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Klimaschutz Frankreich plant Ende der Förderung fossiler Energieträger

07.09.2017, 15:45  |  3140   |   |   

Frankreich sieht sich als internationaler Voreiter in Sachen Klimaschutz. Jetzt hat es einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der das Ende der Förderung fossiler Energieträger auf französischen Boden bis 2040 bedeuten würde. 2015 machte Frankreich bereits mit einem Energiewende-Gesetz sowie einem staatlichen Siegel für klimafreundliche Finanzprodukte Schlagzeilen. 

Laut dpa plant die französische Regierung bis 2040 die Förderung von Erdöl und Gas auf seinem Staatsgebiet zu verbieten. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde bereits am Mittwoch von Umweltminister Nicolas Hulot in einer Kabinettssitzung dem Ministerrat vorgestellt. 

Sollte das Gesetz tatsächlich verabschiedet werden, würden zukünftig keine neuen Erkundungsgenehmigungen für Erdöl und Gas vergeben. Alte Genehmigungen würden ab dem Jahre 2040 nicht mehr erneuert werden. Das geplante Gesetz soll für Frankreichs Festland, seine Überseegebiete sowie das Meer mit französischen Hoheitsstatus gelten. 

Trotzdem wäre das Gesetzt mehr symbolischer Natur, da in Frankreich nur sehr wenig Erdöl und Gas gefördert wird. Nur 1 % des nationalen Verbrauchs werden durch Eigenerzeugung gedeckt. Trotzdem hat das Gesetz eine wichtige Signalwirkung für andere Länder, die größere Erzeuger fossiler Energieträger sind. 

Laut New York Times könnte das Gesetz zudem Unternehmen, wie beispielsweise das französische Mineralölunternehmen Total, das Erkundungsgenehmigung in Französisch-Guayana besitzt, negativ beeinflussen. Das Unternehmen wollte sich hierzu bisher nicht äußern. Der größte Erdgas- und Erdölproduzent auf französischem Territorium ist das kanadische Unternehmen Vermilion Energy, das für rund ein Viertel der jährlichen Förderung in Frankreich verantwortlich ist.

Frankreich sieht sich in Sachen Klimaschutz als internationaler Vorreiter. So hat das Land bereits 2015 ein sehr ehrgeiziges Energiewende-Gesetz verabschiedet: Bis 2050 soll 75 Prozent weniger CO2 ausgestoßen werden als 1990 und bis 2025 soll der Anteil von Atomkraft bei der Stromerzeugung auf 50 Prozent fallen. Gleichzeitig soll der Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 auf 40 Prozent steigen. 

Im Zuge des französischen Energiewende-Gesetzes hatte das französische Finanzministerium zudem ein staatliches Siegel für besonders klimafreundliche Finanzprodukte herausgebracht. Das "Energy and Ecological Transition for Climate Label" wird dabei an Investments vergeben, die der Energiewende und/oder der sogenannten Green Economy dienlich sind. Für das staatliche Siegel können sich unter anderem Investmentfonds und Green Bonds bewerben. 

Frankreichs Gesetzesentwurf dürfte Klimaschützer wie z. B. die internationale Fossil Free Bewegung freuen. Diese warnt schon lange vor einer angeblichen Investitionsblase in fossile Brennstoffe, der sogenannten Carbon Bubble. So seien Investments in Kohle-, Öl- und Gasreserven massiv überbewertet, da aufgrund von gesetzlichen Klimaschutzregulierungen, wie dem französischen Gesetzesentwurf, ein Großteil der fossilen Reserven in Zukunft nicht geschürft werden dürfen. Dadurch würden Investments in fossile Energieträger massiv an Wert verlieren oder zu stranded assets werden. 

Beispiele für ein massives Divestment aus fossilen Energien gab es in der Vergangenheit bereits. So war es ausgerechnet der rund 865 Milliarden Euro schwere staatliche Pensionsfonds in Norwegen, der sein Vermögen primär mit der Erdölförderung gemacht hatte, der im Frühjahr 2015 seine Kohle-Investments zurückzog. Es bleibt also abzuwarten, ob wir aufgrund staatlicher Regulierungen, wie dem Französischen Gesetzesentwurf, in Zukunft vermehrt fossile Divestment-Bewegung erleben werden. Dem Klimaschutz wäre dies zu mindestens zuträglich. 

Quellen: 
dpa
New York Times: „France Plans to End Oil and Gas Production by 2040“. 
bloomberg: „France Plans to End Oil Output by 2040 With Exploration Ban“
gofossilfree.org
novethic:  „SRI: the french government creates official labels for financial products“

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