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Fondsreport Spitzen-Mischfonds im Zinstief

Gastautor: Dieter Fromm
24.08.2017, 13:06  |  3159   |   |   

Heute beginnt die Tagung der Notenbank-Chefs in Jackson Hole. Und die Erwartungen sind hoch. Jedes Wort von EZB-Präsident Draghi und Fed-Chefin Yellen wird auf die Goldwaage gelegt werden, um mögliche Änderungen der Geldpolitik abzuleiten. Experten sind skeptisch, dass sich etwas an der Niedrigzinspolitik der EZB bewegt. Und Finanzprofis haben sich längst auf dieses schwierige politische Umfeld eingestellt. Wie Spitzenmanager von defensiven Mischfonds derzeit agieren.


Defensive Mischfonds sind auch im derzeitigen Zinsumfeld lohnenswert. (© ivanko80)

Fed-Chefin Janet Yellen, EZB-Präsident Mario Draghi  und Bank-of-Japan-Direktor Haruhiko Kuroda: Die Crème de la Crème der Notenbanker trifft sich dieser Tage im amerikanischen Jackson Hole. Das Städtchen in den Bergen von Wyoming bietet alles: Von Golf bis Whitewater Rafting. Doch die Weltöffentlichkeit erwartet in diesem Jahr wichtige Hinweise auf die Geldpolitik der Federal Reserve Bank und der Europäischen Zentralbank.

Doch trotz der 1,5 Billionen Euro, die die Zentralbanken im ersten Halbjahr des Jahres weltweit in die Anleihemärkte gepumpt haben, scheint noch keine nachhaltige Besserung der Weltkonjunktur in Sicht. Experten sind daher skeptisch, ob Mario   Draghi eine Zinswende ankündigen wird.

Zum Fondsreport: Solide Renditen nach Jackson Hole

Investieren in einem schwierigen Umfeld
 

Ein wahrscheinliches Szenario: Die Fed strafft ihre Geldpolitik weiter und die EZB hält an der lockeren Zinspolitik fest. In diesem Fall bleiben die Zinsen für Euro-Anleger niedrig und der Euro dürfte weiter aufwerten. Zugleich hängt das Damoklesschwert der Zinswende weiter über den Bondmärkten - und bei längeren Laufzeiten wächst die Verlustgefahr.


Normalerweise ist Jackson Hole ruhig und beschaulich, doch derzeit steht der Ort wegen des Treffens der Notenbank-Chefs im Medienfokus. (© f11photo)

Wie stellen sich die Manager der besten defensiven Mischfonds auf die Lage an den Finanzmärkten ein? Immerhin erzielte der Durchschnitt dieser Produkte, die bis zu 30 Prozent Aktien halten dürfen, im Mittel 1,8 Prozent Plus im laufenden Jahr und 2,4 Prozent Rendite jährlich auf Drei-Jahres-Sicht. Die Standardabweichung liegt mit durchschnittlich etwas mehr als vier Prozent auf Sicht von drei Jahren kaum höher als bei offenen Immobilienfonds, zeigt ein Vergleich bei Morningstar. Die Ergebnisse der Bestperformer sehen noch besser aus. Berücksichtigt wurden hier nur mit Fonds, die ein Vier-oder-fünf-Sterne-Rating bei Morningstar halten.

Defensive Mischfonds im Vergleich

*1 = Augsburger Aktienbank, 2 = comdirect, 3 = DAB BNP Paribas, 4 = DWS, 5 = ebase, 6 = FFB, 7 =Fondsdepotbank, 8 = Metzler Fund Xchange
**Dieser Fonds wird ohne Ausgabeaufschlag verkauft.

Bitte beachten Sie folgende Hinweise: Alle genannten Fonds halten ein Vier- oder Fünf-Sterne-Rating von Morningstar.Doch die Vergangenheitsperformance ist kein Indikator für die Zukunft. Alle Daten wurden von der moneymeets-Redaktion sorgfältig recherchiert. Doch die angegebenen Innenprovisionen und davon abhängige Vorteile können sich verändern. moneymeets übernimmt keine Haftung für die Vollständigkeit, inhaltliche Richtigkeit und Aktualität der Informationen.

Quellen: Morningstar; moneymeets.com/fonds-finder (Stand: 22.8.2017)                        
                            
Gleich mehrere Fonds mit einem Spitzenrating von Morningstar überzeugen bei der Performance. Der Aramea Rendite Plus, der M&G Optimal Income und der 4 Q Income Fund bleiben auch hinsichtlich der Kursschwankungen auf Drei-Jahres-Sicht bei einer Standardabweichung von unter fünf Prozent Prozent. 

Aramea: Nachranganleihen und Genussscheine
 

Sven Pfeil, Manager des Aramea Rendite Plus investiert vor allem in Nachranganleihen und Genussscheine. Erstere bringen zwar weniger als herkömmliche Bonds, sollte der Emittent pleitegehen. Dafür sind die Renditen höher. Aramea beschränkt sich hier auf Papiere von Banken und Versicherungen und wählt die Unternehmen sehr sorgfältig aus.

Weiterer Vorteil: „In diesem Anlagesegment ist die Zinssensitivität gering“, verspricht Pfeil. Ergebnis: Im Fünf-Jahres-Vergleich liegt der Fonds mit mittleren 8,2 Prozent Plus per annum um 4,9 Prozentpunkte besser als der Durchschnitt der Kategorie.

4Q Income: Wandelanleihen und Übernahmekandidaten
 

Auch der 4Q Income Fund investiert vor allem in Anleihen. Dazu zählen Firmenbonds, aber auch Wandelanleihen. Diese Papiere bieten attraktive Renditen, aber vor allem ein Wandlungsrecht, die Anleihe während der Laufzeit zu meist attraktiven Konditionen in Aktien zu tauschen.

Der Fonds profitiert zudem bei seinen Aktieninvestments von relativ hohen Ausschüttungen, da vor allem Aktien von Squeeze-Out- und Übernahmekandidaten ins Depot gelangen. Fondsmanager Peter Dreide geht dabei sehr strukturiert vor. Risiken werden sorgfältig gemanagt.

M & G Optimal Income: Einstiegsmöglichkeiten bei Bonds
 

Auch der M&G Optimal Income ist einen Blick wert. Sein mehrfach ausgezeichneter Manager Richard Woolnough sieht derzeit Einstiegsmöglichkeiten bei den Bondmärkten. Er ist grundsätzlich zu mindestens 50 Prozent in Anleihen investiert und mischt bis zu 20 Prozent Aktien bei. Letzteres macht er vor allem in Fällen, in denen ihm die Aktie attraktiver erscheint als die Anleihe eines Unternehmens. 

Der Fonds erwirtschaftete in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich 7,4 Prozent Jahresrendite und damit 4,6 Prozentpunkte mehr als der Durchschnitt dieser Anlageklasse. Die Entwicklung war bis auf 2015, als der Fonds 1,6 Prozent verlor in jedem Geschäftsjahr positiv.

Weitere Spitzenfonds im neuen moneymeets-Fondsreport
 

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