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DAX-Chartanalyse: Zurückhaltung auf hohem Niveau

DAX-Chartanalyse Zurückhaltung auf hohem Niveau

Gastautor: Andreas Mueller
15.10.2017, 11:36  |  6278   |   |   

Neue Impulse braucht der DAX! Die 13.000 haben wir gesehen. Doch was kommt danach? Darüber sind sich die Marktteilnehmer noch nicht einig und verweilen daher auf diesem Niveau. Folgende Szenarien stehen parat:

In kleinen Schritten aufwärts ging es mit dem Deutschen Aktienindex in der vergangenen Woche. Immerhin vier von fünf Tagen konnte er im Gewinn abschliessen. Das kleine Wochenplus von "nur" 0,3 Prozent zeigt allerdings, wie respektvoll er sich an der 13.000er-Marke verhält. Was hierbei bremst und wie sich die kommende Woche entwickeln könnte, zeige ich in dieser Analyse auf.

 

Eine Woche der Zurückhaltung

 

Die Marke von 13.000 Punkte stand beim DAX ganz klar im Fokus der Vorwoche. Sie stellte nicht nur ein neues Allzeithoch dar, sondern vor allem auch eine psychologische Hürde. Dass wir diese anlaufen würden, war vielen Marktteilnehmern durchaus bewußt. So titelte meine Vorwochenanalyse auch "13.000 im Trend-Fokus" und behielt diesen Trend zum Wochenstart im Auge (Chart-Rückblick):

Allerdings ließ die Dynamik stark nach. Eine Annäherung an die 13.000 gab es bereits am Montag, doch letztlich fehlten drei Punkte. Auf jede Annäherung an die 13.000 folgte eine kleine Ernüchterungsphase mit teilweise sehr schnellen Kursabschlägen. Unser DAX wirkte dabei streckenweise willenlos, wie ich hier vermerkte:

Daran änderte auch das Notenbankprotokoll FOMC am Mittwoch nichts. Für neue Impulse in der Zinspolitik wurde zu diesem Zeitpunkt auf weitere Wirtschaftsdaten gewartet.

 

So quälte sich der DAX immer wieder an die benannte runde Marke heran und überschritt sie endlich am Donnerstag, wenn auch nur sehr kurz. Denn nur 3 Punkte darüber stellte sich erneut ein kleiner Verkaufsdruck ein. Dieser "Knoten" schien erst am Freitag zu platzen, als wir zur Mittagszeit rund 40 Punkte über diese Marke springen konnten. Aber auch dieser Schwung wurde schnell gestoppt und endete letztlich, wie die Börsenwoche insgesamt, unter der 13.000er-Marke. Diesen ersten Ausbruchsversuch habe ich hier im Chartbild vom Freitag noch einmal herausgestellt:

 

Was bremste hier letztlich?

 

Ein wenig Unsicherheit brachten die US-Daten am Freitag. Schwächere Inflationsdaten und ein schwächer als erwarteter Einzelhandelsumsatz bremsten die Rekordfahrt an der Wall Street. Unsicherheiten bezüglich der zukünftigen Zinspolitik sind zu spüren. Und damit im Zusammenhang stehend die Frage nach der Nachfolge von Janet Yellen. Die Redaktion von wallstreet-online hatte dazu thematisch passend folgende News verfasst ->

 

Ebenso ist bei der nun beginnenden Quartalssaison abzuwarten, ob die Unternehmensgewinne auch dort die seit Monaten steigenden Kurse rechtfertigen können. Immerhin befindet sich der Dow Jones in der längsten Aufwärtsbewegung der letzten 20 Jahre!

Stärkere Bewegungen in Form von einem klaren Trend konnte man im Euro-Dollar sehen. Dieser lief sehr geradlinig von knapp 1.17 auf in der Spitze fast 1,19 in dieser Woche. Zumindest bis zu den US-Daten - worauf ich an dieser Stelle hinwies:

Letztlich bremste der stärkere Euro dann auch ein wenig den DAX aus. Im Gleichschritt bewegte sich der Goldpreis wieder zur 1.300er-Marke hin und überschritt diese am Freitag dann. Somit sind dies schon zwei markttechnische Belastungsfaktoren. Die geopolitischen Probleme sollte man in diesem Zusammenhang ebenfalls im Auge behalten. Zu nennen ist dabei Spanien, neuerliche Spannungen zwischen den USA und Iran, sowie das noch immer andauernde Thema Nordkorea-Krise.

Doch zurück zum DAX...

 

Neue Woche im Zeichen der 13.000

 

Die viel diskutierte Marke wurde also erreicht und zumindest kurzzeitig immer wieder überschritten. Letztlich schloss der Markt jedoch darunter und ist somit technisch immer noch in einer Schiebezone. Diese schloss sich nahtlos an den Aufwärtstrend an, welchen ich eingangs der Analyse zeigte.

Alle Ausbruchsversuche wurden hierbei eingefangen, was das Trading eines Ausbruchs sehr frustrierend gestalten konnte. Unter den Tradern war die Stimmung daher sehr angespannt. Einige der Fehlausbrüche habe ich daher hier noch einmal visualisiert:

Was leite ich daraus ab?

Range-Trader konzentrieren sich wohl eher auf ein erneutes Durchlaufen dieser Zone. Dieses Szenario würde einen Rücklauf zur 12.940 - 12.950 beinhalten und erst darunter die Bären im größeren Zeitrahmen wecken:

Wer sich jedoch an die übergeordneten Trends hält, der spekuliert auf einen erneuten Ausbruch auf der Oberseite und legt hierbei die Stopps nicht erst an der Unterseite der Range an, sondern idealerweise schon etwas eher. Durch Verbindung der Tiefpunkte der vergangenen Wochen ist dies optisch gut ableitbar:

Aus dieser Zone heraus könnte der DAX also gleich am Montag wieder einen Versuch starten, sich über die 13.000 zu bewegen. Doch erst ein Schlusskurs darüber "weckt" wohl die größeren Investoren und damit das Kapital, was für eine nachhaltige Überwindung notwendig ist. Bisher war dies auch eher an der Seitenlinie. Man erkennt dies an den gleichbleibenden Umsätzen auf XETRA an dieser Stelle:

 

Diese und weitere Anhaltspunkte stehen zur Diskussion wie gewohnt von einer Vielzahl an Tradern in den Tages-Trading-Chancen zur Verfügung. Schauen Sie gerne vorbei.

 

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Herzlichen Dank für Ihr Interesse und einen erfolgreichen Wochenstart,

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

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