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Gold Rohstoffexperte Denis Gartman: Goldpreis bei 1.400 Dollar innerhalb von Monaten

25.09.2017, 14:31  |  17585   |   |   

In einem Interview mit CNBC erklärte der Rohstoffexperte Gartman, warum er glaubt, dass beim Gold noch Luft nach oben ist: Die Politik des günstigen Geldes werde weiterhin von den Zentralbanken verfolgt, was sich positiv auf den Goldpreis auswirkt. Der Goldhunger der Inder stützt zudem den Preis des Edelmetalls.

Laut Gartman ist die Goldrallye noch nicht beendet: „In einem Jahren wird der Goldpreis deutlich höher sein als er momentan ist. Ich denke, dass wir 1.400 Dollar pro Unze sehen werden“, so Gartman. Dies würde ein Plus von etwa sieben Prozent verglichen zum momentan Goldpreis entsprechen.

Gold

Obwohl der Goldpreis letzte Woche unter 1.300 Dollar fiel und sich auch zum Wochenstart noch knapp unter der Marke befand, sieht Gartman keinen Grund zur Sorge: „Dies ist eine Korrektur, aber vergessen wir nicht, dass wir eine Rallye von 1.200 auf 1.370 Dollar hinter uns haben. Dass der Goldpreis jetzt auf knapp unter 1.300 Dollar gefallen ist, ist relativ belanglos“.

Gold gilt traditionell als sicherer Hafen für Investoren, die sich entweder vor Marktschwankungen oder (Hyper-)Inflation schützen wollen. Gartman betonte jedoch, dass er keinem der Lager angehöre: „Ich bin kein Verfechter des Goldstandards. Ich glaube nicht, dass das Ende der Welt droht. Ich glaube nicht, dass man Gold besitzen sollte, weil Staaten rund um den Globus kollabieren werden.“

Sein Grund Gold zu besitzen ist das günstige Geld der Zentralbanken: „Die Währungsbehörden verfolgen weiterhin einen expansiven Kurs“. Dadurch würden zentrale Währungen, wie der Euro und der Dollar, geschwächt: “In diesem Fall ist Gold die Währung, die am meisten profitiert“, so Gartman.

Erst vergangene Woche hatten die US-Währungshüter bekannt gegeben, dass der Leitzins unverändert bei 1,00 bis 1,25 % verbleiben werde, die US-Notenbank jedoch im Oktober diesen Jahres mit dem Abbau der aufgeblähten Bilanz beginnen werde (siehe hier). Trotzdem glaubt Gartman nicht, dass die angekündigte Bilanzschmelze der Fed sich negativ auf den Goldpreis auswirkt: „Das Ganze wird fünf bis sechs Jahre dauern. Dass ist nichts, was über Nacht passieren wird.“

Bereits im Dezember letzten Jahres hatte Gartman bei CNBC erklärt, dass Gold der Top-Rohstoff 2017 sei. Und tatsächlich ist der Goldpreis im Laufe diesen Jahres bereits um 13 Prozent gestiegen, während andere Edelmetalle, wie Silber und Platin, lediglich ein Plus von sechs und vier Prozent verzeichnen konnten.

Gartman argumentiert zudem, dass Gold in diesem Jahr sogar den vielleicht wichtigsten Aktienindex, den S&P 500, übertroffen hat. Dieser Fakt werde vielfach einfach übersehen, so Garman. Die Feststellung ist jedoch von besonderem Interesse, da Gold-Kritiker oftmals argumentieren, dass das Edelmetall keine Rendite abwirft und ein totes Investment sei.

Weitere Argumente für einen steigenden Goldpreis sind die seit Jahren schwelende Nordkoreakrise, denn Unsicherheit wirkt sich meist positiv auf den Preis von Edelmetallen aus. Erst Anfang des Monats hatte Nordkorea nach eigenen Angaben erfolgreich eine Wasserstoffbombe getestet.

Auch der indische Goldhunger, Indien ist eine der weltweit größten Gold-Importeure, könnten den Goldpreis weiter stützen. So sind laut der Export–Import Bank of India im Zeitraum von Januar bis Juni 2017 fast 71 Proznet mehr Golderze und -konzentrate nach Indien importiert worden, als im gleichen Zeitraum 2016. In den fünf Monaten von April bis August 2017 wurde Gold im Wert von 15 Milliarden Dollar nach Indien importiert. Physisches Gold wird in Indien traditionell als Geldanlage sowie als Hochzeitsgeschenk genutzt.

Fazit: Gold wird seiner Rolle als sicherer Hafen in unruhigen Zeiten gerecht. Indes hatte selbst eine Mehrwertsteuer von drei Prozent auf Gold und Goldschmuck, die am ersten Juli diesen Jahres in der indischen Union in Kraft trat, bisher keinen großen Einfluss auf den Goldhunger der Inder.

Quelle:

CNBC: "What, me worry? Commodities king Dennis Gartman sees gold surging to $1,400 within months

Department of Commerce India: „System on India‘s Monthly Trade“

RuMaS: "Indischer Goldhunger"

Times of India: "Impact of GST on gold and gold jewellery prices"

 

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Kommentare

Hallo ja das denke ich auch bei einer Zinserhöhung kommen die Staaten Probleme und ich glaube auch extrem die Schuldenländer wie Italien usw....

https://www.cash.ch/news/top-news/finanzrisiken-italiens-ban…

http://www.deutschlandfunk.de/ezb-niedrigzinspolitik-risikok…

Was meint ihr eigentlich müssten doch Länder wie Italien auf die Dauer bei steigenden Zinsen die Schulden nicht mehr tragen können.

Das müsste doch dem Goldpreis helfen oder? hoffe das wir 2018 zumindest die 1400-1500 Dollar Marke sehen...

Und bei einer neuen "Schuldenkrise" die 1900 Marke wieder anpeilen oder vllt noch höher eigentlich müsste es deutlich höher gehen den die Lage hat sich ja verschlimmert....
Die Zinsen werden wohl nicht erhöht werden, da sonst die westlichen Staaten Pleite sind. Das Geld drucken wird wohl auch nicht ewig gut gehen. Da die EU auch bereits and der Geldwäscheverordnung arbeitet wird der Focus auch sicher stärker auf Geld gerichtet werden !

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