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Vorbemerkung zur EZB-Ratssitzung Jean-Claude Trichet: Die Euro-Rallye ist ein Problem aus den USA

04.09.2017, 10:01  |  12103   |   |   

Jean-Claude Trichet sagte, dass die EZB in einer schwierigen Lage sei, da der Kern des Problems aus den USA komme. Die zunehmende Euro-Stärke - kürzlich wurde die Marke von 1,20 Dollar durchstoßen - wirft Fragen über die zukünftige Geldpolitik in Europa auf.

Der ehemalige EZB Präsident Jean-Claude Trichet sagte am vergangenen Freitag im CNBC Interview, dass die Europäische Zentralbank mit dem starken Euro ein großes Problem habe und es stammt aus den USA. Somit stellt sich die Frage nach den nächsten finanzpolitischen Schritten der EZB. Die EZB strebte bislang eine Erhöhung der Kerninflation an, jedoch behindert eine starke Währung dieses Ziel. Zudem sorgt eine anziehende Realwirtschaft für die Stärke des Euros, so Trichet.

Trichet macht folgende Beobachtungen: "Angesichts der gegenwärtigen Probleme innerhalb der US-Regierung und den Schwierigkeiten, wenn es um neue Investitionen, Steuern usw. geht, kommen aus diesem Bereich einige nicht zu unterschätzende Faktoren für die aktuelle Währungssituation. Generell ist zu beobachten, dass derzeit der Dollar gegenüber allen Währungen eher schwach ist, während der Euro gegenüber allen Währungen sehr stark ist, so Trichet. 

Die US-Notenbank hatte in diesem Jahr damit begonnen, den Leitzins anzuheben und angekündigt, die Geldpolitik zu normalisieren. Derzeit schwindet jedoch das Vertrauen und die Zuversicht der Investoren auf die angekündigten Steuererleichterungen und großen Infrastrukturinvestitionen der Trump-Regierung. Zudem haben die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und Nordkorea die Märkte beunruhigt. Aus diesem Grund wird nach sicheren Optionen gesucht - darunter auch der Euro. 

Die EZB wird am Donnerstag zur Ratssitzung zusammenkommen. Anleger erwarten durchaus, dass Mario Draghi etwas zur Stärke des Euros sagen wird und einige Hinweise auf die geldpolitischen Pläne gibt. Das Bankhaus Barclays hatte in einer Mitteillung am Freitag geschrieben: "Die EZB wird die Märkte voraussichtlich auf eine Ankündigung zur Verlängerung der QE vorbereiten, die womöglich im Oktober erfolgen könnte". Eine Drosselung der monatlichen Anleihekäufe von derzeit 60 Milliarden Euro werde er wohl nur andeuten, sagte Commerzbank-Volkswirt Michael Schubert. „Allerdings wird die EZB dabei sehr vorsichtig vorgehen und sich wohl bei jedem Schritt größtmögliche Flexibilität erhalten“, so Schubert. Denn die Notenbank wolle eine weitere Aufwertung des Euro verhindern.

Trichet warnt, dass Europa noch immer eine Geldpolitik braucht, die auf ein Wirtschaftswachstum durch eine Senkung der Zinsen basiert, da die Kerninflation deutlich unter dem 2-Prozent-Ziel bleibt. Aus seiner Sicht sollten sich die politischen Entscheidungsträger darauf einstellen, dass die EZB auf das Bremspedal der geldpolitischen Stimuli treten wird. Trichet sagte: "Diese entgegenkommende Geldpolitik wird nicht ewig andauern. Alle Partner, der öffentliche Sektor und Anleger müssen sich auf eine Zeit nach der QE vorbereiten".

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Kommentare

und erst vor 12 Jahren wie wertlos war denn damals der Dollar 140 Dollar Cent für 1 EUR , ach ja
Jean Claude damals waren die Europäer wohl die Schuld und haben sich Ihren EUR immer wertloser gemacht , für intelligente Meldungen muss man unbedingt studiert sein ? ich kann so was auch ohne Studium behaupten !
Naja, der € stand vor ca. 9 Jahren schonmal knapp 35% höher zum US$ - also noch genügend Aufholpotenzial vorhanden - ich finden den aktuellen €-Kurs jedenfalls lange nicht angemessen!

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