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Back to Stock Market Europas größter Börsengang 2017: Pirelli wieder an der Börse

02.10.2017, 14:38  |  8345   |   |   

Der Chemieriese Chemchina - aus dem Reich der Mitte - hatte vor zwei Jahren den italienischen Reifenhersteller übernommen. Für 7,4 Milliarden Euro gingen 65 Prozent von Pirelli an Chemchina. Nun kommt Pirelli zurück aufs Börsenparkett - ein Trost für die italienische Seele. 

Für den 4. Oktober 2017 ist die Rückkehr des traditionellen Reifenherstellers Pirelli an die Mailänder Börse geplant. Es sollen zwischen 35 und 40 Prozent der Aktien zum Kauf angeboten werden, wie das Nachrichtenblatt Luzerner Zeitung berichtete. Die Preisspanne lag bei 6,30 und 8,30 Euro je Aktie und mit einem prognostizierten Volumen von bis zu 3,3 Milliarden Euro könnte es der größte 2017er Börsengang in Europa werden.

Am Freitag teilte das Unternehmen mit, dass die Aktie mit 6,50 Euro starten wird. Bislang war der schweizerische Messtechnik-Hersteller Landis+Gyr mit 2,3 Milliarden Franken der größte Börsengang in Europa in diesem Jahr.

In Italien wird seit Tagen der Börsengang mit ganzseitigen Zeitungsanzeigen beworben, was zeigt, wie wichtig die Rückkehr des Reifenherstellers an die Börse für die italienische Seele ist. Das Unternehmen gehörte zu den Urgesteinen der Mailänder Börse. Es feierte sein erstes Börsendebüt bereits 1922.

Chemchina zeigt mit dem Börsengang, dass Staatskonzerne aus der Volksrepublik einen marktfreundlichen Ansatz für ihre Investitionen in Europa verfolgen. Unter ihrer Führung wurde die Verschuldung deutlich reduziert. Auch die Richtung stimmt, denn unter Chemchina hatte sich der weltweit fünftgrößte Reifenhersteller auf das obere Preissegment konzentriert. Mit Erfolg, denn Pirelli ist laut Handelsblatt mit einer operativen Umsatzrendite von 20 Prozent profitabler als die Konkurrenten Michelin und Conti. Zudem machte das Unternehmen im ersten Halbjahr einen Gewinn von 67,6 Millionen Euro und peilt bis 2020 ein jährliches Umsatzplus von durchschnittlich neun Prozent an. 

Die Bewertung am unteren Rand der Preisspanne dürfte manchen Anleger enttäuscht haben. Als Gründe werden die hohe Verschuldung und die Befürchtung eines weiterhin großen Einflusses der Chinesen genannt. Die Mailänder Börse wird am Mittwoch die Rückkehr der italienischen Kultmarke auf das Börsenparkett trotzdem feiern. Cin Cin

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