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Egbert Prior Kann Rock Tech das Lithium rocken?

Gastautor: Egbert Prior
06.09.2017, 11:41  |  5274   |   |   

Vor knapp 20 Jahren trat André Kostolany in einem Werbespot für Audi auf. Sein legendärer Ausspruch „Denken Sie einmal über Aluminium-Aktien nach“  machte auf die zukünftige Bedeutung dieses Werkstoffes im Automobilbau aufmerksam. Heute müßte man das Kosto-Zitat umwandeln. In Zeiten der aufkommenden Elektromobilität würde der Börsenaltmeister vielleicht sagen: „Denken Sie einmal über Lithium-Aktien nach“. Das leichteste Metall kommt zum Beispiel in Computern oder Smartphones zum Einsatz. Viel größere Mengen werden allerdings für die Batterien von Elektrofahrzeugen benötigt. Im Tesla S stecken 51 Kilogramm! Schon in den letzten 15 Jahren hat sich der Lithium-Markt mehr als verdoppelt. Noch sind Elektroautos auf den Straßen aber eine Rarität, doch in wenigen Jahren könnten die Stromer einen Durchbruch erzielen. Schätzungen zufolge verdreifacht sich die Lithium-Nachfrage bis 2025. Derzeit arbeiten die wenigen Lithium-Produzenten in der Nähe ihrer Kapazitätsgrenzen. Der Lithium-Preis ist schon stark in Bewegung geraten und hat sich in den vergangenen zwei Jahren auf etwa 13.000 Dollar je Tonne verdreifacht. Lithium-Projekte, die längere Zeit auf Eis lagen, werden wieder interessant. Nehmen Sie Rock Tech Lithium. Das Explorationsprojekt steht unter deutscher Leitung, auch die größeren Aktienpakete liegen bei deutschen Investoren. Hauptprotagonist, Ankeraktionär und Chairman of the Board ist Dirk Harbecke, der sich zuvor u.a. beim Aufbau der börsennotierten pan-afrikanischen Finanzgruppe ADC einen Namen gemacht hatte. CEO und ebenfalls Ankeraktionär ist Martin Stephan, ein ausgewiesener Kenner der Bergbauszene. Gemeinsam treiben sie das Georgia Lake Lithium Project in der kanadischen Provinz Ontario voran. Auf Basis von historischen Daten und einem neuen Bohrprogramm gelang es Rock Tech, ein Lithium-Vorkommen gemäß dem kanadischen Standard NI43-101 nachzuweisen. Wenn man die Produktionskosten abzieht, schlummert in der kanadischen Wildnis ein Lithium-Schatz im Wert von schätzungsweise 1,8 Milliarden Dollar. Im Vergleich dazu erscheint die aktuelle Börsenbewertung wie ein Witz. Beim aktuellen Kurs, 68 Cent, beläuft sich die Marktkapitalisierung auf ganze 18 Millionen Euro. Freilich werden Explorationsprojekte typischerweise mit einem mehr oder weniger hohen Discount gehandelt. Denn bis es gelingt, die vermuteten 250.000 Tonnen Lithium aus dem Boden zu holen, müssen viele Hürden übersprungen werden. Die Risiken sind hoch, viele Projekte scheitern komplett. Erst muß zum Beispiel eine Machbarkeitsstudie erstellt werden und bis zum Produktionsbeginn – Rock Tech möchte den Minenbetrieb 2021 starten – sind hohe In-vestitionen erforderlich. Rock Tech müßte bis dahin mindestens 50 Millionen locker machen, während aktuell nur noch etwa 1,8 Millionen in der Kasse liegen. Ohne Kapitalerhöhungen wird das nicht gehen. Oder man findet einen potenten Partner – große Minengesellschaft, Batteriehersteller oder Autoproduzent. Eine aktuelle Analystenstudie hält die Aktie auf dem aktuellen Niveau für deutlich unterbewertet und nennt ein Kursziel von 1,47 Euro. Je nach Projektfortschritt wäre dann noch deutlich mehr drin. Fazit: Anlegern mit langem Atem winkt eine Kursvervielfachung. Die Aktie ist aber spekulativ.



2 Kommentare

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Kommentare

Mit welcher Mine arbeitet denn Rock Tech zusammen?

"Kidman Resource" hat jetzt einen mega Deal mit SQM gemacht :D
Sehr geehrter Herr Prior,
ich nehme zur Kenntnis, daß Sie sich anscheinend auf deutsche Aktien spezialisiert haben.

Trotzdem möchte ich meinen Favoriten Mass Metals vorstellen.
Bass hat im letzten Jahr das Management total verändert. Das alte MM ist raus und neue,
zupackende und kommunikative Manager sind jetzt dort tätig.

Dies haben gute Beziehungen ín Madagaskar, haben dort schnell Graphite- und Lithiumprojekte
akquiriert. Dann die Projekte in Australien aus meiner Sicht nahezu verschenkt, da man sich auf Madagaskar konzentrieren will.

Bass baut keine teuren Verarbeitungsanlagen, sondern hilft sich anders. Derzeit hat wohl die Produktion von 500t im Monat an Graphite begonnen. Abnehmer ist eine deutsche Firma in Lübeck, die zumindest 50% abnimmt. Die Jahresproduktion soll im Verlauf des nächsten Jahres auf 20.000tpa ausgebaut werden. Dann hat man trotzdem noch Ressourcen von deutlich über 20 Jahren und wird weiter bohren.

Ich habe mich hier zu Worte gemeldet, u.a., um Ihnen diesen Link zu geben, der heute bei Bass veröffentlicht wurde: http://nordic.businessinsider.com/swedish-battery-queen-explains-why-a-little-known-metal-will-knock-lithium-off-its-pedestal-2017-8

Bass hat auch Lithium. Der Abbau soll Anfang 2018 anfangen. Auch hier wird nicht verarbeitet, sondern vermutlich in Säcke abgefüllt, die dann ebenfalls verschifft werden. Gesamtkosten für Abbau und Versand werden von uns auf etwa 100 USD/t geschätzt, an Erlös werden etwa 300USD/t geschätzt. Leider wissen wir nicht, wieviele t im Jahr möglich oder angestrebt werden.
Isi

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