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Wert und Funktionsweise eines Hebelzertifikats

Wer Geld investiert, will in der Regel einen möglichst hohen Gewinn erzielen. Dies gilt insbesondere für Geldanlagen, bei denen der Anleger ein gewisses Risiko freiwillig in Kauf nimmt.

Als risikoreiche, aber auch gewinnträchtige Geldanlagen gelten jene Zertifikate, die mit einem sogenannten Hebel verbunden sind. Bei Zertifikaten handelt es sich im Prinzip um Schuldverschreibungen. Ihre Wertentwicklung ist von der Wertentwicklung anderer Finanzprodukte abhängig, zum Beispiel von dem Kurs einer bestimmten Aktie. Sie können allerdings auch von einem kompletten Aktienindex wie dem Deutschen Aktienindex DAX, in dem die größten deutschen Unternehmen gelistet sind, abhängig sein. Das erste Zertifikat, das jemals emittiert wurde, war genau so ein Index-Zertifikat auf den DAX und wurde im Jahr 1990 von der Dresdner Bank herausgegeben.

Die Investoren erhalten keine feste Verzinsung, sondern werden am Erfolg oder Misserfolg des jeweiligen Börsengeschäfts beteiligt. Das angelegte Geld ist, anders als bei Fonds, bei einer Insolvenz des Emittenten nicht als Sondervermögen geschützt. Ein Totalverlust des Kapitals ist daher nicht auszuschließen. Dafür sind auch sehr große Gewinne möglich. Wenn also ein Hebel verwendet wird, wird die anzulegende Summe unter Einbeziehung eines Wertpapierkredits in einen Basiswert investiert. Denkbare Basiswerte sind neben dem DAX auch Währungen wie der US-Dollar, Bundesanleihen oder Rohstoffe wie Öl, Zucker und Wolle bis hin zu Schweinebäuchen. Durch den als Hebel eingesetzten Kredit profitiert so ein Zertifikat dann stärker von Kursschwankungen als der darunter liegende Basiswert. Berechnet wird der jeweilige Wert aus dem Kurs des Basiswerts und einem für das jeweilige Zertifikat festgelegten ­Strike-Kurs.

Handelt es sich um ein Bull- beziehungsweise ­Longzertifikat, profitiert der Investor von steigenden Kursen. Wenn es sich hingegen um ein Bear- beziehungsweise ­Shortzertifikat handelt, führen fallende Kurse zu einer positiven Wertentwicklung. Ein gehebeltes Longzertifikat mit einem Hebel von 10 steigt das Zehnfache des Anstiegs des darunter liegenden Basiswerts. Bei einem Shortzertifikat würde sich der Wert des Papiers um das Zehnfache des Verlusts des Basiswerts vergrößern. Allerdings werden auch die Verluste gehebelt, wenn sich die Kurse an der Börse anders entwickeln, als ursprünglich erwartet.