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Demokratie Marius Müller-Westernhagen beklagt Zustand der Demokratie

Nachrichtenagentur: Redaktion dts
20.10.2017, 19:20  |  2137   |   |   
Mannheim (dts Nachrichtenagentur) - Marius Müller-Westernhagen sieht einer möglichen Jamaika-Koalition aus Union, Grünen und FDP skeptisch entgegen: "Vorfreude habe ich da nicht gerade", sagte der 68-Jährige dem "Mannheimer Morgen" (Samstag-Ausgabe). Und ergänzt: "Die Menschen sind inzwischen zu dumm für die Demokratie, auf jeden Fall politisch zu wenig informiert. Aber das ist von der Politik über die Jahre so gefördert worden, und dann ist die Ausübung von Demokratie fast nicht mehr möglich. Demokratie heißt Herrschaft des Volkes. Herrschaft kannst du aber nur ausüben, wenn du Bescheid weißt und kompetent entscheiden kannst. Das ist nicht mehr der Fall."

Inzwischen herrsche bei den Inhalten der Parteien auch so eine große Konfusion, dass man gar nicht mehr weiß, wen man wählen solle. "Es geht nur noch um Popularitätswerte. Und je größer die Regierungskoalition ist, je mehr Parteien da drin sind, desto verwässerter wird deren Politik sein", sagte Westernhagen. Um den im zersplitterten Parteiensystem erkennbaren Ansätzen einer Spaltung der Gesellschaft entgegenzuwirken, empfiehlt der Sänger: "Es geht nur durch ein Bewusstmachen, dass alle gemeinschaftsfähigen Positionen irgendwo rechts und links der Mitte angesiedelt sind. Was da sehr weit rechts und links außen an Polarisierungen stattfindet, hat ganz extreme Formen angenommen, das ist gefährlich." Aus der Eskalation des Umgangstons im Internet und der massiven Anfeindungen reiften zwar noch keine entsprechenden Lieder im Songwriter Westernhagen, "aber es reift mein Bewusstsein für die neuen Herausforderungen, denen jeder konfrontiert ist. Die digitale Revolution etwa hat uns alle an die Wand gehauen, damit kommen wir noch nicht klar. Beim Internet handelt es sich um eine weitgehend rechtsfreie Zone. Aber jede Gesellschaft funktioniert nur mit Regeln, und da ist im Netz so vieles ungeklärt." Er fordert: "Was wir mindestens schaffen müssen, ist, dass man das nicht mehr anonym tun darf. Dass man dafür belangt werden kann. Die Macht des Internets ist lange unterschätzt worden. Ich weiß inzwischen nicht mehr, was überwiegt: die produktive Wirkung der digitalen Revolution oder ihre schlimmen Nebenwirkungen."

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Kommentare

Na was denn nun Westernhagen? In den letzten Jahren immer links geblinkt und jetzt halb rechts abbiegen wollen. Die verbalen Attacken unserer Pseudokünstler werden immer abstrakter.
Uiiii!!! Wieder ein Fortschrittsverweigerer. Das Internet als Ort des Verbrechens!! Wenn dort niemand mehr anonym sein darf, dann muß auch jeder sein Namensschild umhänbgen, wenn er außer Haus geht. Denn wenn er dort irgendetwas sagt, dann ist er ja auch anonym! Für mich ist dieser angeblicher Künstler kein ernsthafter Diskutant!

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