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Ergo und Generali trennen sich von Lebensversicherungen: Jetzt Widerruf prüfen!

Gastautor: Roland Klaus
06.10.2017, 21:51  |  7604   |   |   

Auf dem deutschen Markt für Lebensversicherungen stehen tiefgreifende Wechsel an. Mehrere große Gesellschaften wollen ihre Policen loswerden. Dies könnte zu Lasten der Versicherten gehen. Daher sollten Verbraucher den Widerruf bzw. Widerspruch ihrer Police prüfen.

Immer mehr große Versicherungen sehen Lebensversicherungen offenbar als Auslaufmodell an und versuchen, sich von diesen Altlasten zu trennen. Nachdem vor einiger Zeit bereits die Allianz mitgeteilt hat, dass sie am Neugeschäft mit klassischen Lebensversicherungen nicht mehr interessiert ist, stehen nun offenbar mit ERGO und GENERALI zwei weitere große Anbieter unmittelbar davor, sich von dem Geschäft mit klassischen kapitalbildenden Lebensversicherungen zu trennen. Insgesamt mehr als zehn Millionen Policen stehen dabei vor einem Wechsel des Vertragspartners. 

Allein sechs Millionen Versicherte sind bei der ERGO und ihren beiden Versicherungstöchtern Victoria und Hamburg Mannheimer betroffen. Im Gespräch für die Übernahme der Policen sind unter anderem chinesische Investoren und US-Hedge Fonds. Bei der GENERALI Deutschland sind vier Millionen Versicherte betroffen. Noch nicht ganz konkret scheinen die Pläne bei der AXA zu sein. Aber auch dort heißt es, dass der Verkauf von Policen sinnvoll sein kann.

Viele Verbraucher sind überrascht, dass ihre Versicherung die Policen so einfach verkaufen kann. Grundsätzlich ist das möglich – und es ist ein attraktives Geschäft für die Erwerber. Denn sie bekommen Milliarden von Anlegergeldern, die sie nun nach eigenem Geschmack anlegen können. Die Versicherten sind den neuen Vertragspartnern dabei mehr oder weniger ausgeliefert.

Zwar schauen sich die Aufsichtsbehörden an, ob die neuen Verkäufer in der Lage sein werden, die zugesagten Garantieverzinsungen zu erwirtschaften. Ob dies aber letztlich gelingt, ist nicht gesagt. Gerade mit chinesischen Investoren und mit Hedge Fonds haben Kapitalanleger schon negative Erfahrungen gemacht. So gab es beispielsweise mehr als ein Dutzend Insolvenzen und Betrugsfälle bei chinesischen Unternehmen, die an den deutschen Börsen notiert wurden.

Es ist nicht gesagt, dass es bei den Lebensversicherungen ähnlich kommen wird. Dennoch sollten Versicherte das zusätzliche Risiko einer Übernahme ihrer Policen durch branchenfremde No-Name-Investoren bedenken.

Verbraucher, die sich angesichts dieser Entwicklungen von ihren Policen trennen möchten, sollten sich mit dem möglichen Widerruf (auch Widerspruch genannt) einer Lebensversicherung beschäftigen. Denn mehr als die Hälfte aller Renten- und Lebensversicherungen aus dem Zeitraum 1991 bis 2007 weist formale Fehler auf, die dafür sorgen, dass die Verträge auch Jahre nach Abschluss noch widerrufen werden können.

Die Folge eines solchen Widerrufs („Widerrufsjoker“) ist die Rückabwicklung des Vertrags. Im Gegenzug zur Kündigung erhält der Versicherte dabei sämtliche Kosten zurück, die seit Vertragsbeginn entstanden sind. Zudem wird sein eingezahltes Kapital ordentlich verzinst. Deswegen ist der Widerruf so gut wie immer deutlich lukrativer als eine Kündigung.

Verbraucher können bei der Interessengemeinschaft Widerruf kostenlos und unverbindlich prüfen lassen, ob ihr Vertrag für einen Widerruf in Frage kommt. Ist dies der Fall, so erfahren sie im Rahmen dieser Prüfung auch, wie die konkreten Schritte zu aussehen, um den Widerruf erfolgreich umzusetzen. Die Kosten dafür werden in der Regel von der Rechtsschutzversicherung übernommen. Greift diese, so fallen bei der IG Widerruf – anders als bei anderen Anbietern - keine zusätzlichen Kosten an. Greift dagegen keine Rechtsschutzversicherung, so gibt es in vielen Fällen die Möglichkeit, den Widerruf auf Basis eines Erfolgshonorars umzusetzen.

Besonders positive Erfahrungen mit der Rückabwicklung von Lebensversicherungen haben wir beispielsweise mit der Münchener Rück (Generali-Gruppe), Standard Life, Clerical Medical, Helvetia, Skandia, Continentale Lebensversicherung, LV 1871 und anderen gemacht. Versicherte, die den Risiken durch den Policenverkauf von großen Anbietern wie Generali, Ergo oder Axa aus dem Weg gehen wollen, sollten sich auf der Website der IG Widerruf über den Widerrufsjoker bei Lebensversicherungen informieren.

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