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Rohstoffe: Gold könnte wegen politischer Unsicherheiten in Europa gefragt sein
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Rohstoffe Gold könnte wegen politischer Unsicherheiten in Europa gefragt sein

Gastautor: Eugen Weinberg
19.10.2017, 13:23  |  1935   |   |   

Energie: Die Ölpreise verharren seit Wochenbeginn auf hohem Niveau. Brent handelt weiterhin bei gut 58 USD je Barrel, WTI bei 52 USD je Barrel. Für Unterstützung sorgten gestern Meldungen, wonach die OPEC eine Verlängerung der Produktionskürzungen bis Ende 2018 anstreben würde. Die US-Lagerdaten waren in der letzten Woche noch stark durch Hurrikan Nate verzerrt, der weite Teile der US-Ölproduktion im Golf von Mexiko lahmgelegt hatte. Die US-Rohölproduktion fiel entsprechend um mehr als 1 Mio. auf 8,4 Mio. Barrel pro Tag. Gleichzeitig sank auch die Rohölverarbeitung kräftig. Dem standen stark gestiegene Exporte gegenüber. In der Summe resultierte daraus ein Abbau der US-Rohölvorräte um 5,7 Mio. Barrel. Die Bestände an der US-Golfküste fielen sogar um knapp 9 Mio. Barrel. Die Ölpreise reagierten nicht auf die Daten. Zum einen hatte das API am Vortag bereits einen kräftigen Lagerabbau berichtet, zum anderen dürfte die US-Ölproduktion in den kommenden Wochen den hurrikanbedingten Rückgang wieder wettmachen. Die Rohölverarbeitung dürfte dagegen wegen der anstehenden Wartungsarbeiten nicht wieder das vorherige Niveau erreichen. Dies spricht gegen einen weiteren Lagerabbau. Die Rohölbestände in Cushing sind bereits seit acht Wochen ununterbrochen gestiegen. Sie liegen mittlerweile 50% über dem 5-Jahresdurchschnitt und auf dem höchsten Stand seit Mai. Dies dürfte mit der kontinuierlich steigenden Schieferölproduktion im Landesinneren zu tun haben und widerspricht der Darstellung eines sich einengenden Ölangebotes in den USA. Gleichzeitig erklärt sich damit auch der hohe Preisabschlag von WTI gegenüber Brent.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CE5YRG Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold steht wegen anhaltender Zinserhöhungsspekulationen in den USA weiter unter Druck und handelt heute Morgen zeitweise unter 1.280 USD je Feinunze. Laut Fed Fund Futures sind bis Ende 2018 mittlerweile zwei Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed vollständig eingepreist, eine davon voraussichtlich im Dezember. Je nach Entwicklung der politischen Ereignisse könnte Gold – vor allem in Euro – im Laufe des Tages aber stärker nachgefragt sein. Denn um 10 Uhr ist ein Ultimatum der spanischen Regierung ausgelaufen, wonach die katalanische Regionalregierung explizit erklären sollte, dass die Rede des katalanischen Regionalpräsidenten Puigdemont letzte Woche keine Unabhängigkeitserklärung war. Anderenfalls hat die Regierung in Madrid mit Konsequenzen gedroht. Dieser Konflikt dürfte vorerst also weiterschwelen. Daneben findet heute und morgen in Brüssel ein EU-Gipfel statt, bei dem es auch um die Brexit-Verhandlungen mit Großbritannien geht. Da es nach wie vor in dieser Sache kaum Fortschritte gibt, dürfte die Unsicherheit unter den Marktteilnehmern hoch bleiben. Die Schweiz hat gemäß Daten der Zollbehörde im September 148,4 Tonnen Gold exportiert. Lediglich 41,4 Tonnen davon wurden nach China, Hongkong und Indien verschifft. Die Exporte nach Indien sind sogar auf das niedrigste Niveau seit mindestens 2014 gefallen. Dies ist überraschend, da es zuletzt im Rahmen der dortigen Feiertagssaison Anzeichen einer wieder stärkeren Goldnachfrage gab. Offenbar hat Indien mehr Gold aus anderen Ländern bezogen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: Bei den Metallen ging es gestern Hin und Her. Am Handelsende standen nach schwachen Daten zum US-Immobilienmarkt für die meisten Metalle Verluste zu Buche. Auch heute Morgen legen sie nicht oder nur kaum zu. Kupfer handelt bei rund 7.000 USD je Tonne, Zink kostet etwa 3.100 USD je Tonne. Die heutigen chinesischen Konjunkturdaten geben den Preisen zumindest im frühen Handel keinen Auftrieb. Daten des Nationalen Statistikbüros zufolge ist die chinesische Wirtschaft im dritten Quartal um 6,8% gewachsen, ein Zehntel weniger als in den beiden Quartalen davor. Nach dahingehenden Äußerungen des chinesischen Zentralbankchefs am letzten Wochenende war dies aber keine Überraschung mehr. Die zeitgleich veröffentlichten Konjunkturdaten für September (Industrieproduktion und Investitionen in Sachanlagen) lagen ebenfalls im Rahmen der Erwartungen. Wie das Nationale Statistikbüro heute Morgen auch noch mitteilte, ist die Aluminiumproduktion in China im September im Vergleich zum Vorjahr um gut 5% auf 2,61 Mio. Tonnen gesunken. Dies ist auf die behördlich angeordneten Kapazitätsschließungen zurückzuführen. Im Vergleich zum Vormonat ist die Aluminiumproduktion allerdings nur noch unwesentlich zurückgegangen. Auf Tagesbasis lag sie sogar darüber. Sollte der Produktionsrückgang damit schon beendet sein, spricht dies unseres Erachtens für fallende Aluminiumpreise. Wir erwarten weiterhin bis Jahresende einen Rutsch des Aluminiumpreises unter die Marke von 2.000 USD je Tonne.

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Eugen Weinberg
Leiter Rohstoffanalyse, Commerzbank AG

Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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