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Altersvorsorge Das Armutsrisiko der Normalverdiener

Gastautor: Dieter Fromm
01.09.2017, 10:27  |  1479   |   |   

Ob im Bau, in der Pflege oder als Erzieher: Vielen Vollzeitbeschäftigten droht nach 40 Jahren Arbeit Altersarmut, wenn sie sich allein auf die gesetzliche Rente verlassen. Die Hans-Böckler-Stiftung warnt daher vor einer weiteren Absenkung des Rentenniveaus. Wie Erwerbstätige systematisch Chancen bei der Altersvorsorge nutzen: Bei der gesetzlichen Rente, der betrieblichen Vorsorge, mithilfe von Förderungen oder privat.


Unbeschwert in Rente gehen - vielen Normalverdienern ist das nicht gegönnt. (© Halfpoint)

Auch wer ein Leben lang arbeitet, kann im Alter armutsgefährdet sein, zeigen Berechnungen der Hans-Böckler-Stiftung, die sich in einer aktuellen Studie mit der geplanten Absenkung des Rentenniveaus in Deutschland beschäftigt.

Das Rentenniveau vor Steuern ist die zentrale Maßzahl für die Leistungen der deutschen Rentenversicherung. Es gibt das Verhältnis einer Standardrente zum Durchschnittsentgelt an. Und der Standardrentner ist dieser schwer zu findende Mensch, der 45 Jahre lang ohne Unterbrechungen exakt zum Durchschnittsgehalt arbeitet und entsprechende Sozialabgaben bezahlt. Dafür erhält er pro Jahr einen Entgeltpunkt in der Rentenversicherung. Das Sicherungsniveau liegt für ihn bei derzeit 48,2 Prozent (2017) und soll bis 2045 auf 41,7 Prozent absinken.

Die Folge: Es wird zukünftig schwieriger, allein mit der gesetzlichen Rente Schwellenwerte wie Armutsgefährdung oder Grundsicherung zu überschreiten.

Mindestlöhne und voraussichtliche Bruttorenten
 

Quelle: Studie Hans-Böckler-Stiftung, WSI 2017: "Das Rentenniveau in der Diskussion"

Relevante Schwellenwerte für Alleinstehende: Armutsgefährdung 2015: 942 Euro, Grundsicherung 2015: 747 Euro monatlich

Eine Absenkung des Rentenniveaus verschärft die Lage
 

Bis 2045 soll das Rentenniveau auf 41,7 Prozent sinken. Das bedeutet der Standardrentner, der 45 Jahre durchschnittlich verdient hat, bekäme dann nicht mehr 47,7 Prozent seines letzten Bruttoeinkommens, sondern 41,7 Prozent. Diese Maßnahme würde tausende, die sich allein auf die gesetzliche Rente verlassen, in die Armutsgefährdung treiben, zeigt folgende Tabelle.

Wenn das Sicherungsniveau auf 41,7 Prozent fällt
 

Lesehilfe: Eine Beschäftigte, die 45 Jahre ein Einkommen entsprechend TVöD SuE (Erziehung) S8a Endstufe bezogen hat, würde im Jahr 2015 eine Nettorente von 1.456,13 Euro erhalten. Würde bereits das prognostizierte Sicherungsniveau vor Steuern des Jahres 2045 (41,7 %) gelten, betrüge der Rentenzahlbetrag 1.272,96 Euro – jeweils vor Steuern.

Quelle: Studie Hans-Böckler-Stiftung, WSI 2017: "Das Rentenniveau in der Diskussion"

Relevante Schwellenwerte für Alleinstehende: Armutsgefährdung 2015: 942 Euro, Grundsicherung 2015: 747 Euro monatlich

Der Kluge sorgt vor

Die Studie wird die Debatte um höhere Mindestlöhne anregen. Denn beim derzeitigen Rentenniveau muss ein Rentner mit 45 Beitragsjahren durchschnittlich 11,42 Euro in der Stunde verdienen, um überhaupt eine Rente auf Grundsicherungsniveau zu erhalten. Der notwendige Stundenlohn, um in 35 Jahren die Armtsgefährdungsschwelle hinter sich zu lassen, läge bei 14,40 Euro, errechneten die Experten. Bei einer Absenkung des Rentenniveaus wären bei 45 Jahren Lebensarbeitszeit sogar mindestens 16,47 Euro nötig. Doch eine solche Erhöhung scheint politisch und wirtschaftlich schwer durchsetzbar.

Der Kluge nimmt daher sein Schicksal in die Hand und sorgt vor - mithilfe von Förderungen, Betriebsrenten und privaten Fondssparplänen. Erstellen auch Sie Schritt für Schritt Ihren persönlichen Plan für die Altersvorsorge:

1) Checken Sie Ihre Rentenansprüche

2) Bestimmen Sie Rentenlücke und Sparziel

3) Erfahren Sie, wann es sich lohnt, Versicherungszeiten nachzukaufen oder länger zu arbeiten

4) Spannen Sie Ihren Arbeitgeber ein

5) Nutzen Sie Förderungen

6) Und finden Sie optimale Produkte für die private Altersvorsorge
 

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