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Bezahlfernsehen: Aus Premiere wurde Sky

Das kriselnde Privatfernsehunternehmen Premiere nimmt unter dem Namen Sky wieder Fahrt auf. Sky ist nun der neue Markenbegriff von Premiere.

Grundgedanke des ehemaligen Kirch Senders Premiere ist, dass man als Konsument für gute Inhalte Geld bezahlt. Man bezahlt schließlich auch für Kino und für Sportereignisse Geld, warum sollte man dann nicht auch für Filme und Sport im Fernsehen Geld bezahlen. Der Unternehmer Kirch ist mit seiner Firma Premiere in die Insolvenz gegangen. Heute, also in diesen Zeiten, nimmt der Sender unter der britischen Flagge Sky erneut Fahrt auf. Die Frage ist, ob das Konzept trägt.

Zunächst einmal zahlt man immer für eine gute Unterhaltung. Das gilt sowohl für Unterhaltung im Netz wie auch für Unterhaltung im Radio oder Fernsehen. Entweder bezahlt man den Produzenten für seine Unterhaltungsarbeit direkt, indem man sein Buch, seinen Film kauft. Die Wertigkeit sind durch die modernen Medien verschoben, man denkt, man bekäme viele Dinge umsonst. Früher war eine Unterhaltung an ein Medium gekoppelt und dieses Medium musste selbstverständlich bezahlt werden. Niemand ging in eine Buchhandlung oder in einen Schallplattenladen und nahm das Material einfach mit. In der modernen Welt werden allerdings die Bezahlungen verschleiert. Man zahlt mit seiner Arbeitszeit und wird dafür schlecht entlohnt. Wenn man für einen 90 minütigen Film eine halbe Stunde Werbung schaut, dann liegt der Stundenlohn bei mickrigen 2 Euro. Wenn man das einmal so betrachtet, ist ein gutes Filmabo ein perfektes Geschäft. Die werbefinanzierten Sender "beuten" den Konsumenten regelrecht aus.

Der Schwerpunkt von Premiere liegt allerdings weniger auf den Filmen. Vielmehr ist das Argument für ein Abo bei Sky eher der Sport. Man kann bei Sky Channel oder bei Premiere genau das Sportereignis live sehen, das man sehen möchte. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal für diesen Sender. Ein Sportereignis kann man sonst nirgendwo live sehen. Das wird man auch nicht in iTunes oder Napster laden und leihen können. Wenn man also einem Sportfan eine Freude machen möchte dann ist die Investition in ein Sky Abo immer und gerade noch eine gute Angelegenheit. Für andere Unterhaltungsmethoden wird es in Zukunft wahrscheinlich andere Medien geben. Vielleicht verbindet Sky ja das Konzept der interaktiven Videothek und das Konzept des Live Sehens. Das wäre dann eine geniale Angelegenheit. So oder so ist das Konzept des Bezahlfernsehens in Deutschland offenbar noch umsetzbar.

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