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Dach-Hedgefonds: der Türöffner für Privatanleger

Viele Privatanleger wollen an den riskanten, aber bisweilen hohen Gewinnen teilhaben, welche Hedgefonds erwirtschaften. Dachhedgefonds können für sie das Tor zur Welt der Spekulation sein.

Dachhedgefonds bieten Privatanlegern die Möglichkeit, Zugang zu bestimmten Hedgefonds zu bekommen, an die sonst nur institutionelle Anleger herankommen. Viele Hedgefonds verlangen eine Mindestinvestition, welche die Möglichkeiten von Privatinvestoren und -Sparern übersteigt. Dachhedgefonds verhelfen ihnen Zugang zu diesen Finanzprodukten, mit allen Risiken und Möglichkeiten.

Dachhedgefonds investieren ihrerseits in Subhedgefonds. Im Optimalfall verfolgen diese Fonds ähnliche oder komplementäre Strategien. Hedgefonds zeichnen sich dadurch aus, dass sie sowohl von steigenden wie auch von fallenden Kursen profitieren können – es kommt bloß darauf an, auf welche Möglichkeit die Fondsmanager gesetzt haben. Deshalb wählen gut organisierte Dachhedgefonds nie Subhedgefonds aus, die Investitionsstrategien verfolgen, welche sich widersprechen. Würde beispielsweise einer der Subhedgefonds auf Kursstürze bei Technologie-Aktien setzen, während ein anderer Subhedgefonds auf Kurssteigerungen derselben Aktien setzt, resultiert daraus ein Nullsummenspiel für einen Dachhedgefonds, der beide Hedgefonds beinhaltet. Da aber sowohl die Subhedgefonds wie auch der Dachhedgefonds Gebühren für die Verwaltung des Kapitals verlangen, schreibt der Anleger Verluste.

Dach- wie Singlehedgefonds haben den Anspruch gemeinsam, von steigenden wie auch von fallenden Rohstoffpreisen, Wertpapier- und Devisenkursen profitieren zu können. Deshalb werden ihre Investitionen oft auch als Wetten bezeichnet. Mit Wetten haben Hedgefonds tatsächlich gemeinsam, dass sie spekulativer sind als klassische Anlageformen. Anstatt direkt auf konkrete Werte wie Rohstoffe oder Edelmetalle zu setzen, oder selbst auf abstrakte wie Wertpapiere oder Devisen, spekulieren Hedgefonds darauf, dass sich bestimmte Werte, Derivate oder Indizes in eine bestimmte Richtung verändern. Im Unterschied zu einer Sportwette wirken sich die Spekulationen von Hedgefonds jedoch sehr wohl auf die Realität aus: Wenn beispielsweise genügend Fondsmanager darauf setzen, dass die Aktie einer Firma fallen wird, und deshalb Leerverkäufe tätigen, drückt dies tatsächlich den Wert der Papiere. Das Wettbüro ist sozusagen keine unabhängige Instanz, sondern die reale Wirtschaft; aus ihr werden die Gewinne der Fonds ausbezahlt. Dies wird von manchen als moralisch nicht vertretbar angesehen. Befürworter von Hedgefonds halten dem entgegen, dass ökonomisch gesehen kein Unterschied zwischen klassischen Investoren und Hedgefonds-Managern besteht, weil sie beide nur die Mechanismen der Kapitalmärkte nutzen, um Geld zu verschieben und zu verdienen.

Wer zum ersten Mal in Hedgefonds investieren möchte, wählt oftmals den Weg über Dachhedgefonds. Sie ermöglichen den Zugang selbst zu Subhedgefonds, welche für Neuinvestoren bereits geschlossen sind, oder zu solchen, die so hohe Mindesteinlage-Anforderungen haben, dass sie Privatanlegern in der Praxis verschlossen bleiben.