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Bonuszertifikate - eine gute Geldanlage für Jedermann?

Bonuszertifikate, sogenannte Derivate, sollen dem Privatanleger eine Garantieverzinsung bieten und einen Risikopuffer gegen Kursrückgänge bieten. Ist dies gegenüber der direkten Anlage in der Aktie ein Vorteil?

Bei allen derartigen Zertifikaten darf man davon ausgehen, dass der Emittent Geld verdienen und kein Risiko eingehen will. Wenn alles gut läuft, darf auch der Anleger profitieren. Aber wehe, wenn es nicht so kommt. Dann soll der Emittent wenigstens keinen Verlust erleiden. Und die Ausgabeaufschläge und Gebühren hat er erst einmal in der Tasche.

Bonuszertifikate sind aus rechtlicher Sicht eine Anleihe, die der Emittent auflegt. Er verspricht, am Ende von der Laufzeit den Emissionspreis und einen vorab genau festgelegten Bonus auszuzahlen, wenn der Kurs des Basiswertes sich in bestimmten Grenzen bewegt hat.

Ein Beispiel: Eine Aktie, die die Bank in ihrem Besitz hat und die nicht verkauft werden soll, soll zusätzlichen Ertrag bringen. Sie legt eine Anleihe auf (Preis eines Zertifikates = aktueller Wert der Aktie) mit der Bedingung, dass sie einen Bonus zahlt, sofern sich der Basiswert, also die Aktie, innerhalb bestimmter Grenzen bewegt, also zum Beispiel innerhalb von 50 bis 100 Euro. Dafür zahlt die Bank einen Bonus. Im Gegenzug stehen ihr jedoch die Dividenden der Aktie zu. Bleibt die Aktie innerhalb der Bandbreite, zahlt die Bank dem Anleger seine Anlage zuzüglich des Bonus, der maximal der Dividende entsprechen dürfte. Steigt der Kurs über die Bandbreite plus Bonus, zahlt die Bank den höheren Wert aus. Fällt der Kurs jedoch unter die Bandbreite, erhält der Anleger nur den Aktienwert ausgezahlt - immer unter der Bedingung, dass die Bank zahlungsfähig ist.

Fazit: Der Anleger erhält seine Anlage zuzüglich des Bonus zurück, wenn sich die Aktie innerhalb der Bandbreite bewegt. Gegenüber der direkten Anlage in Aktien brauchen ihn die Kursbewegungen nicht zu interessieren. Geht die Aktie unter oder über die Bandbreite, erhält er den Aktienwert, im letzten Falle zuzüglich des Bonus. Er hätte also genauso gut die Aktie direkt kaufen können und hätte anstelle des Bonus die Dividende kassiert. Da Bonuszertifikate während der Laufzeit ebenfalls schwanken, falls sie überhaupt verkauft werden können, sind sie als Kurssicherung nur interessant, wenn sie für die Dauer der Laufzeit gehalten werden. Dann sollte man ihre Rendite aber mit einer normalen Anleihe vergleichen.