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Deutsche Bank: Das wird nichts mehr

Gastautor: Holger Steffen
01.09.2017, 07:47  |  71426   |   |   

Es läuft derzeit nicht gut für die europäischen Banken, die Hoffnung auf eine schnelle Straffung der Geldpolitik ist verflogen. Aber besonders schlecht läuft es mal wieder für die Aktie der Deutschen Bank, und das hat individuelle Gründe.

Mitte letzten Jahres hat der EuroStoxx Banks Index einen dynamischen Aufwärtstrend gestartet. Die Rally wurde getragen von der Hoffnung, dass die EZB die Rahmenbedingungen für die Finanzinstitute langsam normalisiert.

Diese Hoffnung ist in den letzten Monaten etwas geschwunden, ablesbar an fallenden langfristigen Marktzinsen. Der Aufwärtstrend des Branchenindex ist daher ins Stocken geraten.

Schaut man auf den Jahreschart, so hat die Aktie der Deutschen Bank die Indexrally zunächst per Saldo mitgenommen. Nun hat sie sich aber abgekoppelt, und zwar nach unten. Der Zeitpunkt, seitdem die Schere auseinander geht, ist genau zu sehen: Seit Ende Juli, mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen der Deutschen Bank.

Das hiesige Spitzeninstitut verliert Marktanteile, vor allem im Investmentbanking, und droht international endgültig in die zweite Klasse abzurutschen. Die Hoffnung, dass das Management diesen Trend noch einmal drehen kann, liegt inzwischen bei Null – das zeigt der Aktienkurs.

Bleibt die Chance, dass der Vorstand die Geschäfte zumindest stabilisieren und die Ertragskraft etwas stärken kann. Die überwiegend eher skeptischen Analysten erwarten für das nächste Jahr immerhin einen Gewinn je Aktie von fast 1,50 Euro, daraus leitet sich ein günstiges Konsens-KGV von knapp über 9 ab.

Selbst, wenn die Deutsche Bank nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen kann, wäre sie damit ein Schnäppchen. Das Chartbild spricht allerdings im Moment klar gegen ein Investment, zunächst muss eine Bodenbildung abgewartet werden.

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