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Sanfte Warnung Bundesbank und BaFin: Erhöhte Risiken durch Wohnimmobilienkredite

31.08.2017, 13:37  |  4628   |   |   

Die steigenden Immobilienpreise sorgten in den vergangenen Monaten für Spekulationen um eine Blase. Von verschiedensten Institutionen wurde eine Blasenbildung jedoch verneint. Bei den Immobilienkrediten sind allerdings Veränderungen zu verzeichnen. 

Dr. Andreas Dombret, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, sagte bei seiner gestrigen Präsentation zur Vorstellung der Ergebnisse der Niedrigzinsumfrage von Bundesbank und BaFin in Frankfurt am Main in Bezug auf Wohnimmobilienkredite: "Wir sehen durchaus, dass Institute tendenziell bereit sind, höhere Risiken einzugehen." Zudem konnte beobachtet werden, dass Wohnimmobilienkredite in den Bankenbilanzen zunehmen, so Dombret. Und das gleich in zweierlei Hinsicht: Sowohl beim Gesamtvolumen, als auch bei der durchschnittlichen Kreditgröße.

Entwarnung gibt es vor einer Wohnimmobilienkreditblase, denn wie Dombret sagte: "Im Vergleich zum Euroraum in den frühen 2000er Jahren ist das (Kredit-)Wachstum noch vergleichsweise moderat". Dies liegt u.a an den straffen Vergabestandards und Kreditkonditionen. Nichtsdestotrotz kann beobachtet werden, dass "Institute bereit zu sein scheinen, Kredite gegen geringere Sicherheiten zu vergeben. In der Summe führt das zu einer erhöhten Risikoübernahme der Kreditinstitute", so Dombret. Immerhin wurde erfasst, dass der unbesicherte Teil bei Wohnimmobilienkrediten bei einem Drittel der Institute steigt.

Die alles entscheidende Frage lautet: Wie könnten Banken mit einem Einbruch der Immobilienpreise umgehen? Welche Auswirkungen hätte ein Preisabschwung auf der Verlustseite der Banken und ihrer Eigenkapitalquote? Bei einem Preisverfall von 30 bzw. 20 Prozent müssten die Banken große Verluste hinnehmen. Kleine und mittlgroße Banken müssten rund 12 Mrd. Euro an zusätzlichen Kapital aufbringen, um die Kernkapitalquote wieder auf das Ausgangsniveau zu heben, so Dombret. Somit konstatiert er, dass die Risiken, die von Wohnimmobilien ausgehen für Banken durchaus relevant sind.

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