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Heliad Equity Partners: 30% Discount zum NAV und 3% garantierte Dividendenrendite

10.10.2017, 07:51  |  8877   |   

Die Beteiligungsgesellschaft Heliad Equity Partners ist eine unentdeckte Perle unter den deutschen Nebenwerten: Das Portfolio entwickelt sich seit Jahren exzellent, und trotzdem notiert die Aktie noch mit einem Abschlag zum inneren Wert von ca. 30%. Das könnte sich schnell ändern, denn CEO Thomas Hanke will sich deutlich aktiver Investoren präsentieren. Und im Portfolio schlummern beträchtliche stille Reserven. Wir haben mit Thomas Hanke gesprochen.

Herr Hanke, der Aktienkurs der Heliad hat sich seit dem Tief um die 1,70 Euro im Jahr 2013 sehr stabil und kontinuierlich auf aktuell über 7,00 Euro entwickelt. Sie müssen zufrieden sein.

  • Wir sind mit der Entwicklung unseres Portfolios sehr zufrieden, denn seit 2012 haben wir eine jährliche, durchschnittliche NAV-Steigerung von knapp 20% erzielt – und das nach Abzug aller Kosten. Damit gehören wir im europäischen Vergleich zu den erfolgreichsten Venture Capital und Private Equity Investoren. Mit dem Aktienkurs sind wir dagegen nur mittelmäßig zufrieden, denn der müsste eigentlich deutlich besser sein. Wir notieren immer noch mit ca. 30% Abschlag zu unserem inneren Wert – dem so genannten Net Asset Value – während andere, vergleichbare börsennotierte Investmentfirmen aktuell maximal einen Abschlag von 5-10% haben bzw. teilweise sogar mit einem Aufschlag notieren. 

 

Woran liegt dieser vergleichsweise hohe Discount?

  • Wir hatten in 2012 einen Managementwechsel bei der Heliad und haben uns seitdem darauf konzentriert Performance zu generieren – was uns sichtlich gelungen ist – und waren mit Investor Relations-Aktivitäten sehr zurückhaltend. Deshalb ist die Heliad bei vielen Investoren noch gänzlich unbekannt. Wir wollen jetzt aufbauend auf der sehr guten Performance wieder deutlich aktiver werden. Das sollte dazu beitragen, den Discount zum NAV deutlich zu reduzieren.

 

Wie würden Sie Ihre Strategie beschreiben, also was ist der rote Faden in Ihrem Portfolio?

  • Unser Ziel ist es, für unsere Aktionäre nachhaltig überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Dies schafft man unseres Erachtens nur, wenn man abseits der ausgetretenen Wege geht. Daher fokussieren wir uns auf so genannte „Sondersituationen“. 

 

Können Sie den Begriff „Sondersituationen“ etwas detaillierter erklären bitte.

  • Sondersituation – wie wir sie verstehen – sind Beteiligungsanlässe, die nicht 0815 sind und bei denen wir einen sehr konkreten Mehrwert liefern können. Das können disruptive Geschäftsmodelle, denen wir den letzten Schliff geben, ebenso sein wie Pre-IPO-Investments, bei denen wir aktiv den Börsengang unterstützen.

 

Einige Ihrer größten Beteiligungen wie die FinTech Group und die Magforce sind selbst börsennotiert. Warum sollte ein Investor die Management-Fees der Heliad bezahlen, wenn er doch direkt investieren kann?

  • Zum einen, weil natürlich auch unser nicht-börsennotiertes Portfolio extrem spannend ist. Zum anderen kommt er eben mit einem deutlichen Discount von aktuell fast 30% an unser Portfolio – also indirekt auch mit Discount an die beiden genannten Aktien. Und drittens zahlen wir seit mehreren Jahren so viel Dividende, dass unsere Aktionäre eine jährliche Dividendenrendite von 3% erzielen. Dank sehr guter Gewinnrücklagen und entsprechend unseren Ankündigungen in der Vergangenheit kann ich Ihnen jetzt schon sagen, dass wir diese 3% Dividendenrendite auch die nächsten Jahre sicher beibehalten werden. Oder in einem Satz: Wir holen die Management Fees definitiv durch unsere Performance wieder rein und sorgen zudem für kontinuierliche, attraktive Cash-Flows bei unseren Anlegern.

 

Wie beurteilen Sie die Aussichten der FinTech Group Aktie?

  • Seitdem wir in 2013 bei ca. 4 Euro eingestiegen und mit nunmehr ca. 19% beteiligt sind, kennt die Aktie nur einen Weg: nach oben. Das ist übrigens ein gutes Beispiel für eine Sondersituation: Damals hieß die FinTech Group noch flatex AG und war defizitär. Wir haben dann mit weiteren Investoren zusammen in 2014 das Management verändert und aktiv bei der Restrukturierung und den sehr erfolgreichen Zukäufen geholfen. Das hat dazu geführt, dass das negative EBITDA von ca. -8 Mio. Euro in 2014 auf geplante fast 40 Mio. Euro Plus in diesem Jahr gesteigert werden konnte. Der Börsenkurs der FinTech Group spiegelt diesen Erfolg unseres Erachtens nur teilweise wieder, denn im Peergroup-Vergleich ist die FinTech Group immer noch ca. 30% unterbewertet. Also knapp 50% Aufholpotential. Zudem bin ich mir sicher, dass der CEO Frank Niehage, einer der besten CEOs in unserem Portfolio, noch einige Überraschungen im Köcher hat.

 

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