DAX+0,17 % EUR/USD-0,42 % Gold-0,52 % Öl (Brent)-0,03 %

Zinsanhebung und Geldvernichtung Die US-Notenbank löst einen Crash aus

24.09.2017, 10:55  |  1568   |   |   

Aktueller Martkkommentar von Markus Blaschzok für die GoldSilberShop.de GmbH

Die private US-Notenbank „Federal Reserve – FED“ machte am Mittwochabend ernst und kündigte nicht nur eine weitere Zinsanhebung für dieses Jahr an, sondern auch eine schrittweise Reduzierung ihrer auf 4,5 Billionen US-Dollar aufgeblähten Bilanz ab Oktober. Geld von fälligen Anleihen wird nun nicht mehr in andere Anleihen reinvestiert, was die Bilanz verkürzen und Zentralbankgeld dem Markt wieder entziehen wird. Anstatt wie bisher Geld zu drucken, wird sie vorhandenes Geld also vernichten.
 
Vor neun Jahren hatte die US-Notenbank FED bekanntgegeben Schrottanleihen am offenen Markt aufkaufen zu wollen und diese in ihre Bilanz aufzunehmen, um frisch gedrucktes Geld an das vor dem Kollaps stehende Bankensystem zu verteilen. Die Banken hatten die Einlagen der Kunden um ein Vielfaches verliehen, sodass sie ihr Eigenkapital um das Zwanzig- bis Vierzigfache gehebelt hatten, was schließlich zu einer Immobilienblase und letztlich zum Crash der Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008 führte. Es drohte eine Kettenreaktion im hochverschuldeten Bankensystem, das die Realwirtschaft mit in eine tiefe Depression gerissen hätte. Um ersteres zu verhindern, verteilte die US-Notenbank auf Kosten der Steuerzahler frisches Geld an die Banken, wodurch diese vor dem Bankrott bewahrt wurden. Nach diesem ersten sogenannten QE-Programm endete das dritte QE-Programm im Oktober 2014. Bis dahin hatte die FED die Geldbasis bereits fast vervierfacht, was der primäre Treibstoff für die Rallye am Gold- und Silbermarkt war.

 chart

Seit 2008 stieg die Geldbasis in den USA um 360 % an.

Die FED-Chefin Janet Yellen sieht die US-Wirtschaft in guter Verfassung, die Inflation weiter anziehen, Vollbeschäftigung am Arbeitsmarkt und den Wirtschaftsausblick aufgrund der Hurrikans nicht beeinträchtigt. Für 2018 prognostizierte Yellen sogar drei weitere Zinsanhebungen. Diese Aussagen waren völlig entgegen dem Marktkonsens – man hatte Zurückhaltung seitens der Notenbank erwartet. Der USD-Index schoss nach dem Zinsentscheid um einen Punkt auf 92,4 Punkte nach oben, während der Euro zum US-Dollar um 1,5 US-Cent einbrach. Der USD-Index ist kurz davor einen mittelfristigen Abwärtstrend zu brechen und beim Euro bahnt sich eine Umkehrformation an, die sich bestätigt, sobald der Euro zum US-Dollar auf 1,18$ fällt. Der Goldpreis verlor nach der Notenbanksitzung 20$ und Silber sackte um 40 US-Cent ab, was wir bereits erwartet hatten. 
 
Die US Notenbank beginnt ab Oktober mit dem Abzug von 10 Mrd. US-Dollar und steigert diesen Betrag monatlich um weitere 10 Mrd. Dollar, bis sie jeden Monat 50 Mrd. Dollar zurückführen wird. Die sogenannte „Normalisierung“ der Bilanz wird zu einer Reduktion der Geldmenge führen, was grundsätzlich ein deflationärer Prozess ist. Auf die Preise wirkt dies jedoch noch nicht deflationär, da die Zentralbank die Geldmenge in den vergangenen Jahren bereits um das Vierfache ausgeweitet hatte und diese Liquidität noch lange Zeit preissteigernd wirken wird. Bei einer Reduktion von 50 Mrd. Euro pro Monat würde die Normalisierung der Bilanz sechs Jahre dauern, doch soweit wird es nicht kommen, da Janet Yellen mit ihrer restriktiven Politik zuvor Blasen an den Märkten anstechen und damit neue Krisen auslösen wird, die sie dazu zwingen werden, die Druckerpresse wieder anzuwerfen.

Staat und Notenbanken sind Verursacher der Krisen

Seit über einer Dekade weisen wir auf den Zusammenhang zwischen Wirtschaftskrisen und dem Wirken der Banken sowie der Zentralbanken hin. Nach der Österreichischen Schule der Nationalökonomie sind diese die Verursacher nahezu aller Wirtschaftskrisen der Geschichte. Grundsätzlich gibt es keinen Grund, warum gesamte Volkswirtschaften in einer freien Marktwirtschaft nicht ständig und stabil wachsen sollten. In einer libertären Welt ohne Zentralbanken und ohne staatlichem Geldmonopol, in dem Geldbetrug ebenso wie andere Kapitalverbrechen verfolgt wird, sollte es keine Wirtschaftskrisen, Massenarbeitslosigkeit oder Rezessionen mit ihrem nettowohlfahrtsvernichtenden Charakter geben.
 
Die unheilige Symbiose zwischen dem Staat und seinem Geldmonopol, mit der eigentlich betrügerischen Mehrfachverleihung von Einlagen durch die Banken, sind die Ursache der Boom und Bust Zyklen, die fälschlicherweise als dem Kapitalismus inhärent betrachtet werden. Jedoch sind diese lediglich Symptome staatlich sozialistischer Eingriffe in den freien Markt (Kapitalismus) und folglich ein sozialistisches Problem.
 
Indem Banken das staatliche Privileg erhalten (sozialistisch) Einlagen mehrfach zu verleihen und so die Geldmenge über die Vergabe von Fiat Krediten um ein Vielfaches zu vermehren, senken diese die Marktzinsen auf ein unnatürlich niedriges Niveau. Da der Zins der Preis für die Vergabe von Kapitalgütern ist, sind die Folge aus künstlich niedrigen Zinsen Fehlallokationen in der gesamten Volkswirtschaft, die nicht nahhaltig sind. Haben die Banken die Geldmenge erst einmal auf ein untragbar hohes Maß ausgeweitet, beginnen die Zinsen – bedingt durch Inflation und/oder durch einen Anstieg der Risikoprämie – wieder zu steigen. Mit den steigenden Zinsen werden dann viele Unternehmungen, die sich zu niedrigen Zinsen rentiert haben, untragbar und es setzt eine dominoartige Bankrottwelle ein, die die gesamte Wirtschaft erfasst, Unternehmen zerstört, Massenarbeitslosigkeit verursacht, Wohlstand zerstört und auch die ein oder andere Bank mit deren Niedergang in einem Bank Run für ihren Betrug bestraft. So entstehen die regelmäßig wiederkehrenden Rezessionen, die seither dem freien Markt fälschlicherweise angelastet werden. Im folgenden Chart sehen Sie, wie steigende Zinsen immer letztlich zu Rezessionen geführt haben. Es bleibt anzumerken, dass nicht die Rezession der Fehler ist, sondern diese eine gesundende Bereinigung darstellt, während die künstlich niedrigen Zinsen, die die ungesunden Fehlallokationen im Aufschwung erst verursachen, das wahre Übel darstellen.

chart

Steigende Zinsen haben letztlich immer zu Rezessionen geführt.
 
Da viele Banken in den von ihnen selbst verursachten deflationären Rezessionen Bankrott gingen, haben sich diese eine Art Schutzschild für ihresgleichen über die Schaffung einer Notenbank überlegt. So gab es in der Geschichte der USA seitens der Banken mehrere Versuche Zentralbanken zu gründen, die jedoch von den freien Amerikanern vereitelt wurden. Erst in einer Nacht- und Nebenaktion gelang es den Banken letztlich am 23.12.2013 – einen Tag vor Weihnachten und während der Urlaubszeit im US-Kongress – die Mehrheit zu erlangen und so den Federal Reserve Act zu verabschieden. Von nun an gab es eine private Notenbank in den Händen von wenigen großen Banken, die im Falle einer Rezession den Privatbanken Geld geben (Bail Out) und diese so vor einem Bankrott schützen konnte. Bezahlt wurde dies dann über den Steuerzahler, der über die Inflationssteuer unmerklich enteignet wurde.
 
Dieser Prozess dauert bis heute an und erklärt, warum zum Wohle der Banken die EZB, die FED und die Bank of Japan seit der Rezession im Jahr 2008 unaufhörlich Geld drucken. Wer sich bis dato fragte, warum das Geld der EZB für Griechenland nicht bei den griechischen Bürgern, sondern bei den griechischen Banken landete, hat nun seine Antwort. Der folgende Chart zeigt noch einmal eindrucksvoll, wie stark die Notenbanken ihre Bilanzen und damit die Geldmenge seit dem Jahr 2008 ausgeweitet haben.

chart

Die Bilanzsumme von 4,5 Billionen US-Dollar wird ab Oktober langsam reduziert werden.

Die aktuell restriktive Geldpolitik der US-Notenbank wird langsam deflationär wirken und die Marktzinsen aufgrund eines höheren Angebots an Anleihen ansteigen lassen. Die Wirtschaftsentwicklung bzw. die Konjunktur in der westlichen Welt sind lediglich auf viel billigem Geld und somit auf Sand gebaut worden. Durch das Verteilen von aus dem Nichts geschaffenem Fiat-Money über die Notenbanken haben sich gigantische Blasen und Fehlallokationen in der Realwirtschaft und an den Finanzmärkten entwickelt. Nach einer erneuten, fast zehnjährigen Boomphase, ist es nun möglich, dass die US-Notenbank mit ihrem Wechsel der Geldpolitik diese Blasen anstechen wird und der Bust-Zyklus mit seiner Rezession oder gar Depression beginnen wird. Sollte die US-Notenbank ihren aktuellen Kurs fortsetzen und auch die EZB ihr Ankaufprogramm einstellen, so wäre es denkbar, dass in den kommenden zwei Jahren eine neue Rezession ausbricht. In fast allen Bereichen sehen wir aktuell Blasen. Die einzige Ausnahme: Der Edelmetallmarkt. Dieser wird politisch motiviert weiter am Boden gehalten. Die historisch unterbewerteten Edelmetalle bieten daher den idealen Schutz vor dieser aufziehenden, neuen, großen Weltwirtschaftskrise. Es stellt sich längst nicht mehr die Frage, ob diese Krise auf uns zurollen wird, sondern lediglich wie schnell uns diese treffen wird. Wir prophezeien, dass die Notenbanken der Welt in dieser kommenden Krise wieder ihre originäre Aufgabe der Rettung des Bankensystems nachkommen und wieder Unmengen an Geld über neue QE-Programme drucken werden. Der Markt wird dann realisieren, dass sich die westlichen Volkswirtschaften nicht erholt haben und alles nur noch schlimmer geworden ist, weshalb sie die Flucht in den sicheren Hafen der Edelmetalle ansteuern werden. Dann hat die Stunde der Edelmetalle geschlagen, die gegen die Papierwährungen und ihre Druckerpressen unaufhaltsam steigen und die reale Nachfrage nach diesen neue historische Hochs erreichen werden.

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer