doch zur Wochenmitte änderte sich die Richtung erneut. Am Ende blieb ein Wochenplus von 1,2 Prozent übrig und ein vielleicht langweiliger Ausblick. Dieser birgt eher Chancen für kurzfristigere Trader, als für Investoren. Weiterlesen dürfen aber dennoch alle Börsianer :-)

 

Dies geschah in der KW33

 

Die Woche startet sehr positiv. Mit ein GAP konnte sich der DAX deutlich von der 12.000er-Marke entfernen. Dies war auch als Gegenbewegung in der Vorwochenanalyse (hier noch einmal zum Nachlesen) wie folgt aufgezeigt:

Diese hatte er per Schlusskurs übrigens nicht unterschritten. Vermutlich lockte dies neue Käufer an und so nahm die Konsolidierung der vorherigen Abwärtsbewegung ihren Lauf. Sie ging über den anvisierten Bereich hinaus direkt in den Handelsbereich der vorherigen Wochen (gelb markiert) hinein. Und hatte damit zum charttechnischen Ziel das Vorwochenhoch bzw. die Abwärtstrendlinie, welche am Dienstag beide bei etwa 12.300 zusammentrafen. Im Forum hatte ich dies wie folgt an dieser Stelle skizziert:

Es wurde am Dienstag nicht ganz erreicht, doch der Mittwoch zündete den "Nachbrenner" erneut mit einem GAP auf der Oberseite:

(zum Beitrag)

Am Nachmittag erreichte der DAX dann diese Stelle auch mit genau 12.301,40 Punkten auf XETRA. Und damit war das Potenziel wieder einmal ausgeschöpft. Denn schon am Abend gab es erste stärkere Abgaben, als das US-Notenbankprotokoll der FED veröffentlicht wurde. Dort wurde die nächste Zinsanhebung bereits für den September in Aussicht gestellt. Eine Belastung für die Märkte, die vorrangig an der Wall Street für Unruhe sorgte.

 

Der Donnerstag konnte an das Hoch nicht mehr anknüpfen und dann am Nachmittag, ebenfalls mit einer Notenbankmeldung, nur noch knapp die 12.200 halten. Hier gab es konkrete Aussagen zum zu stark eingeschätzten Euro und weiterem Fokus auf das Inflationsziel. Dies bedeutet letztlich, dass die Anleihenkäufe noch mindestens bis Oktober weiter im Volumen von 60 Milliarden Euro pro Monat aktiviert bleiben.

 

Im ersten Effekt bekam der Euro natürlich Druck und fiel unter 1,17. Doch dies war augenscheinlich eine Bärenfalle, denn der Forexmarkt ist kein Wunschkonzert und folgt mit Sicherheit auch nicht treu und stur einer Aussage von Notenbankern. Die charttechnische Überwindung des Abwärtstrends war daher für mich auch ein Signal, entgegen dieser EZB-Meinung zu agieren. Folgendes Szenario hatte ich dazu im Forum als Trading-Idee veröffentlicht und umgesetzt:

(zum Beitrag)

Stefan Salomon hat übrigens noch ein viel höheres Kursziel für den EUR/USD ausgegeben: 1.25 (hier nachzulesen).

 

Zurück zum DAX: Die Unsicherheiten aus den USA und damit an der Wall Street schwappten zu uns hinüber und ließen den DAX zur Abwechslung am Freitag mit einem GAP auf der Oberseite eröffnen. Quasi gefangen zwischen dem GAP vom Montag und dem vom Freitag verharrte der Markt längere Zeit um die 12.100er-Marke:

(zum Beitrag)

Erst am Abend konnte konnte er zumindest noch einmal kurz zur 12.200 durchstarten. Woher kam die Kraft? Der Präsidenten-Berater und Chefstratege von Donald Trump räumte seinen Stuhl. Stephen "Steve" Bannon war nicht der erste Personalwechsel im Weißen Haus. Seine Art kam nicht überall gut an, daher reagierte der Markt im ersten Effekt erleichtert, baute jedoch dieses kurzzeitige Plus bis zum Handelsende wieder ab.

Wegen Personalmangel wurden in der letzten Woche sogar zwei Gremien aufgelöst. Und diese Unsicherheit belastet letztlich die Wall Street und damit den Dow Jones stark. So schloß dieser auf einem kleinen Verlaufstief, welches das letzte Mal am 25.07. gesehen wurde. Und im Wochenvergleich lagen die US-Indizes sogar im Minus, während der DAX und TecDAX ein Wochenplus erzielten. Haben wir damit schon das Sommertief im DAX gesehen? Dazu eine spannende Analyse hier auf wallstreet-online ->

 

Ausblick: Eine erneute Range-Woche könnte anstehen

 

Im Stundenchart sind wir durch diese Gegenbewegung im DAX nun wieder in die Range der Vorwochen zurückgelaufen:

Mit 12.301 Punkten wurde das obere Band fast ausgereizt, bevor es erneut an die untere Kante lief. Genau solche Marken sind immer wieder potenzielle Trading-Punkte oder wie im Forum öfters geschrieben wird MOB = Make or Break:

Dort gilt erhöhte Aufmerksamkeit und dies werde ich in der kommenden Woche auch wieder genau beobachten. Denn unter diesem Punkt (rund 12.080 Punkte) ist erneut ein Rutsch zur 12.000 zu erwarten. Dies sahen wir Anfang August bereits und ähnlich wie dort geschehen, ist hier die 12.000er-Marke auch eher auf Schlusskursbasis interessant und kann intraday leicht duchbrochen werden:

Besonders, wenn der Druck von der Wall Street unter 21.800 im Dow Jones zunehmen sollte. Solange dies jedoch nicht aktiviert wurde, gehe ich von einem erneuten Durchlauf der Range aus. Sprich: Aufwärts bis 12.300 (Vorwochenhoch) und ggf. knapp darüber zur Range-Kante:

Dafür benötigt es jedoch auch ein wenig Erholung an der Wall Street.

Über das größere Long-Signal, wenn die Range auf der Oberseite brechen sollte, werde ich dann bei Eintritt bzw. zeitnah in den Tages-Trading-Chancen berichten. Dort finden Sie natürlich börsentäglich auch weitere Meinungen und Charts nicht nur zum DAX, sondern auch zum EUR/USD und der Wall Street vor.

 

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Herzlichen Dank für Ihr Interesse und einen erfolgreichen Wochenstart,

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

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