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E-Autos Neuer Nissan Leaf: Angriff auf Teslas Model 3?

07.09.2017, 10:25  |  30438   |   |   

Nissan hat eine überarbeitete Version des Nissan Leaf der Öffentlichkeit präsentiert. Das neue Elektroauto von Nissan wird trotz seiner eingeschränkten Reichweite als eine ernstzunehmende Konkurrenz zu Teslas Model 3 gehandelt. 

Der neue Leaf, der ab dem zweiten Oktober in Japan und anderswo zu Beginn des neuen Jahres zum Verkauf steht, konnte seine Reichweite im Vergleich zum Vorgängermodell dank einer größeren vierzig Kilowatt Batterie, laut Schätzungen der US-Umweltbehörde von 108 Meilen (rund 170 Kilometer ) auf 150 Meilen (rund 240 Kilometer), erhöhen. Preislich startet der neue Leaf bei 3,15 Millionen Yen, was umgerechnet rund 29.0000 US-Dollar entspricht. 

Doch trotz aller Fortschritte - sportliches Facelift und  Park- und Spurhalteassistenten - sagen Analysten, dass die Reichweite des Leafs und anderer Elektroautos bisher noch unzureichend ist, um eine Vielzahl von Autofahren zum Kauf eines E-Autos zu bewegen. Dies gilt besonders für die USA, wo sich die Benzinpreise auf einem historisch niedrigem Niveau befinden. Deshalb haben Elektroautos wohl dort eher einen Reiz für wohlhabende und umweltbewusste Autofahrer. Laut der Internationalen Energieagentur waren 2016 weltweit lediglich knapp über 2 Millionen Elektroautos registriert, was nur einem Bruchteil der mehr als 80 Millionen verkauften konventionellen Autos entspricht.

Janet Lewis, Leiter für Mobilitätsforschung in Asien von Macquarie Securities, sagte: „Solange wir keine deutlichen Verbesserungen in Sachen Reichweite und/oder höhere Benzinpreise haben, werden Elektroautokäufer aus Gründen des Umweltschutzes oder aus Altruismus E-Autos kaufen. Es ist immer noch ein wirklicher Nischenmarkt.“ Laut Experten sei eine Reichweite von 250 Meilen (knapp über 400 Kilometer) oder mehr bei einem Preis von ca. 30.000 US-Dollar nötig, damit E-Autos eine wirkliche Chance am Massenmarkt hätten. 

Die Reichweite des Leaf liegt unter den 220 Meilen der Basisversion des Modell 3 von Tesla, das der erste Vorstoß im Bereich der bezahlbaren E-Autos von Tesla ist. Der Chevrolet Bolt von General Motors, der seit dem letzten Jahr zum Verkauf steht, hat eine Reichweite von 283 Meilen (knapp über 450 Kilometer) bei einem Preis von rund 37.000 Dollar.

Nissan war einer der ersten Autohersteller, der mit dem Leaf schon 2010 ein Elektroauto für den Massenmarkt produzierte. Der Leaf wurde dabei zum meistverkauften E-Auto. Der Leaf und der Zoe, das von Renault entwickelte Tochtermodell, dominieren den globalen Markt von Mittelklasse E-Autos, betrachtet man den kumulierten Umsatz. Seit dem Tesla auch auf dem Markt für Mittelkasse E-Autos vertreten ist „muss Nissan nicht nur bei der Batterie-Reichweite, sondern auch im Bereich des Autonomen Fahren mit anderen Herstellern konkurrieren“ so der Geschäftsführer der auf den Automobilsektor spezialisierten Unternehmensberatung Carnorama.

Quelle:
Dieser Text basiert auf dem Artikel „Nissan’s Revamped Leaf is Like a More Affordable Tesla 3“ von Fortune.com 

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7 Kommentare

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Kommentare

https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/ehefrau-von-ex-nis…

=>
... Die Frau des ehemaligen Nissan-Chefs Carlos Ghosn klagt über dessen Haftbedingungen in Japan. In einem Reuters vorliegenden neunseitigen Brief an den Chef der örtlichen Organisation der Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch kritisiert sie dessen "harte Behandlung".

Sie bat um eine Untersuchung. Ihr Mann sitze in einer ungeheizten, sieben Quadratmeter großen Zelle und habe seit seiner Festnahme mehr als sieben Kilogramm an Gewicht verloren. Auch werde Ghosn täglich stundenlang verhört.

Der Asien-Direktor der Menschenrechtsgruppe, Brad Adams, erklärte kürzlich in der Online-Ausgabe von "The Diplomat", Ghosn sollte keine Vorzugsbehandlung bekommen. "Aber wenn Japan seinem Ruf als eine der fortschrittlichsten Demokratien der Welt gerecht werden will, muss es das Strafjustizsystem modernisieren", fügte er hinzu...



=> Obacht bei "Sonnenkönig-Sein" in fremden Ländern

--> bestrafe einen, erziehe hundert
11.1.
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/personalien/carlos…

=>
...Die Staatsanwaltschaft erhob am Freitag zwei neue offizielle Anklagen gegen den 64-jährigen Automanager, womit sich seine U-Haft erneut verlängert. Seine Anwälte beantragten zwar die Freilassung gegen Kaution - haben aber wenig Hoffnung, dass ihr Mandant bis Prozessauftakt Anfang März freikommt.

Ghosn war am 19. November festgenommen worden, am 10. Dezember wurde die erste offizielle Anklage erhoben. Laut Staatsanwaltschaft hat Ghosn in den Jahren 2010 bis 2015 ein zu niedriges Einkommen beim Autobauer Nissan deklariert, wo er lange Vorstandschef und bis kurz nach seiner Festnahme noch Verwaltungsratschef war. Zudem soll er sich persönlich an Firmenkapital bereichert haben.

Kurz vor Weihnachten kam der Vorwurf der Ermittler hinzu, Ghosn habe persönliche finanzielle Verluste auf Nissan abgewälzt. Die U-Haft wurde daher bis 11. Januar verlängert. Nun erweiterte die Staatsanwaltschaft die offizielle Anklage um zwei Punkte:

-- Ghosn soll sein Einkommen auch von 2015 bis 2018 zu niedrig angegeben

-- Der Manager soll zudem mit der Abwälzung eigene Verluste aus Devisenabsicherungsgeschäften während der globalen Finanzkrise 2008 auf Nissan abgewälzt haben. Damit hätte er sich des schweren Vertrauensmissbrauchs schuldig gemacht
...
Zitat von faultcode: ...--> ich glaube eher an ein Komplott: die wollten den Alten endlich loswerden...

=> so ist das:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/nissan-soll-von…

=>..
Die Prüfungsgesellschaft von Nissan hat einem Insider zufolge wiederholt Zahlungen an den in Haft sitzenden ehemaligen Chef Carlos Ghosn in Frage gestellt. Die japanische Tochter von Ernst & Young, EY ShinNihon, habe vor etwa fünf Jahren mehrfach das Management des japanischen Autobauers auf Käufe von Luxushäusern im Ausland zur privaten Nutzung von Ghosn sowie ihm übertragene Aktienbezugsrechte aufmerksam gemacht.

Nissan habe jedoch betont, dass sowohl die Transaktionen als auch die Rechnungslegung in Ordnung gewesen seien, sagte die mit dem Vorgang vertraute Person am Mittwoch...
..das hat schon fast "VW-Charakter" :D (wenn wahr - ist natürlich wahr...)


So soll Carlos Ghosn Nissan ausgenommen haben
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/nissan-carlos-ghosn-1…

=>
...Der 64-Jährige kaufte auf Nissans Kosten eine private Luxuswohnung an der Copacabana in Rio de Janeiro. Auch in Paris, Amsterdam und Beirut erwarb er Luxusimmobilien, für die Nissan mindestens 15,5 Millionen Euro zahlte.

Ghosns Arbeitgeber übernahm auch die Renovierung und den Unterhalt der Wohnungen, obwohl Nissan in Beirut keinerlei namhafte Geschäftsinteressen hat. Weiter rechnete Ghosn jährlich mehrere 100 000 Euro für Privatreisen und -essen mit seiner Familie über Spesen ab.

Im Jahre 2010 ließ er Nissans Budget für die Vorstandsgehälter von 15 auf 23 Millionen Euro anheben, erhöhte die Löhne seiner Kollegen jedoch kaum, sondern steckte das Geld lieber selbst ein. "Ein teurer Costcutter", spottete die Wirtschaftszeitung Nikkei. In Japan wird der gebürtige Brasilianer mit auch libanesischer und französischer Staatsangehörigkeit wegen seiner brutalen Sanierung von Nissan vor 18 Jahren so genannt.

Architekt des Betrugs mit den Wohnungen war der Amerikaner Greg Kelly, bisher ebenfalls Top-Manager bei Nissan, der wie Ghosn am Montagabend festgenommen wurde. Nach inoffiziellen Berichten aus Juristenkreisen sollen beide jede Schuld abstreiten.

Das Geld für Ghosns private Anwesen kam von einem Anlagefonds, den Nissan schon 2010 mit einem Startkapital von sechs Milliarden Yen schuf, etwa 46 Millionen Euro. Offiziell wollte Nissan damit in Start-ups investieren, es gab aber keine Hinweise, dass das geschehen ist.

Allianzpartner Renault ist am Fonds nicht beteiligt. Die Beteiligungsfirma sitzt in den Niederlanden.


...
Anders als in ähnlichen Fällen, in denen japanische Konzerne Zeit hatten, Beweise zu vertuschen, ist es der Justiz am Montagabend gelungen, alle zu überrumpeln.

Sie griff an drei Orten gleichzeitig zu, so im Hauptsitz von Nissan in Yokohama und am Flughafen Haneda, wo Staatsanwälte und Polizisten auf Ghosns Privatjet warteten. Als die Gulfstream parkte, gingen sie an Bord, wo sie Ghosn fast drei Stunden verhörten und dann abführten. Dieses rasche entschiedene Handeln wurde möglich, weil Japans Justiz im Juni die Kronzeugenregelung einführte. Demnach kann die Staatsanwaltschaft einem Mittäter erhebliche Strafmilderung zusichern, wenn er zur Ermittlung mit der Justiz kooperiert. In diesem Falle ist ein leitender Manager der Rechtsabteilung von Nissan, ebenfalls ein Ausländer, der Kronzeuge.

Nissan seinerseits hatte nach den Skandalen um falsche Abgas- und Benzinverbrauchswerte intern einen Mechanismus für Whistleblower geschaffen. Den nutzte im Juni ein Mitarbeiter, um die vier Buchprüfer Nissans auf Ghosns Übergriffe aufmerksam zu machen.

In Tokio wird gerätselt, warum die Auditoren den Betrug in den zurückliegenden Jahren nicht selbst entdeckten. Im NHK-Fernsehen erklärte ein Experte, Ghosn habe interne Kritiker jeweils rausgeschmissen. Im Vorstand habe niemand es gewagt, ihm zu widersprechen...

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