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Fussballaktien: Chance oder Blase?

25.09.2017, 14:09  |  3762   |   |   

Am 4. August 2017 wurde der Brasilianer Neymar offiziell als Neuzugang des Pariser Fußballvereins Paris Saint-Germain vorgestellt. Die festgeschriebene Ablösesumme von 222 Millionen Euro an dessen alten Club, dem FC Barcelona, machten Neymar zum bis dato teuersten Spieler der Fußballgeschichte. Bei Fußballaktien gibt es auch Überraschungen. 

Anfang September fragte die Plattform Worldcrunch: Is the Soccer Market Bubble Ready To Burst? und deshalb lohnt ein Blick auf die Aktien der europäischen Fussballvereine. Die schlechte Nachricht vorab: Vom Pariser Verein Saint Germain können keine Aktien erworben werden. Die gute Nachricht: Es gibt 22 Fussballvereine, die an der Börse notiert sind.

In diesem Jahr gaben die fünf größten europäischen Vereine für Spieler mehr als fünf Milliarden Euro aus. Dies war ein extrem hoher Betrag, womit sich die Summe in den letzten fünf Jahren verdoppelte. Ein solcher Anstieg birgt in der Geschäftswelt oftmals das Risiko einer Blase. Wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, dann steigen die Preise. Dies gilt für Tulpen, Immobilien und auch Fußballspieler. Und wenn auf dem Markt dann noch Investoren/Käufer mit großen Budgets unterwegs sind und mehr und mehr ausgeben, kann der Anstieg schnell wie eine Inflationsspirale aussehen. 

Auf der einen Seite gibt es die großen Mannschaften mit ihren Geldgebern, die immer mehr Geld ausgeben, um Lücken zu schließen, während andere Vereine, wie der FC Porto, junge Spieler ausbilden und sie gewinnbringend weiterverkaufen. Anfang des Jahrtausends hatten die Portugiesen mit dieser Strategie an der Börse Erfolg und steigerten ihren Aktienkurs von 2,34 Euro auf zwischenzeitlich 4,39 Euro. Mittlerweile ist das Wertpapier des Vereins jedoch stark gefallen - liegt sogar unter einem Euro. 

Futebol Clube do Porto SAD

 

Eine Gesamtübersicht liefert der Stoxx Europe Football. Notierte der Index im Januar 1997 noch bei über 500 Punkten, hat er es dieses Jahr erstmals stabil über die Hundertermarke geschafft. Im September 2017 bewegte sich der Index auf einem 3-Jahres-Hoch mit 122 Punkten. 

STOXX Europe Football STXE Football EUR (Price)

Borussia Dortmund hat als einziger Bundesligist Aktien ausgegeben: Der Ausgabepreis beim Börsengang im Jahr 2000 betrug noch elf Euro. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der BVB den vorläufigen eigenen Zahlen zufolge den Umsatz von 376,3 Mio. Euro auf 405,7 Mio. Euro steigern können. Das ist ein Plus von 29,4 Mio. Euro oder rund 7,8 Prozent. Am 20. September 2017 hatte die Aktie ein neues 52-Wochen-Hoch erreicht und notiert aktuell bei 8,24 Euro.

Borussia Dortmund

Fußballaktien – das sind Wertpapiere ganz besonderer Art. Ihre Besitzer entscheiden oft mit Herzblut und nicht zwingend rational. Bei den Vereinen gestaltet sich die Situation etwas anders, denn wie die NZZ schrieb, geben die Clubs mehr Geld für neue Spieler aus, als mit dem Verkauf von Spielern eingenommen wird. Dies führt bei den meisten Clubs zu einer negativen Transferbilanz. Daneben sind die Vereine weniger daran interessiert, dass Fans Aktien erwerben, sondern Großaktionäre und institutionelle Anleger. Anleger müssen Wissen, dass bei Fußballaktien der Zufall eine größere Rolle als bei Papieren anderer Unternehmen spielt, sagte Thomas Hechtfischer, Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) gegenüber der Abendzeitung.

Hohe Ablösesummen und immer komplexer werde TV-Rechte dürfte es für Investoren immer schwieriger machen, die Entwicklung der Aktienkurse zu prognostizieren. Falls es tatsächlich eine Blase geben sollte, dann hätte ein Crash nicht unbedingt katastrophale Folgen. Es würde große Investoren treffen, aber nicht kleine Sparer.

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Kommentare

Dass bei Fußballaktien der Zufall eine größere Rolle als bei Papieren anderer Unternehmen spielt, sagte Thomas Hechtfischer,

Unsinn - Im Gegensatz zu anderen Aktien können die Vorstände auch sehr kurzfristig umsteuern, z.B. Spieler verkaufen - wenn sportliche Ziele nicht erreicht werden...

Was hat dagagen Fukushima (Energiebranche) für Folgen gehabt oder die spezielle Form der Dieselprüfung (Autobranche) durch die USA...oder waren das keine "Zufälle"

Entscheidend ist das Management - was entweder alle wissenschaftliche Erkenntnisse der Mitarbeiterführung und Markenführung z.B. berücksichtigt oder eher aus dem Bauch handelt.

Einzig die sehr geringe Auswahl an Fussabllaktien macht Investitionen sehr schwierig.
Zum Glück erfüllt Borussia Dortmund sehr viele Kriterien einer erfolgreichen Aktie -

Wobei die Frage ist - ob z.B. der HSV oder Frankfurt als echte Publikums AG nicht auch bessere sportliche Erfolg erzielt hätten.

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