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Die Telekom Aktie ist das Volks-Wertpapier schlechthin

Viele Familien halten die Telekom Aktie als Geldanlage. Man sollte aber Vorsicht walten lassen, weil das Unternehmen möglicherweise nicht mehr die erste Wahl ist.

Kaum ein Wertpapier hat so hohen Symbolwert, wie die Telekom Aktie. Die Anteile am Unternehmen haben sich inzwischen als Geldanlage-Alternative zum Sparkonto etabliert und sind vor allem bei „Otto-Normalverbrauchern“ beliebt.

Die Telekom war ehemals in staatlicher Hand und meisterte den Sprung aufs Parkett in drei Schritten (Tranchen), denen beispiellose Werbekampagnen vorausgingen, sodass die Volksaktie rund 34 Milliarden Euro in die Staatskasse spülte. Beim Börsengang 1996 betrug der Emissionswert der Aktie 28,50 Mark und erbrachte einen Gewinn von 20 Milliarden Euro. Im Juni 1999 folgte die zweite Tranche mit Stückpreisen von 39,50 Euro (Erlös 10,9 Milliarden Euro) und ein Jahr später die dritte Tranche, wo das Papier zu 66,50 Euro gehandelt wurde um 15 Milliarden Euro einzubringen.

Kurz nach der dritten Emission war die Euphorie mit Stückpreisen von über 100 Euro auf ihrem Höhepunkt. Unter anderem, weil sich herausgestellt hatte, dass die Telekom konkurrenzfähig blieb, obwohl ihr staatlich garantiertes Monopol 1998 durch die Verabschiedung des Telekommunikationsgesetzes gefallen war.

Der, durch die EU-Kommission für Wettbewerbsrecht, erzwungene Verkauf des deutschlandweiten Breitbandnetzes war weit schmerzhafter für die T-Com, weil die Konkurrenz sich dadurch etablieren konnte und die technische Möglichkeit entstand, mit diesem Netz auch Gespräche über das Internet zu übertragen.

Schließlich zwang der stärker werdende Konkurrenzkampf, die Wirtschaftskrise von 2001, Missmanagement, überteuerte Kaufpreise für die UMTS-Lizenzen, ein hoher Schuldenberg und der Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden die Telekom Aktie in die Knie. Sie notierte im September 2002 auf einem Tief von 8 Euro und 43 Cent. Das hat sich bis heute nicht gebessert, man denke nur an die Datenaffäre, sodass der Kurs auch heute nicht über zehn Euro liegt.

Das 260 000 Mann starke Unternehmen ist zu knapp 15 Prozent in staatlichem Besitz, 17 Prozent gehören der KfW Bankengruppe und 4,5 Prozent einem US-Investor namens Blackstone. Die verbleibenden 64 Prozent befinden sich in Staatsbesitz.

Die Telekom wurde von der Monopolkommission als größtes Unternehmen Deutschlands im Jahr 2006 ermittelt. Und zwar hinsichtlich der Wertschöpfung, des Sachwertes und nach Cashflow. Nur unter dem Gesichtspunkt der Arbeitsplätze im Inland - 160.000 an der Zahl, belegt sie Platz sechs.