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Österreichische Aktien werden durch Streit belastet

Ein Streit zwischen dem globalen Währungsfonds, dem Zusammenschluss europäischer Länder und einem österreichischen Nachbarland Ungarn über dessen Sparkurs belastet die österreichische Börse.

Wie ein Streit des österreichischen Nachbarlandes Ungarn mit einer weltweit operierenden Finanzinstitution auch die Börsen im Inland belasten kann, zeigt sich an einem aktuellen Beispiel. So wurden die Börsen in der Hauptstadt Ungarns und in der österreichischen Kapitale Wien schwer unter Druck gesetzt. Dies galt vor allem für österreichische Bankenaktien, ebenso für Papiere von Finanzinstituten aus dem Nachbarland. Unterbrochen wurden nämlich die Gespräche zwischen den Magyren und dem globalen Währungsfonds sowie dem europäischen Staatenverbund über den Abruf einer weiteren Tranche eines Kreditpaketes (25 Milliarden Dollar), das vor zwei Jahren vereinbart worden ist.

Die Aktien österreichischer Banken gingen daraufhin in den Keller. Gleiches galt für den österreichischen Leitindex, der ebenfalls Verluste beklagen musste. Da österreichische Banken zu den großen Kreditgebern in Osteuropa gehören, schlägt sich eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der Region sofort in deren Büchern nieder, so dass sie höhere Vorsorgen für faule Kredite treffen müssen. Die größte Bank Ungarns musste ebenfalls schwere Verluste hinnehmen, ebenso wie die dortige Landeswährung.

Beim Streit zwischen Ungarn, dem europäischen Staatenbund und dem globalen Währungsfonds steht der Sparwille des Landes im Mittelpunkt. Der europäische Staatenbund und der globale Währungsfonds fordern das Land dazu auf, zur Konsolidierung seines Haushaltes zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen. Zu Hilfe gekommen waren die europäische Ländergemeinschaft und der globale Währungsfonds dem Land vor zwei Jahren mit einer Kreditzusage. An diesem Beispiel wird deutlich, dass diese starke Verflechtung der österreichischen Wirtschaft mit Ost- und Mitteleuropa auch negative Folgen für die Verzinsung österreichischer Bundesanleihen hat. Dennoch ist auf österreichische Papiere Verlass, da sich auch während des jüngsten europäischen Banken-Stresstests gezeigt hat, dass die Finanzinstitute Austrias über genügend Eigenkapital verfügen, um solchen Krisen stand zu halten. Deshalb erholen sich die Aktien auch recht schnell wieder und sind im Großen und Ganzen ein gutes Anlagevehikel.

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