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Sachwerte schlagen Geldwerte Benjamin Franklin: „Wer versagt sich vorzubereiten, bereitet sein Versagen vor.“

Gastautor: Friedrich & Weik
06.09.2017, 10:46  |  2951   |   |   

Die Frage, die uns am häufigsten von Zuhörern, Lesern und Kunden gestellt wird, lautet: Wie schütze ich mein Vermögen? Diese Frage ist absolut verständlich und in unsicheren Zeiten wie diesen wichtiger denn je. Viele Menschen, ob mit großem oder kleinem Geldbeutel, sind verunsichert und haben berechtigterweise Angst um ihr Geld.

Diese Unsicherheit ist während der Krisen der letzten Jahre kontinuierlich gewachsen. Auf der anderen Seite ist das Vertrauen in die Politik und die Finanzbranche weitgehend erodiert: unzählige Krisengipfel, unkoordinierte Aktionen der Politik und der Zentralbanken, Vorgänge wie beispielweise die Enteignung von Sparern durch historisch niedrige Zinsen, dazu immer größere Euro- und Bankenrettungspakete, Dehnung der EU-Verträge bis zum Anschlag, eine wachsende Unsicherheit, wer denn nun tatsächlich am Ende für wessen Schulden oder Verluste geradestehen muss, immer wieder neu aufflammende Krisenherde, die mit immer neuen exorbitanten Geldpaketen in die Zukunft verschoben werden, schließlich zahllose Manipulationsskandale in der Finanzbranche – all das lässt die Menschen mehr und mehr um ihre Ersparnisse bangen. Die wirtschaftlichen Eckdaten zeigen deutlich auf, dass die erforderliche Erkenntnis und Bereitschaft in Politik und Finanzwirtschaft zu notwendigen und drastischen Reformen nicht vorhanden ist. Im Gegenteil.

Vermögensschutz ist wichtiger denn je ist

Jedem Anleger muss bewusst sein: Die Zeiten fetter Renditen sind endgültig vorbei. Und wenn wir ehrlich sind, dann war es auch weniger ein Zeitalter fetter Renditen und mehr ein Zeitalter luftiger Renditeversprechen. Richtig Kasse gemacht haben im Börsenboom nur Profis und ein paar ausgebuffte Halbprofis. Schon immer galt die Faustregel, dass hohe Renditeversprechen mit entsprechend erhöhten Risiken verbunden sind. Gegenwärtig sind wir aber so weit, dass selbst Renditen leicht oberhalb der aktuellen Marktzinsen mit erheblichen Risiken verbunden sein können. Und wo liegt das aktuelle Zinsniveau? Genau: bei null Prozent. Oder darunter.

Die globale Schuldenorgie

Seit 2008 hat sich die globale Verschuldung von 100 auf 300 Billionen Dollar verdreifacht. Aus diesem Grund führen die Notenbanken der Welt gegenwärtig unser gesamtes Finanzsystem ad absurdum. Sie fluten „die Märkte“ mit Geld zum Nulltarif. Der Irrglaube dahinter: Schulden ließen sich mit immer neuen Schulden bezahlen. Die Folge: Wenn Sie nicht gerade auf Dispo shoppen gehen, dann bekommen Sie Geld nahezu zinslos geliehen. Staaten und Großkonzerne zahlen für ihre Anleihen auf dem Papier Zinsen. Am Rentenmarkt jedoch müssen Sie derzeit de facto oft Geld bezahlen, wenn Sie ihr Geld verleihen wollen.
Die Länder Südeuropas konnten – und können – sich trotz Rekordarbeitslosigkeit, Rekordverschuldung und vergleichsweise schwacher Wirtschaftsleistung sensationell günstig verschulden. Dafür verdienen einige Staaten Nordeuropas sowie etliche Konzerne mit Schuldenmachen inzwischen Geld. Als Kleinsparer bekommen Sie von Ihrer Bank bestenfalls Minizinsen unterhalb der Inflationsrate. Wer größere Summen auf einem Bankkonto parkt, wird dagegen heute in vielen Fällen zur Kasse gebeten.

Die wahre Krise kommt erst noch

Dieses historisch einmalige Notenbankexperiment einer gigantischen Geldschwemme zum Nulltarif wird für Sparer, Anleger und Bürger verheerende Folgen haben. Seit zehn Jahren kommen Weltwirtschaft und Weltfinanzsystem nicht wirklich aus der Krise heraus. Schlimmer noch: Die nächste große Krise wird kommen. Im Vergleich mit ihr wird die „Finanzkrise“ des Jahres 2008 wie ein leichtes Sommergewitter wirken. Und wir alle werden für die Folgen der gigantischen Misswirtschaft bezahlen müssen. Die Frage ist nicht, ob Sie als Anleger verlieren. Die Frage ist nur wann – und wie viel.

Die beliebtesten Kapitalanlagen

Die meisten Bürger haben ihre Altersvorsorge und ihr Vermögen auf gerade mal zwei Standbeine verteilt. Das eine Standbein gilt traditionell als Muster der Solidität: die selbst genutzte Immobilie, sei es als Häuschen im Grünen oder als Wohnung in der Stadt. »My home is my castle« sagen die Engländer. Der Zahn der Zeit mag an der Immobilie nagen wie an allem Menschenwerk, aber wenn man sie in Schuss hält, dann gilt ihre Wertbeständigkeit als gesichert. Der Glaube an den Grundbesitz ist bei den meisten Menschen fast so stark wie der Glaube daran, dass auch morgen die Sonne wieder aufgehen wird. Leider übersehen viele dabei zwei gewaltige Risiken. Zum einen das Risiko, dass eine Immobilie häufig über Kredite finanziert ist – unser Schuldgeldsystem nagt also unter Umständen auch am Fundament ihrer steinernen Zuflucht. Zum anderen, das mussten viele Amerikaner und Spanier in den zurückliegenden Krisenjahren schmerzhaft lernen, ist auch die Immobilie vom Sachwert zum Geldwert mutieren kann. Anders gesagt: Sie ist zum Spekulationsobjekt geworden, dessen Buchwert ebenso ins Wanken geraten kann wie der anderer Geldanlagen auch.

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1 Kommentare

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Kommentare

Also, bei einer Frage kann ich helfen:

"eine wachsende Unsicherheit, wer denn nun tatsächlich am Ende für wessen Schulden oder Verluste geradestehen muss, "

Am Ende wird für alles der deutsche Steuerzahler bezahlen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche...

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