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ETFs kostengünstigere und einfachere Variante zu aktiv gemanagten Fonds?

Gastautor: Uwe Eilers
23.10.2017, 09:45  |  1638   |   |   

ETF’s sind aktuell in aller Munde und werden von der ETF-Industrie als Heilsbringer vermarktet und von Kritikern als Risikofaktor für die Kapitalmärkte gebrandmarkt. Was ist nun wirklich richtig? Das fragen sich viele Anleger.

ETF’s (Exchange Traded Funds) sind Fonds, die ganztägig an der Börse gehandelt werden. Bekannte Emittenten in Deutschland sind die Deutsche Bank mit der Marke x-Trackers, die Société Générale mit Lyxor oder aber BlackRock mit i-shares. In der Regel basieren ETF´s auf liquide Indizes wie den DAX und bilden diesen einfach nur ab.

Bei sogenannten physisch replizierenden ETF´s werden diese Aktien, die im Index vertreten sind, direkt erworben. Bei Swap-basierten ETF´s können Wertpapiere verschiedenster Märkte enthalten sein, wobei der Bestand mit einem anderen Kontrahenten getauscht, also geswapt wird. Dadurch erhält der Anleger im Endeffekt zwar den

gewünschten Index, allerdings wird dies mit einem Kontrahenten-Risiko erkauft. Sofern der Swap-Partner insolvent wird, könnte ein Teil des Geldes verloren gehen, die Kursdifferenz zwischen den beiden getauschten Wertpapierbeständen.

Aktiv verwaltete Fonds sind im Gegensatz zu ETF’s Fonds, in denen Fondsmanager Wertpapiere kaufen und verkaufen, je nachdem ob diese als günstig oder zu teuer angesehen werden. Dabei gibt es unterschiedlichste Zielmärkte. Das können Aktien- bzw. Anleihefonds oder auch Mischfonds sein, die entweder in bestimmte Regionen, einzelne Länder oder auch weltweit anlegen. In allen Marktsegmenten gibt es Spezialisten, die entweder das Ziel haben, besser als vergleichbare Indizes abzuschneiden oder aber einfach die dauerhaft beste Rendite für die Käufer anstreben.

Stärken und Schwächen der ETF´s

Die laufenden Kosten von ETF´s sind relativ günstig, da keine Fondsmanager benötigt werden, die ein aktives Management betreiben. Dabei sollte allerdings jedem Anleger klar sein, dass Kosten nicht nur die jährlichen Gebühren darstellen, sondern vor allem die Handelskosten, die je nach Liquidität des Zielmarktes und der Marktschwankungen signifikant sein können. Zudem ist die Zusammensetzung für den Anleger sehr transparent. Man weiß im Regelfall immer, was genau im Fonds enthalten ist, nämlich ein bestimmter Index.

Es wird „nur“ ein Index abgebildet, darin liegt die Schwäche der Anlage. Enthalten sind immer auch die Wertpapiere, die ein guter Manager nicht selektieren würde, die nur wegen der Größe des Unternehmens im Index sind. Zudem findet keinerlei Risikomanagement statt. Sofern in ein Index-ETF investiert wurde, dessen Kurs deutlich fällt, ist der Anleger auch voll mit nach unten dabei. Die Verluste können drastisch sein.

Stärken und Schwächen aktiv gemanagter Fonds

Gute Fondsmanager, die ein bestimmtes Marktsegment mit einem Fonds abdecken, können jedoch die jeweiligen Indizes dauerhaft schlagen. Das bietet dem Anleger Vorteile. Viele Vermögensverwalter bieten vermögensverwaltende Fonds an. Dabei gibt es weltweit anlegende oder regional operierende Manager – je nach Anlageziel. Häufig orientieren sich diese nicht an Indizes, sondern versuchen dauerhaft einen positiven Ertrag zu erzielen. In vielen Fällen arbeiten sie mit einem erprobten Risikomanagement, sodass diese Fonds begrenzte Schwankungsbreiten und damit überschaubares Verlustrisiko besitzen.

Dagegen sind die Kosten für aktiv gemanagte Fonds aufgrund des teilweise hohen Aufwands für Research und Management höher als bei ETF´s. Viele Berater erhalten zudem einen Ausgabeaufschlag. Sehr große Fonds – mit Milliardenvolumen - sind mit ihrer Wertentwicklung jedoch häufig wegen der Größe relativ nah an den großen Indizes. Aufgrund ihrer Kostenstruktur können diese Fonds nur sehr selten besser als ein vergleichbarer Index sein. Die Transparenz ist nicht immer optimal, da nicht alles detailliert veröffentlicht wird, um nicht das Know-how des Managers preiszugeben.

Fazit: Grundsätzlich sind ETF’s dann sinnvoller, wenn Investoren einzelne Branchen oder Länder abdecken möchten, wo es keine spezialisierten aktiven Manager gibt. Aktiv gemanagte Fonds sind immer dann vorzuziehen, wenn die Anleger in Wertpapiermärkte investieren möchten, in dem es Fondsmanager gibt, die besser als die jeweiligen Indizes abschneiden. Anleger ohne große Kenntnisse der Märkte fahren langfristig in der Regel mit vermögensverwaltenden Fonds am besten, da diese meist breit diversifiziert sind und oft mit einem Risikomanagement die Schwankungen und damit das Verlustrisiko im Rahmen halten.

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