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Teure Bildung US-Haushalte: Studentenkredite zweitgrößte Position

05.09.2017, 15:29  |  5613   |   |   

Ein Universitätsabschluss an einer der großen Universitäten in den USA kostet mehrere Tausend Dollar. Die Universitäten gleichen Unternehmen. Oftmals verschulden sich die Familien, damit die Kinder die besten Bildungschancen bekommen. Jedoch ist fraglich, ob der US-Arbeitsmarkt einen ROI überhaupt sichert.

Um die hohen Studiengebühren zu bezahlen, verschulden sich die privaten Haushalte - viele Bildungseinrichtungen haben in den vergangenen Jahren die Gebühren erhöht. Die Gesamtschulden der privaten Haushalte sind im ersten Quartal 2017 auf 12,7 Billionen Dollar gestiegen. Den Löwenanteil machten die Hypotheken für Immobilien aus - immerhin 70 Prozent. Auf der zweiten Position folgten die Studentenkredite mit 10,6 Prozent. Erst danach kommen Autokredite (9,2 Prozent) und Kreditkartenschulden (sechs Prozent).

Wie die Grafik sehr gut zeigt, sind die Immobilienkredite seit 2008 leicht rückläufig. Lediglich die Autokredite und Studentenkredite haben zugenommen. Die Studentenkredite machten 2008 nur fünf Prozent der Schuldenverteilung aus, während es nun 10,6 Prozent sind. Das Nachrichtenmagazin NZZ fragte in diesem Zusammenhang, ob die Schulden von Studenten eine neue Subprime-Krise auslösen könnten.

Wie die New York Times schrieb, haben die Studentenkredite vor allem Auswirkungen auf das Konsumverhalten. Darüber hinaus halten die Kredite junge Menschen davon ab, frühzeitig in Immobilien zu investieren.

Die Statistikbehörde der USA belegt, dass die jungen Erwachsenen besser ausgebildet sind als jede andere Generation, aber es fehlt an den finanziellen Mitteln für eine eigene Wohnung. Heute leben 27 Prozent mit einem Partner zusammen und 31 Prozent bei den Eltern, während 2005 immerhin 57 Prozent mit einem Partner zusammen wohnten, wie der Stern berichtete. Wie sieht es auf der Einkommensseite aus?

Erst im vergangenen Jahr waren die realen Median-Einkommen der US-Haushalte seit 2007 gestiegen. Jedoch verdienten die Amerikaner noch immer weniger als vor der Finanzkrise. Auch im Jahr 2017 kann keine Entspannung diagnostiziert werden, denn während die Einkommen im Juni stagnierten, legten sie im Juli um 0,4 Prozent zu.

Laut einer Studie der Ökonomen T. Piketty, E. Saez und G. Zucman haben in den 1980er Jahren die unteren Einkommensschichten vom wirtschaftlichen Aufschwung profitiert, während sich seit 2014 der Trend umgekehrt hat und am meisten diejenigen profitieren, die bereits zu den Spitzenverdienern zählten. Während Akademiker ihr Gehalt um jährlich 1,5 Prozent steigern konnten, lag der Prozentsatz bei den Spitzeinkommen zwischen drei und sechs Prozent.

Quelle: NYT.

Auch wenn die Einkommen seit 2016 teilweise ein positives Wachstum zeigen, steht der Anstieg der Löhne in keinem angemessenen Verhältnis zur Wirtschaftsentwicklung. Zudem sind gut 70 Prozent der Einkommensklasse von 50.000 bis 99.999 Dollar pro Jahr verschuldet und auch von denjenigen, die weniger als 50.000 Dollar pro Jahr verdienen, haben 73 Prozent private Schulden. Die stetig steigenden Lebenserhaltungskosten sind ein weiterer Punkt, der eine positive Haushaltsentwicklung blockiert. Somit werden die geringen Einkommenssteigerungen aufgezehrt und junge Menschen könnten zukünftig immer häufiger Schwierigkeiten haben, den Studienkredit zurück zu zahlen.  

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