Baer Zertifikat - kein Produkt einer Schweizer Bank

Das Baer Zertifikat hat nichts mit der gleichnamigen Schweizer Privatbank zu tun. Es geht vielmehr auf den Bären vor der New Yorker Börse zurück, der im Gegensatz zum Bullen für fallende Kurse steht, und nutzt diese aus.

Bulle und Bär sind an der Börse Sinnbild für steigende und fallende Kurse. Die beiden Skulpturen stehen vor dem Gebäude der New Yorker Börse in der Wallstreet, der wohl bekanntesten Börse in der Welt. Der Bär hat dem Baer Zertifikat seinen Namen gegeben.

Generell sind die Zertifikate eine Art Wertpapiere, ein "strukturiertes Finanzprodukt". Sie werden von den Banken herausgegeben und vorwiegend an Privatkunden verkauft. Mit diesen Papieren wird dem Privatanleger ermöglicht, komplizierte Anlagestrategien nachzubilden oder indirekt an Spekulationen teilzuhaben, zu denen er keinen direkten Zugang hat.

Das Baer Zertifikat ist ein Indexzertifikat. Die Basis ist ein Index, beispielsweise der Aktienindex [url=http://www.wallstreet-online.de/indizes/Dax]DAX[/url]. Der Kurs des Zertifikats errechnet sich aus der Basis minus dem aktuellen Indexstand, ggf. unter Berücksichtigung von Korrekturfaktoren wie Bezugsverhältnisse. Beispiel: Erwirbt man ein Baer Zertifikat auf den DAX-Index mit der Basis von 6000, so muss man bei einem aktuellen Indexstand des DAX von 5600 für ein Zertifikat 400 Euro bezahlen (Umrechnungen, Gebühren und Kursabschläge werden in diesem Beispiel nicht berücksichtigt.). Steht der DAX nach drei Monaten bei 5800, kann man das Zertifikat für 200 Euro wieder verkaufen - mit Verlust. Steht der DAX bei 5100, erhält man für das Zertifikat 900 Euro und hat 500 Euro gewonnen - abzüglich der Spesen für die beiden Geschäfte.

Theoretisch kann man sich mit diesem Zertifikat gegen Kursverluste absichern, wenn das eigene Aktienportfolio den DAX genau nachbildet. In der Praxis sieht dies etwas anders aus. Meist hat man nicht genau die DAX-Aktien. Somit kann der Kursverlust größer oder kleiner wie beim DAX sein.

Fazit: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Index steigt, fällt oder gleich bleibt? Wenn man je 1/3 unterstellt, hat man nur 1/3 Gewinnchance. Der Emittent gewinnt aber bei steigenden und gleich bleibenden Kursen, da ihm wenigstens die Spesen verbleiben. Selbst bei leichtem Fallen macht er keinen Verlust. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn das Zertifikat nur eine begrenzte Laufzeit hat.

Inhalt

Rubriken