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Ausländische Dividenden – nicht immer frei von Risiken

Ausländische Dividenden sind Zahlungen ausländischer Aktiengesellschaften an ihre Aktionäre im Inland. Meist wird im Ausland eine Quellensteuer einbehalten, die auf die deutsche Einkommensteuer angerechnet wird.

Wer ausländische Dividenden erhält, hat einige Besonderheiten zu beachten. Der Anleger ist an einer ausländischen Aktiengesellschaft beteiligt. Da ist zunächst die Frage, wo die Aktien gehalten werden. Ist es ein Depot im Inland, wird die Dividende automatisch diesem Depot beziehungsweise dem zugeordneten Girokonto gutgebracht. Befindet sich das Depot im Ausland, erfolgt die Gutschrift dort.

Je nach Währung, in der die Dividende gezahlt und das Depot geführt wird, kann noch eine Währungsumrechnung erforderlich werden. Dabei wird von der umrechnenden Institution eine mehr oder weniger große Spanne zu Lasten des Anlegers berücksichtigt.

Solche ausländische Dividenden unterliegen meist dem Abzug einer Quellensteuer, die im Ursprungsland verbleibt und auf die deutsche Einkommensteuer angerechnet wird. Dies ist der Normalfall. Es gibt aber auch Sonderfälle, bei denen beispielsweise die Quellensteuer nicht oder fiktiv angerechnet wird. Die Einzelheiten weiß der Steuerberater, der sich anhand eines eventuell zwischen Deutschland und dem ausländischen Staat bestehenden Doppelbesteuerungsabkommens informieren kann.

Nach dem Prinzip, das in Deutschland ein Inländer sein Welteinkommen versteuern muss, sind die Dividenden in Deutschland steuerpflichtig. Die Quellensteuer im Ausland befreit davon nicht. Es ist nicht auszuschließen, dass die Finanzbehörden Daten untereinander austauschen. Man kann deshalb nicht davon ausgehen, dass das deutsche Finanzamt von Dividendenzahlungen im Ausland nichts erfährt. Lediglich bei Ländern mit sehr strengem Bankgeheimnis wie der Schweiz mag dies noch der Fall sein. Doch ist der deutsche Finanzminister sehr bestrebt, auch da die für eine korrekte Besteuerung relevanten Informationen zu erhalten.

Ausländische Dividenden werden von den Aktiengesellschaften nach ähnlichen Regeln gezahlt wie in Deutschland. Gehört der ausländische Staat nicht zur Eurozone, besteht ein Währungsrisiko. Andererseits bieten ausländische Anlagen auch Vorteile. So ist beispielsweise in den USA eine vierteljährliche Dividendenzahlung üblich. Es gibt dort auch Gesellschaften, die zur vollständigen Ausschüttung ihres Gewinns verpflichtet sind.

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