Der gute alte Röhrenfernseher ist bald ausgestorben

Seit der Erfindung der Fernsehgeräte waren es Röhrenfernseher, die über viele Jahre bewegte Bilder in jedem Wohnzimmer erzeugten. Flachbildschirme lösen diese Technik mehr und mehr ab.

Röhrenfernseher nannte man die ersten Fernseher, die über lange Jahre das Bild in den Fachgeschäften für Unterhaltungs-Elektronik dominierten und auch heute noch vereinzelt zu finden sind. Die Technik, die in diesen Geräten eingesetzt wird, ermöglichte es überhaupt erst, bewegte Bilder auf einem Bildschirm zu erzeugen. In den letzten Jahren wurden verstärkt vollständig andere Techniken für diesen Zweck entwickelt, die eine leichtere und flachere Bauweise ermöglichen.

Röhrenfernseher benötigen aufgrund der Kathodenstrahltechnik, die das Kernstück dieser Fernsehgeräte darstellt, eine große Tiefe, so dass manche Röhrenfernseher, vor allem mit einer großen Bildschirmdiagonale, sehr viel Raum einnehmen. Im Gegensatz zu Flachbildschirmen, wie sie heute weit verbreitet sind, ist ein Röhrenfernseher in seiner Bildschirmgröße begrenzt. Das maximale diagonale Maß des Bildschirms eines Röhrenfernsehers beträgt 82 Zentimeter.

Die Bilderzeugung in einem Röhrenfernseher erfolgt durch Ablenkung von Induktionsstrahlen innerhalb der Kathodenstrahlröhre, die früher vorwiegend als Braunsche Röhre bekannt war. Diese Bildröhre ist ein geschlossener, luftdichter Glaskolben mit einer Glühkathode. Diese Glühkathode beschleunigt Elektronen zu einer Anode im vorderen Bereich des Bildschirms und erzeugt dadurch unter Hochspannung Bildpunkte von unterschiedlicher Helligkeit auf dem Bildschirm. Um diese Bildpunkte erzeugen zu können, werden die Elektronen durch ein Loch in der Anode herausgeschleudert und durch Magnetfelder genau an die Stelle der Mattscheibe gelenkt, wo sie das gesendete Bild erzeugen können. Die Rückseite der Mattscheibe ist mit einer fluoreszierenden Schicht versehen, um die Bildung der Lichtpunkte zu ermöglichen. Um ein Fernsehbild zu erzeugen, müssen in kürzester Zeit extrem viele Lichtpunkte erzeugt werden.

Die Bild-Darstellung erfolgt beim Röhrenfernseher in Zeilen, die von links nach rechts und von oben nach unten angeordnet sind. Die für den Zuschauer nicht spürbare Wiederholung des Bildaufbaus wird in der Einheit Hertz angegeben. Ein Röhrenfernseher mit hundert Hertz wiederholt das Bild hundertmal in der Sekunde.

Die Spannung, die durch den Zeilentrafo an der Anode erzeugt wird, kann bis zu 30 000 Volt betragen. Eine derart hohe Spannung kann mehrere Tage benötigen, bis sie abgebaut wird. Daher ist es selbst dann nicht ungefährlich, die Rückseite eines Fernsehers zu öffnen, wenn das Gerät nicht mehr an das Stromnetz angeschlossen ist.