Allianz, Swiss Life Deutschland, Zurich Deutscher Herold & Co: So stabil sind die deutschen Lebensversicherer

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Gastautor: Martin Brosy
29.09.2017, 12:28  |  6892   |   

Solvenzquoten für mehr Transparenz

Die Berichte der Lebensversicherer enthalten Angaben zum Risikoprofil, zur Geschäftsleistung, zur Kapitalausstattung sowie Governance-Kennzahlen. Eine zentrale Zahl in der EU-Richtlinie Solvency II ist die Solvenzquote. Sie gibt an, zu wie viel Prozent ein Unternehmen die Verpflichtungen gegenüber Versicherten und Kunden aus den Eigenmitteln decken kann – und zwar unter Annahme von extrem ungünstigen Bedingungen (aus Versicherungssicht). Diese Bedingungen betreffen beispielsweise die Zinssätze und die Entwicklung der Lebenserwartung. Wenn die Quote 100 Prozent beträgt, kann das Unternehmen seine Verpflichtungen erfüllen.

Beratungssoftware von Swiss Life Select erstellt persönliche Finanzgutachten

Für die Verbraucher hat die Solvenzquote eine besondere Bedeutung. Gerade bei Lebensversicherungen und privaten Rentenversicherungen ist der Anlagehorizont sehr lang. Die Kunden dieser Produkte wollen sichergehen, dass das Versicherungsunternehmen den eingegangenen Verpflichtungen auch dann nachkommen kann, wenn sich die äußeren Bedingungen ändern. Bei einer Quote von 100 Prozent ist genau das gegeben: Die Kunden können darauf vertrauen, dass sie die Leistung zum vereinbarten Zeitpunkt und in der vereinbarten Höhe erhalten. Diese Sicherheit ist für Kunden wichtig, die beispielsweise ihre Altersvorsoge planen. Die Berater von Swiss Life Select beispielsweise erstellen für ihre Kunden softwarebasierte persönliche Finanzgutachten.

Swiss Life Select als „Fairster Finanzvertrieb“ ausgezeichnet

Die Auswahl der passenden Finanzprodukte erfolgt aus einem von Swiss Life Select nach dem Best-Select-Prinzip geprüften Produktportfolio von über 150 Partnern aus den Bereichen Banken, Versicherungen, Bausparkassen oder Fondsgesellschaften. Eines von vielen Prüfkriterien ist die Solvabilität der Partner. Kundenbeziehungen funktionieren auf der Basis einer langfristigen Partnerschaft. Wenn der Versicherer nicht mehr zahlen kann, dann wird das Vertrauen der Kunden nicht nur zum Versicherer erschüttert, sondern auch zum Berater, der die Versicherungspolice vermittelt hat. Deswegen ist laut Swiss Life Select eine gründliche mehrstufige Prüfung von Partnern und Produkten nach quantitativen und qualitativen Kriterien wichtig. Übrigens: Swiss Life Select ist jüngst von „Focus-Money“ und dem Analyseunternehmen ServiceValue als „Fairster Finanzvertrieb 2017“ ausgezeichnet worden. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Telis Finanz und Bonnfinanz.

Swiss Life Deutschland erläutert Vergleichbarkeit

Zurück zum Thema Solvenz: Der Mutterkonzern von Swiss Life Select, Swiss Life Deutschland, weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass der Vergleich von Solvenzquoten zwischen Unternehmen sehr schwierig ist. Der Grund: Die Berechnungsweise ist nicht einheitlich vorgegeben. Die meisten Unternehmen nutzen zwar eine Standardformel, andere jedoch setzen auf ein eigenes Modell. Einfluss auf die Berechnung der Solvenzquote haben zudem Übergangsmaßnahmen und Volatilitätsanpassungen. Mit der eigenen Bedeckungsquote (ein anderes Wort für Solvenzquote) von 391 Prozent ist der Mutterkonzern von Swiss Life Select sehr zufrieden. „Die Solvency-II-Quote zeigt, dass wir unsere Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden auch bei anhaltend niedrigen Zinsen dauerhaft erfüllen können“, sagt Daniel von Borries, CFO und Interims-CEO von Swiss Life Deutschland.

Vergleich der Quoten auf dem deutschen Versicherungsmarkt

Der Versicherungsvermittler Policen Direkt hat aus den Pflichtberichten der Unternehmen zur Solvabilität und Finanzlage (SFCR) eine Liste der Solvenzquoten zusammengestellt. In der Tat zeigt die Auflistung eine große Bandbreite der Solvenzquoten. Der Wert reicht von 100 Prozent bei der Ergo Lebensversicherung bis hin zu 921 Prozent bei der Europa Lebensversicherung.

Hier die Quoten der Branchenführer:

  • Allianz Leben – 379 Prozent
  • R+V Leben – 410 Prozent
  • AachenMünchener Leben – 504 Prozent
  • Zurich Deutscher Herold Leben – 190 Prozent
  • Generali Leben – 169 Prozent

Auch hier ist zu sehen, dass die Unternehmen sehr unterschiedliche Werte aufweisen. Für ein Ranking oder eine Bewertung eignen sich die Abweichungen nicht. Die Geschäftsmodelle der verschiedenen Unternehmen sind sehr unterschiedlich, und damit auch die Risikobewertung. Dennoch ist die Bafin zufrieden. Die Aufsichtsbehörde sammelt die Berichte in Deutschland und wertet sie aus. Ihre Einschätzung: Grundsätzlich sei die Branche der Lebensversicherer gesund. Die Bafin geht davon aus, dass die Lebensversicherer in Deutschland auch Krisenszenarien überstehen können.



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