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Marktkommentar: Tony Coffey (Franklin Templeton): Erkenntnisse aus der weltweiten Finanzkrise
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Marktkommentar Tony Coffey (Franklin Templeton): Erkenntnisse aus der weltweiten Finanzkrise

Nachrichtenquelle: Asset Standard
19.10.2017, 00:00  |  478   |   |   

Tony Coffey erläutert warum Anleger, die panikartig alle Positionen verkauft haben, wohl am meisten gelitten haben.

Vor zehn Jahren stand die weltweite Finanzkrise kurz bevor. Gemessen am S&P 500 Index kletterten US-Aktien im Oktober 2007 auf Rekordstände und brachen dann in den folgenden 17 Monaten um mehr als 50 % ein.[1]

Die meisten Anleger erlitten in dieser Zeit finanziellen Schaden. Manche Investoren flüchteten allerdings aus Aktien und Anleihen und setzten stattdessen komplett auf Barmittel, denn sie konnten nicht mit ansehen, wie ihre Anlagen in den Keller rutschten. Leider machten viele dieser Anleger den falschen Zug zur falschen Zeit – sie verkauften ihre Positionen nahe der Talsohle und versäumten daher die Erholung, die 2009 einsetzte. Heute mangelt es nicht an Marktbeobachtern, die Anlegern dazu raten, ihre Aktien und Anleihen zu verkaufen, bevor es möglicherweise zu einem weiteren Börsencrash kommt. Manche Anleger hören vielleicht darauf, weil sie meinen, ihre Anlageziele erreichen zu können, indem sie Aktien und Anleihen genau zum richtigen Zeitpunkt kaufen und verkaufen.

Wir halten es für schwierig, den idealen Zeitpunkt am Markt zu erwischen. Wir ziehen einen disziplinierteren Investmentansatz vor, bei dem wir einen festen Mix von globalen Aktien und Anleihen beibehalten und das Portfolio Quartal für Quartal umschichten – ungeachtet der Marktlage.

Aufbau eines diversifizierten Portfolios

Zum Aufbau eines diversifizierten Portfolios würden Anleger üblicherweise auf Basis ihrer persönlichen Ziele, ihrer Risikotoleranz und ihres Anlagehorizonts eine Mischung aus globalen Aktien und Anleihen auswählen.[2] Das nachfolgende Chart stellt dar, wie sich diese breiten Anlageklassen in den vergangenen 20 Jahren in unterschiedliche Richtungen entwickelt hab


Vor diesem Hintergrund ist es uns wichtig, Aktien und Anleihen zu identifizieren, die sich in der Vergangenheit nicht gleichzeitig in dieselbe Richtung bewegt haben, die also nicht korrelieren. Auf diese Weise hat das Gesamtportfolio das Potenzial zu wachsen, selbst wenn einige der Anlagen nach unten tendieren.

Bei Aktien achten wir auf die Auswahl von Anlagen:

  • die das gesamte Spektrum der Marktkapitalisierung abdecken (Small Caps haben in der Regel ein höheres Risiko-Rendite-Profil als größere, etabliertere Unternehmen);
  • die verschiedenen Branchen angehören (zyklische Branchen können stärker auf einen Abschwung reagieren als nicht zyklische Industrien); und
  • die in unterschiedlichen geografischen Regionen notieren (Schwellenlandaktien können mehr Wachstumspotenzial und größere Volatilität bieten als Titel aus weiter entwickelten Volkswirtschaften).

Bei festverzinslichen Anlagen halten wir ein gewisses Engagement bei globalen Anleihen für sinnvoll, ebenso wie die Diversifizierung außerhalb des Heimatlands des Anlegers.  Darüber hinaus entwickeln sich weltweite Anleihen normalerweise nicht in dieselbe Richtung wie Aktien, insbesondere zu Zeiten von Unsicherheit auf dem Markt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit stellt keine Garantie für künftige Ergebnisse dar, doch globale Anleihen stiegen 2008 um 10,9 % und übertrafen Aktien in diesem Jahr auf allgemeiner Basis.[3]

Beibehaltung eines breit gefächerten Portfolios mit vierteljährlicher Neugewichtung

Anlagen können mit den Jahreszeiten und im Zuge allgemeiner Marktturbulenzen im Wert schwanken. Daher überwachen wir unsere Portfolios laufend und schichten unsere Aktien- und Anleihenpositionen in der Regel viermal pro Jahr um, um sie wieder an unserem Zielmix auszurichten. Bei der Neugewichtung kombinieren wir die Expertise mehrerer Portfoliomanager, die jeweils ihren eigenen Investmentstil aufweisen. Wir sind der Ansicht, dass diese Strategie die Volatilität des Portfolios gegenüber einer weniger häufigen Umschichtung auf lange Sicht verringern kann.  Dennoch mögen einige Anleger denken, dass ihnen potenzielle Renditen entgehen, wenn Aktien oder Anleihen in einem Bullenmarkt über ihre festgelegte Allokation steigen und ihre Strategie vorgibt, die Positionen im Zuge der Neugewichtung zu kürzen. Zu solchen Zeiten muss daran erinnert werden, dass es beim Investieren nicht allein um Renditen geht. Es ist ebenfalls wichtig, ein Portfolio mit einem für die langfristigen Investmentziele eines Anlegers geeigneten Risikoniveau beizubehalten – quasi nicht alles auf eine Karte zu setzen. Hier kann ein Finanzberater Hilfe leisten und Anlageentscheidungen versachlichen, indem er Investoren hilft, an ihrem Plan festzuhalten. Für uns ist es am wichtigsten, dass ein diszipliniertes Anlageverfahren die emotionale Komponente beim Investieren beseitigt. Nach unserem Dafürhalten kann das zu besseren Ergebnissen führen als einfach der breiten Masse zu folgen und zu Krisenzeiten ohne Differenzierung zu verkaufen.

Hier ist ein unterhaltsames Video über Behavioral Finance, das das Konzept des „Herdenverhaltens“ behandelt und auf anschauliche Weise erläutert, warum es eine schlechte Idee sein kann, der breiten Masse zu folgen.



[1] Quelle: S&P Dow Jones Indizes. Indizes werden nicht gemanagt. Es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind in den Indizes nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung. Weitere Informationen zu Datenanbietern finden Sie unter www.franklintempletondatasources.com.

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