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Übernahmeangebot Kehrtwende – Wöhrl bietet bis zu 500 Millionen für Air Berlin als Ganzes

11.09.2017, 11:59  |  9788   |   |   

Nach dem der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl Anfang des Monats noch bekanntgegeben hatte nicht für den Pleiteflieger bieten zu wollen, kam nun die überraschende Kehrtwende: Laut dem Spiegel hat Wöhrl bereits am Sonntag per Fax ein Übernahmeangebot in Höhe von bis zu einer halben Milliarde Euro bei Air Berlins Insolvenzverwalter eingereicht.

Auf seiner Facebook-Seite veröffentliche Wöhrl die Details des Übernahmeangebots. Es gilt demnach für die gesamte Air Berlin Gruppe, wie sie zum 31. Dezember 2016 bestand. Die erste Tranche in Höhe von 50 Millionen Euro soll am Übergabetag bezahlt werden. Die restlichen Tranchen sind ergebnisabhängig und betragen insgesamt 450 Millionen Euro. Sollte Air Berlin weiterverkauft werden, erhalten die Mitarbeiter außerdem eine Gewinnbeteiligung in Höhe von bis zu 100 Millionen Euro. 

Wöhrl und seine Investoren bekunden in dem Angebot zudem Kooperationsbereitschaft: „AURUM / INTRO sind bereit, Anteile an der AURUM Project AG sowohl an Investoren, als auch an strategische Partner abzugeben. Bei Fluggesellschaften gilt dies vor allen Dingen dann, wenn diese auch Flugzeuge chartern und entsprechende Auslastungsgarantien geben.“ 

Wöhrl plant die Air Berlin als Ganzes zu erhalten. Gewinnbringende innerdeutsche Verbindungen sollen dabei weiter von Air Berlin betrieben werden. Die restlichen Flugzeuge sollen inklusive Besatzung und Wartung an Partner oder andere Luftfahrunternehmen verchartert werden. Die heutige Anzahl von Mitarbeiter soll beibehalten werden, da von einem Firmenwachstum ausgegangen wird. Bis zum Sommer 2018 gehen Wöhrl und sein Team zudem davon aus, dass man kostendeckend sei. 

Nach dem Bekanntwerden von Wöhrls Übernahmeangebot stieg der Kurs der Air Berlin Aktie am Montag morgen kurzfristig von 0,32 Euro auf fast 0,37 Euro.

Bis zum 21. September können Interessenten noch Angebote für Air Berlin abgeben. Als weitere Käufer werden laut dem Spiegel Lufthansa, Easyjet und Condor, der Berliner Unternehmer Alexander Skora, Nikki Lauda, Utz Claassen sowie der Logistikdiestleister Zweifracht gehandelt. Der Air-Berlin-Übernahmepoker bleibt also weiterhin spannend. 

Quellen: 
Der Spiegel: "Wöhrl bietet bis zu 500 Millionen Euro für Air Berlin"
Facebook: Hans Rudolf Wöhrl 

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