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Gold Bis zu 65 Prozent Plus bei Fonds für Minenaktien

Gastautor: Dieter Fromm
30.08.2017, 12:24  |  2172   |   |   

Seit Jahresbeginn bewegt sich die europäische Gemeinschaftswährung auf Rekordniveau gegenüber dem US-Dollar. Für Euro-Anleger ist daher der Anstieg beim Goldpreis leicht zu übersehen. Dabei hat das Edelmetall eine wichtige Marke durchbrochen. Auch Fonds für Minenaktien haben ihre Aufholjagd längst begonnen.


Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis stark gestiegen. (© psdesign1)

Warum Indien jetzt Gold aus Südkorea importiert


Allein in diesem Monat werden bis zu 25 Tonnen Gold aus Korea nach Indien eingeführt. Im Juli waren es zwölf Tonnen, berichtet die Internetseite Goldreporter. Grund dafür ist die eigentlich nachteilige Einführung von drei Prozent Mehrwertsteuer auf Goldkäufe im Hauptabnehmerland für Goldschmuck, wo sich die Nachfrage im ersten Halbjahr auf Rekordniveau bewegte. Jetzt versuchen findige Händler den Steuernachteil zu kompensieren und bieten Ware ohne Importsteuer an. Denn diese zehnprozentige Abgabe entfällt beim Handel mit Ländern, die ein Freihandelsabkommen mit Indien geschlossen haben. Und dazu zählt Südkorea. Denn der Bedarf scheint groß.

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Gute Nachrichten für Goldbesitzer. Auf US-Dollar-Basis ist der Goldpreis seit Juli im Aufwind und hat die wichtige 1.300 US-Dollar-Marke durchbrochen. Ist diese Hürde geschafft, besteht charttechnisch gesehen Rückenwind - trotz einer Weltwirtschaft mit derzeit anziehender Weltkonjunktur.

Krisenmetall kontra Konjunkturerholung
 

Gold ist ein Krisenmetall, das immer, wenn die Wirtschaft erschüttert wird, zulegt. Geht es hingegen tendenziell aufwärts, verliert das Edelmetall an Wert. So legte der Goldpreis zu Beginn der Finanzkrise im September 2008 bis August 2011 von 871 auf 1.827 US-Dollar zu. Danach ging es an den Aktienmärkten aufwärts und beim Gold erst einmal bergab.

Doch derzeit nimmt die Weltkonjunktur an Fahrt auf, berichten die Welthandelsorganisation (WTO) und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) unisono: Insbesondere in Deutschland konnte das „DIW-Konjunkturbarometer“ im Vorjahresvergleich zulegen. Auch eine Überhitzung sei nicht in Sicht. Und die WTO zeigt: Die Export-Auftragseingänge sind seit Ende 2016 weltweit stark gestiegen.

Bei Markterschütterungen sind hohe Renditen in Sicht
 

Eigentlich also ein schwieriges Pflaster für den Goldpreis. Doch: "Langfristig ist das Gold getrieben durch die expansive Geldpolitik der Fed und der EZB, die in einer massiven Geldentwertung enden sollte", sagt der erfolgreiche Buchautor und Vermögensverwalter Marc Faber. Die globale Konjunkturerholung der Märkte sei sehr schwach. Der steigende Berg von unbesicherten Schulden sorge für eine steigende Gefahr. Finanzkrisen wären vorprogrammiert.

Durch eine Diversifikation in Anlagen wie Gold hätten Anleger gegenüber ihren Nachbarn einen Vorteil, wenn die Stunde der Wahrheit schlage. "Man selbst verliert dann vielleicht 50 Prozent seines Vermögens, während der Nachbar 100 Prozent Minus hinnehmen muss", so Faber.

Die meisten Vermögensverwalter raten daher dazu, etwa zehn Prozent des Vermögens in Gold zu investieren. Faber, als ewiger Pessimist auch Dr. Doom genannt, rät dazu, 20 bis 30 Prozent der Mittel in physisches Gold zu investieren - also Barren und Münzen zu kaufen.


Günstiger Einstieg für Euro-Investoren
 

Der Euro hat seit Jahresbeginn im Vergleich zum US-Dollar stark zugelegt. Erhielten Anleger für einen Euro Anfang Januar 1,046 US-Dollar, sind es Ende August 1,193. Wer sich daher den Goldpreis auf Euro-Basis ansieht, stellt fest: Anders als der Goldpreis in US-Dollar ist Gold auf Euro-Basis seit Jahresbeginn leicht gesunken.


Für Anleger in der Euro-Zone ist es derzeit lohnenswert in Gold zu investieren. (© v.poth)

Euro-Anleger können also noch relativ günstig einsteigen. Zudem können Risiken wie eine mögliche kriegerische Auseinandersetzung der USA mit Nordkorea als Preistreiber für Gold wirken. Denn in solchen Zeiten sichern sich viele Investoren mit physischem Gold ab.


65 Prozent Plus seit Jahresbeginn bei Goldminenfonds
 

Die Aktien der Minengesellschaften, die Goldfonds kaufen, bewegten sich im Juli stabil seitwärts. "Dennoch neigt der Markt momentan noch eher zur Schwäche. Verhaltene Unternehmensergebnisse werden mit Kurseinbrüchen bestraft und gute Ergebnisse werden nicht wirklich mit Kurssteigerungen honoriert. Das ist ein Signal dafür, dass aktuell keine Investitionsbereitschaft im Markt vorhanden ist", sagt Martin Siegel, Manager der Stabilitas-Fonds.

Erste Portfolios melden wieder ansehnliche Renditen. Privatanleger können mit Fonds von dieser Entwicklung profitieren. Doch Vorsicht: Goldminenaktien bewegen sich mit einem Hebel auf den Goldpreis nach oben und nach unten. Steigt also der Goldpreis um eins, sind erheblich höhere Gewinne  möglich. Doch auch kleinere Verluste bei der Edelmetallnotierung können erhebliche Nachteile für Minenaktien haben.

Derzeit besteht ein Vorteil, berichtet Siegel. Für die Minengesellschaften lohnt es sich erst ab einem Goldpreis von 1.700 bis 1.800 US-Dollar neue Minen zu bewirtschaften. Bis dahin bleibt das Edelmetall also knapp.

Goldminenfonds im Vergleich

*1 = Augsburger Aktienbank, 2 = comdirect, 3 = DAB BNP Paribas, 4 = DWS, 5 = ebase, 6 = FFB, 7 = Fondsdepotbank, 8 = Metzler Fund Xchange

**Dieser Fonds hält ein Vier- oder Fünf-Sterne-Rating von Morningstar.

Bitte beachten Sie folgende Hinweise: Die Vergangenheitsperformance ist keine Prognose für die Zukunft. Alle Information wurden von der moneymeets-Redaktion sorgfältig recherchiert. Die angegebenen Innenprovisionen und die davon abhängigen Vorteile können sich verändern. moneymeets übernimmt keine Haftung für die Vollständigkeit, inhaltliche Richtigkeit und Aktualität der Informationen.                            

Quellen: Morningstar; moneymeets.com/fonds-finder (Stand: 28.8.2017)

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