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BTC-Börse im Interview Bitcoin.de: "Bitcoins sind digitales Gold mit Bezahloption"

20.10.2017, 08:49  |  35539   |   |   

wallstreet:online hat im Zuge des "Bitcoin-Booms" verschiedene Akteure der Branche interviewt. Bisher sprachen wir mit der BaFin , mit BTC-Echo und der Bitcoin Group SE. Jetzt hatten wir die Gelegenheit mit Herrn Oliver Flaskämper von bitcoin.de, dem größten Bitcoin-Marktplatz Europas, ein Gespräch zu führen.

Bitcoin.de wurde 2011 gegründet und ist Deutschlands einzige offizielle Bitcoin-Börse. Wie viele Transaktionen werden pro Jahr dort abgewickelt und wie hoch ist das Handelsvolumen?

Bitcoin.de: Im Gesamtjahr 2016 hatten wir insgesamt 175.000 Transaktionen. Diese Zahl wurde bereits im ersten Halbjahr 2017 mit mehr als 200.000 Transaktionen deutlich überschritten. Ähnlich sieht es beim Handelsvolumen aus, welches im Gesamtjahr 2016 rund 85 Mio. Euro und im ersten Halbjahr 2017 bereits rund 200 Mio. Euro betragen hat.

Ich möchte Bitcoins auf Ihrer Krypto-Börse kaufen. Was muss ich dafür tun und wie viel Zeit muss ich einplanen?

Bitcoin.de: Bis zu einem Handelsvolumen von 2.500,- Euro pro Jahr reicht es aus, wenn Sie über eine bestehende SEPA-Bankverbindung verfügen. Diese müssen Sie jedoch über unseren Partner SOFORT-Überweisung verifizieren. Der Anmeldeprozess sieht vereinfacht so aus:

1.) Registrierung und Bestätigung der AGB
2.) Verifizierung der E-Mail Adresse
3.) Verifizierung der Mobilfunkrufnummer
4.) Verifizierung des Bankkontos
5.) Verifizierung der Identität durch PostIdent oder VideoIdent (bei mehr als 2.500,- Euro Handelsvolumen)

Diese Schritte dauern für internetaffine Personen ca. 10 Minuten und für ungeübte Personen auch schon mal 20-30 Minuten. Leider können wir auf keinen dieser Schritte aus regulatorischen Gründen verzichten. Wenn man die AGB komplett liest, muss man noch mal ein paar Minuten mehr einkalkulieren ;-).

Kryptowährungen brauchen angeblich keine Banken als vertrauensbildende Mittelsmänner mehr, trotzdem sind Sie 2013 eine Partnerschaft mit der Online Direktbank Fidor eingegangen. Was ist der Hintergrund für diese Kooperation?

Bitcoin.de: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat Ende 2011 Bitcoins als sogenannte Rechnungseinheiten und damit als Finanzinstrumente eingestuft. Die Vermittlung von Bitcoins und anderen Kryptowährungen in Deutschland bedarf daher einer Erlaubnis der BaFin. Sofern (noch) keine eigene Erlaubnis vorhanden ist, besteht die Möglichkeit als sogenannter „vertraglich gebundener Vermittler“ unter dem Haftungsdach einer Bank oder eines Finanzdienstleisters „den Erwerb oder die Veräußerung“ von Finanzinstrumenten zu vermitteln. Wir haben uns für diese Lösung entschieden, da wir uns auf das Kerngeschäft konzentrieren und uns nicht mit regulatorischen Fragen beschäftigen wollten. Neben dem regulatorischen Thema, bietet die Fidor Bank unseren Kunden zudem ein kostenloses Girokonto, über das die Bitcoin-Käufe und -Verkäufe abgewickelt werden können. Wenn man dieses Konto mit seinem Account bei Bitcoin.de verknüpft, kann man praktisch wie an einer Börse Bitcoin in sekundenschnelle handeln. Ein Fidor-Bankkonto ist aber nur eine Option für einen schnelleren Handel. Grundsätzlich kann auch jedes anderen Bankkonto genutzt werden.

In einem Interview mit der BaFin hat wallstreet:online erfahren, dass Handelsplattformen von virtuellen Währungen keiner behördlichen Aufsicht unterliegen. Trotzdem haben Sie im August 2014 ein Audit Ihrer Kundenbestände durch eine renommierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft durchführen lassen. Wie kam es dazu?

Bitcoin.de: Handelsplattformen unterliegen sehr wohl der behördlichen Aufsicht, allerdings nur in Bezug auf den Handel. Was bisher noch nicht behördlich beaufsichtigt wird, sind die Anbieter von Wallets, die Kryptowährungen für ihre Kunden verwalten. Als Anfang 2014 die erste und bis dahin größte Bitcoin-Börse Mt. Gox wegen des Abhandenkommens von Bitcoins ihrer Kunden Insolvenz anmelden musste, haben wir uns entschieden uns quasi selbst zu regulieren und eine unabhängige IT-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft damit beauftragt, einmal jährlich die Bitcoin-Bestände unserer Kunden zu prüfen. Diese Art von Prüfung ist dieses Jahr das vierte Mal durchgeführt worden und wir gehen davon aus, dass wir auch dieses Jahr ein Testat erhalten werden, in dem uns bestätigt wird, dass wir die Bitcoins unsere Kunden korrekt verwalten und wir jederzeit alle Auszahlungsanforderungen von Kunden bedienen können. Diese Art von Sicherheit bietet keine andere Bitcoin-Börse weltweit.

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