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Marktkommentar: Tilmann Galler (J. P. Morgan AM): Viel hat sich in den letzten Wochen an den Märkten nicht getan
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Marktkommentar Tilmann Galler (J. P. Morgan AM): Viel hat sich in den letzten Wochen an den Märkten nicht getan

Nachrichtenquelle: Asset Standard
25.08.2017, 00:00  |  573   |   |   

Tilmann Galler teilt seine Überlegungen zur (Selbst)-Organisation und Marktlage nach dem „Sommerloch“ mit allen Urlaubsheimkehrern.

In diesen Tagen kehren viele aus dem Urlaub an den Schreibtisch zurück. Und wie jedes Jahr startet man mit der Hoffnung, die Gelassenheit der freien Tage mit ins Arbeitsleben zu nehmen und sich nicht so schnell vom Alltag einholen zu lassen.

Doch einige Fragestellungen kommen schon in den letzten Urlaubstagen auf:

  • Steht das Haus noch?
  • Welche Sachen aus dem Kühlschrank sind noch genießbar?
  • Muss ich die Mails der letzten zwei Wochen wirklich alle lesen, oder hat sich das Meiste nicht sowieso schon erledigt?
  • Und: Wie war der Bundesligastart?
  • Welche Randthemen haben es im Sommerloch auf die Agenda geschafft?
  • Wohin geht der nächste Urlaub?

Nachdem diese Fragen beantwortet sind, zeigt sich schnell, dass tatsächlich die meisten Schlagzeilen der letzten Wochen wenig mit den Kapitalmärkten zu tun hatten. Und da sich nun der Sommer dem Ende neigt, bietet sich gleich noch eine weitere Checkliste an. Wie hat sich in den letzten Wochen das Anlageumfeld verändert? Was machen beispielsweise

  • Wachstum,
  • Arbeitsmarkt,
  • Gewinne,
  • Inflation,
  • Zinssätze,
  • Risiken,
  • und nicht zu vergessen die Chancen?

Wachstum

In Deutschland setzt sich die Erholung fort: Im 2. Quartal 2017 legte die Wirtschaftsleistung um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Gleichzeitig wurde das Wachstum des 1. Quartals von 0,6 auf 0,7 Prozent nach oben revidiert. Die Wirtschaft der Eurozone wuchs im zweiten Quartal ebenfalls um 0,6 Prozent. Im Juli erreichte in Deutschland der ifo-Geschäftsklimaindex sein drittes Rekordhoch in Folge. Der Einkaufsmanagerindex in der Eurozone gab im Juli leicht von 56,3 auf 55,7 nach. In den USA geht es dagegen weiterhin behäbig vorwärts. Die Einzelhandelsumsätze der letzten Woche deuten darauf hin, dass die Verbraucherausgaben weiterhin stabil sind. Enttäuschende Zahlen bei industrieller Produktion und am Immobilienmarkt deuten jedoch auf die beständige Trägheit bei den US-Investitionsausgaben hin. Das dürfte der Bericht zu den langlebigen Gütern in der nächsten Woche bestätigen, der wahrscheinlich wenig beeindruckend aussehen wird – selbst unter Berücksichtigung des volatilen Luftfahrtsektors. Das reale BIP-Wachstum in den Vereinigten Staaten für das dritte Quartal beträgt schätzungsweise 3,0 Prozent, aber im Vergleich zum Vorjahresquartal kommen wir auf vertraute 2,1 Prozent.

Arbeitsmarkt 

Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt bleibt ebenfalls positiv. Laut Bundesagentur für Arbeit (BA) stieg die Arbeitslosenquote im Juli zwar leicht von 5,5 auf 5,6 Prozent, saisonbereinigt blieb sie konstant. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg im Juni saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 46.000 auf 44,38 Millionen Stellen. Gut entwickelte sich auch das Arbeitsangebot: Im Juli waren 750.000 freie Stellen bei der BA gemeldet, 11.000 mehr als im Vormonat. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes in der Eurozone außerhalb Deutschlands ist besonders erfreulich. Die Arbeitslosenquote in der Eurozone ist im Juni auf 9,1 Prozent gefallen und damit einen ganzen Prozentpunkt niedriger als im Juni 2016. Den größten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 19,9 Prozent auf 17,1 Prozent gab es in Spanien. Nach einem sehr soliden US-Arbeitsmarktbericht im Juli zeigen die jüngsten Daten weiterhin einen sehr angespannten Arbeitsmarkt mit einer Rekordzahl von unbesetzten Stellen Ende Juni und einer geringen Arbeitslosenquote in den letzten Wochen. Das wirtschaftliche Wachstum mag träge sein, aber das gilt auch für den Arbeitskräftezuwachs. Die Arbeitslosenquote dürfte in den kommenden Monaten weiter sinken.

Gewinne 

Wir haben soeben eine sehr positive Berichtssaison abgeschlossen, bei der der Gewinn je Aktie im S&P 500 im Jahresverlauf um fast 20 Prozent gestiegen ist. Das liegt aber größtenteils an den Energieunternehmen, die jetzt nach den riesigen Abschreibungen im letzten Jahr wieder in die Gewinnzone zurückkehren, und an dem positiven Einfluss eines schwächeren Dollars auf Auslandsumsätze. Das Wachstum im Jahresverlauf wird sich in den nächsten Quartalen wahrscheinlich wieder im einstelligen Bereich einpendeln. Die sich verbessernde Weltwirtschaft (die in diesen Tagen durch robuste PMI-Daten in Europa bestätigt wurde) und das nach wie vor verhaltene Lohnwachstum sollten ein deutliches Nachgeben der Margen verhindern. Die Gewinne könnten im Verlauf des nächsten Jahres noch von der Reform der Körperschaftssteuer in den USA profitieren.

In Europa haben unterdessen 380 Unternehmen aus dem Stoxx 600 Gewinnzahlen vorgelegt. 55 Prozent konnten die Erwartungen übertreffen. Bei den Umsätzen übertrafen 58 Prozent die Erwartungen. Das Gewinnplus gegenüber dem Vorjahresquartal liegt bei 13 Prozent und bei den Umsätzen von 7 Prozent.

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