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Die Gazprom, weltweit bedeutendster Erdgasförderer

Bei der Gazprom handelt es sich um das weltweit größte Unternehmen im Bereich der Erdgasförderung und zudem auch um das in Europa aufgrund seiner Marktkapitalisierung größte Unternehmen überhaupt.

Der ehemalige Staatskonzern Russlands ist im Bereich der Erdgasförderung in Europa als auch weltweit führendes Unternehmen. Rund 445.000 Mitarbeiter sind für den riesigen Konzern tätig, der auch im Bereich des RTS Index gelistet ist und der seinen Sitz in Moskau hat. Die Bezeichnung Gazprom bezieht sich auf die russische Bezeichnung gasowaja promyschlennost. Hier galt das Unternehmen früher als einer der Geschäftsbereiche im Ministerium für Gasförder- und Gastransportindustrie. Hierbei handelte es sich um ein Branchenministerium der ehemaligen UdSSR. Die Perestroika wirkte sich auf die Gazprom aus und so wurde der Konzern im Jahr 1989 in einen Staatskonzern umgewandelt. Der damalige Minister der Gasförder- und Gastransportindustrie wurde gleichzeitig zum Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens gewählt.

Die Aufgaben der Gazprom bestehen heute in der Kontrolle der Gaswirtschaft von Russland und bedingt durch nur einige Förder- und Handelgesellschaften in diesem Bereich gehen etwa 85 Prozent der russischen Erdgasförderung auf Gazprom, so dass etwa ein Viertel der gesamten weltweiten Gasförderung auf die Gazprom entfällt. Im Bereich des Erdgasexportes von Russland aus in andere Länder hält die Gazprom eine Monopolstellung. Russland ist mit der Gazprom damit weltweit der mit deutlichem Abstand bedeutendste Gasimporteur. Das Jahr 2005 bracht eine Vereinbarung, die zwischen der BASF und E.ON sowie der Gazprom getroffen wurde, die eine Erdgasleitung durch die Ostsee als Plan beinhaltet. Trotz ihrer großen Bedeutung im Erdgasbereich ist die Gazprom aber nicht nur hier aktiv. Sie ist auch in anderen Geschäftsbereichen aktiv. Hierzu gehören neben der Stromwirtschaft auch der Bereich der Medien sowie auch das Bankwesen. Die Gazprom befindet sich häufig in der Kritik, da in der Unternehmenspolitik eine Konzentration der Energiewirtschaft gesehen wird. Zudem wird der Gazprom aufgrund der weitern Geschäftsfelder, in denen sie aktiv ist, eine Verzettelung vorgeworfen. Hier wird Verschleierung und Undurchschaubarkeit der Geschäftspolitik befürchtet. Die Gazprom muss in der Presse regelmäßig den Vorwurf der Anfälligkeit für Korruption über sich ergehen lassen. Gazprom-Mitarbeiter haben allerdings gleichzeitig innerhalb Russlands einen privilegierten Status. Die Gazprom erklärt es als ihr Ziel, das Unternehmen innerhalb der nächsten Jahre zum führenden Konzern weltweit auszubauen und so wurden in der Vergangenheit schon Beteiligungen im Öl- und auch Strombereich gekauft.