Der Rentenversicherungsbeitrag muss tendenziell steigen

Der Rentenversicherungsbeitrag wird im Rahmen des sogenannten Generationenvertrages von gesetzlich versicherten Arbeitnehmern oder Personen erhoben, die freiwillig Beiträge entrichten, um Rentenansprüche zu erwerben.

Der Generationenvertrag funktioniert dahingehend, dass der Rentenversicherungsbeitrag berechnet und von pflichtversicherten abhängig beschäftigten Arbeitnehmern oder freiwillig Versicherten erhoben wird. Hierdurch wird im Umlageverfahren die Leistung der heutigen Zahlung der gesetzlichen Renten erzielt und gleichzeitig eine Anwartschaft auf eigene Rentenzahlungen erarbeitet. Der Rentenversicherungsbeitrag hat seinen Ursprung in einer Zeit, als noch viele Kinder geboren wurden und zahlreiche Arbeitnehmer die damaligen Rentner finanzierten.

Folglich konnten die Rentenversicherungsbeiträge zu Beginn der Einführung der gesetzlichen Rente auch im Vergleich zu heutigen Verhältnissen relativ niedrig gehalten werden. Der sogenannte Generationenvertrag, der bewirkt, dass aktuelle Einzahler heutige Rentner mit ihren Mitteln finanzieren, hat sich aber durch veränderte Strukturen in der Gesellschaft verschoben. So mussten die Rentenversicherungsbeiträge seit der Einführung der gesetzlichen Rentenversicherung deutlich angehoben werden. Hintergrund ist, dass sich seit der Gründung der gesetzlichen Rentenversicherung deutliche Rückgänge an Geburten verzeichnen ließen. Parallel hierzu ist die Lebenserwartung der Menschen deutlich gestiegen. Das hat zur Folge, dass weniger Arbeitnehmer weitaus mehr Rentner finanzieren müssen und dies auch aufgrund längerer Bezugszeiten wegen höherer Lebenserwartung auch längerfristiger tun müssen.

Der Generationenvertrag, der zu seiner Entstehungszeit eine sehr gute Idee war, hat sich langfristig selbst überholt. Heutige Rentenversicherungsbeiträge müssen regelmäßig angehoben werden und trotzdem stagnieren die Renten der heutigen Rentner und können nicht parallel zur Teuerungsrate angehoben werden. Heutige Arbeitnehmer sind nun schon auf eine private Absicherung ihrer Rente angewiesen, um später nicht in die Altersarmut zu gelangen. Theoretisch müssten die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung neben der Anpassung an die Teuerungsrate auch vervielfacht werden, würde man die veränderte Situation berücksichtigen und gleiche Absicherungen der Renten der heutigen Arbeitnehmer erzielen wollen.

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