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Daytrading Software – nichts für den Kleinanleger

Daytrading Software ist nichts für Kleinanleger. Die Werbung lockt mit großen Gewinnchancen, doch die sind in der Regel brutto gerechnet, das heißt vor den Handelskosten. Gerade diese sind beim Daytrading aber wichtig.

Oft werden an der Börse Gewinnmöglichkeiten vorgegaukelt, die zwar real, aber nicht realistisch sind. Das heißt, dass es durchaus einen Tagesgewinn von 1000 % geben kann. Wenn dem aber fünf Verluste gleicher Höhe gegenüberstehen, kommt unter dem Strich nichts Positives heraus. Genau so ist es, wenn Gewinne brutto genannt werden, obwohl netto ein Verlust herauskommt. Gerade das Daytrading, also das Kaufen und Verkaufen einer Aktie, einer Option, einer Ware oder von Devisen innerhalb eines Tages, ist dafür ein gutes Beispiel. Da nützt auch die beste Daytrading Software nichts.

Ein Beispiel macht dies deutlich. A kauft morgens 100 Aktien zum Kurs von 100 Euro und zahlt dafür 10.000 Euro zuzüglich Börsen- und Bankkosten von 100 Euro, insgesamt also 10.100 Euro. Die Aktie steigt bis zum Mittag um 2 % auf 102, der Gewinn beträgt somit 200 Euro. Dies ergibt einen Gewinn von 200 Euro = 720 %: eine tolle Rendite! Nur: Beim Verkauf waren wieder 100 Euro Spesen fällig, der Erlös betrug somit nur 10.100 Euro. An diesem Geschäft ist daher nur die Bank oder der Broker reich geworden! Gewinne von 2 % bei einer Aktie sind ohnehin nicht die Regel.

Wer sich mit Daytrading beschäftigen will, braucht erstens regelmäßig viel Zeit, um mindestens zweimal täglich die Börse beobachten zu können. Dann benötigt er ein relativ hohes "Spiel"-Kapital - einfach deshalb, weil er nie wissen kann, wann genau mit Gewinn verkauft werden kann. Das Kapital darf also nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt für andere Zwecke benötigt werden. Ein zweiter Grund für den hohen Kapitaleinsatz sind die Börsen-, Bank- oder Brokergebühren, die dann ausgehandelt werden können. Mit Standardkonditionen rechnet sich Daytrading nicht. Die Daytrading Software verfügt über einen Zugang zu aktuellen Börsendaten; auch dies kostet Geld, weil man mit den üblichen verzögerten Kursen kein Daytrading betreiben kann. Die Software muss jederzeit das komplette Depot mit aktuellen Kursen abbilden und jeweils Kauf- oder Verkaufssignale geben, wenn bestimmte vom Daytrader vorgegebene Kurse erreicht werden. Soll sie auch zur Aktienauswahl genutzt werden, muss sie zusätzliche Features beinhalten.