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Die Geschichte der Altanaaktie

Die Altanaaktie gehörte einst zum wichtigsten deutschen Aktienindex DAX, wurde dort aber herausgenommen, weil sie die Anforderungen nicht mehr erfüllen konnte.

altana aktie
Foto: © Markus Wegner / http://www.pixelio.de

Wer sich die Geschichte der Altanaaktie ein wenig genauer anschaut, der sieht, dass sie sehr eng mit einem einzigen Produkt verbunden ist. Den schwerpunktmäßigen Umsatz erzielt die Altana Aktiengesellschaft mit einem Medikament, das unter dem Namen Pantoprazol vertrieben wird. Es gehört zu den so genannten Protonenpumpenhemmern. Sie unterdrücken die Produktion von Magensäure und werden bei Helicobacter Pylori eingesetzt, das sehr oft für die Entstehung von Magengeschwüren und Geschwüren des Zwölffingerdarms verantwortlich ist. Pantoprazol wird auch als Magenschutz bei der längerfristigen Gabe von klinischen Dosen von Schmerzmitteln verwendet.

Aber warum ist Pantoprazol für die Entwicklung der Altanaaktie so interessant? Das Medikament wird aufgrund eines Patents produziert, dessen Laufzeit demnächst beendet ist. Ein Nachfolgeprodukt, bei dem man mit ähnlichen Umsatzzahlen rechnen könnte, gibt es bis dato nicht. Deshalb entschloss man sich 2006 zu einem Verkauf des pharmazeutischen Bereiches an den dänischen Konkurrenten Nycomed. Zwei Drittel der Belegschaft waren in diesem Unternehmenszweig tätig gewesen und hatten den gleichen Anteil am Gesamtumsatz erwirtschaftet.

Dass die Altanaaktie aus dem [url=http://www.wallstreet-online.de/indizes/Dax]DAX[/url] flog, hat aber einen anderen Grund. Um in den Dax kommen zu können, müssen bestimmte Anforderungen erfüllt werden. Dazu gehört auch, dass sich mindestens ein Zehntel der ausgegebenen Wertpapiere in Streubesitz befinden. Als Streubesitz bezeichnet man im Börsendeutsch kleinere Aktionäre, die oft nur ein oder zwei Aktien eines Unternehmens halten. Das ist seit Januar 2009 bei der Altanaaktie nicht mehr der Fall. Etwa 92 Prozent der gesamten Aktien befinden sich im Besitz der SKion GmbH.

Diese Gesellschaft gehört der 1962 geborenen Deutschen Susanne Klatten, die derzeit für sich in Anspruch nehmen kann, die vermögendste Frau der Bundesrepublik Deutschland zu sein. Die studierte Betriebswirtschaftlerin besitzt nach inoffiziellen Schätzungen ein Vermögen von knappen acht Millionen Euro. Darunter befinden sich auch erhebliche Anteile am deutschen Autobauer BMW. Auch hat Frau Klatten das Potenzial erneuerbarer Energien erkannt und sich mit zwanzig Prozent an der Nordex AG beteiligt, die 2006 eine erste große Offshore-Windkraftanlage in Betrieb genommen hat. Ein Jahr zuvor war Susanne Klatten hier mit einem Teil ihres gigantischen Vermögens eingestiegen.