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Abgas-Skandal VW: Erst Stickoxid-Betrug, jetzt CO2-Schummeleien?

09.10.2017, 13:15  |  16345   |   |   

Benzinverbrauch und CO2-Ausstoß von Hunderttausenden Volkswagen sind laut interner Messergebnisse deutlich zu hoch. Der „Bild am Sonntag“ liegen entsprechende streng vertrauliche Dokumente vor. Hat VW nicht nur beim Stickoxid-Ausstoß betrogen?

VWs Selbstanzeige beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wegen möglicher CO2-Betrügereien erfolgte bereits im November 2015. Anschließende Kontrollmessungen von KBA und VW hatten damals jedoch keine Unregelmäßigkeiten ergeben. „Bild am Sonntag“ veröffentlichte nun aber eine geheime „VW-Schmutzliste“, die das Gegenteil beweist. Laut dem brisanten Firmendokument sind der Spritverbrauch und der CO2-Ausstoß von Hunderttausenden VW-Autos massiv zu hoch. Insbesondere die angeblich umweltfreundlichen Blue-Motion-Modelle sind davon betroffen.

Der jetzt veröffentlichte Prüfbericht stammt von der VW-Qualitätssicherung. Sie überwacht, ob die in Serie produzierten Fahrzeuge, alle Anforderungen der Typgenehmigungen des KBA erfüllen. Laut Bild besteht beim CO2- Ausstoß die Regel, dass er bei der Serienüberwachung den im Verkaufskatalog angegebenen Wert um maximal acht Prozent überschreiten darf. Die CO2-Überschreitung liegt, wie das Dokument zeigt, jedoch teilweise deutlich über dem Toleranzwert.

Der Volkswagen Touran [VW361 2,OV 81kW Tdi (CUUA)] überschreitet beispielsweise den im Katalog angegeben CO2-Wert laut dem vorliegenden Dokument um 13,7 Prozent. Dies ist nicht nur für die Umwelt schlecht, sondern auch für die Autofahrer. Mit einem erhöhten CO2-Ausstoß geht auch ein erhöhter Benzinverbrauch einher. Dadurch können Autofahrern höhere Kosten entstehen.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sieht VW indes auf einem guten Weg nach dem Diesel-Skandal, so der Politiker in der „Welt am Sonntag“. Der Abgas-Skandal sei ein Weckruf für das Unternehmen und heute sei VW „nicht mehr das Unternehmen, das es noch vor zwei Jahren“ gewesen sei. Trotzdem müsse VW sich dafür einsetzten, dass es keine Diesel-Fahrverbote gebe. Sonst drohe ein enormer Wertverlust der betroffenen Fahrzeuge.

Bisher (09.10.2017, 13:15 Uhr) hatte das Bekanntwerden der neuen „VW-Schmutzliste“ keine allzu großen Auswirkungen auf die VW-Aktie. Das Papier konnte sogar einen kleinen Gewinn verzeichnen. Es liegt zurzeit bei 148,30  Euro.

Volkswagen

Fazit: Der Abgas-Skandal ist noch lange nicht überstanden und es bleibt spannend rund um den deutschen Autobauer. Die Zukunft wird zeigen, ob es VW ernst meint mit dem Konzernumbau hin zu einem grünen Autohersteller.

Quelle:
Bild am Sonntag: „Die geheime Schmutz-Liste von VW“
Welt am Sonntag: „Niedersachsen Ministerpräsident Stephan Weil zu Volkswagen:“

 

Wertpapier
Volkswagen


2 Kommentare

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Kommentare

die meisten Autofahrer interessiert doch nicht im geringsten, was hinten raus kommt ***
wichtig ist die Größe, PS, und Spitzengeschwindigkeit, nebenbei noch die Beschleunigung...
oder kann mir sonst einer erklären, warum täglich mehr rasende Hirsche auf deutschen Straßen unterwegs sind ???
auch in unserem Landkreis fährt der Landrat lieber mit einem Nobel Hobel durch die Lande ,
Schadstoff Ausstoß seines Dienstwagens, ihm doch egal, er sitzt drin und fressen tun es die draußen ***

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