Abgezinste Sparbriefe alternativ zu anderen Sparbriefen

Der Begriff Sparbrief ist nicht immer sehr genau definiert. Grundsätzlich handelt es sich dabei um ein von einem Kreditinstitut angebotenes festverzinsliches Angebot mit Zinsfestschreibung für die gesamte Laufzeit.

Die Sparbriefe sind ein klassisches Anlageinstrument, weil sie risikolos sind. Sie sind bei nahezu jeder deutschen, aber auch einigen ausländischen Banken zu bekommen. Die Sparbriefe sind in Deutschland durch die Einlagensicherung gedeckt, was die Sicherheit erhöht. Jeder, der sie zeichnet, weiß, wie lange sein Geld festliegt und wie viel Geld er dann zu erwarten hat. Allerdings ist die Verzinsung in der Regel niedriger als bei anderen Anlageformen, die ein ähnlich niedriges Risiko aufweisen. Sie hängt üblicherweise von der Länge der Laufzeit und der Höhe der Einlage ab. Vorteil der Sparbriefe ist es, dass bereits kleine Beträge angelegt werden können. Meist sind sie ab 500 € erhältlich. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten, wie es z. B. die Depotkosten für den Aktienanleger sind.

Den Sparbrief gibt es in dreierlei Ausführungen: den auf- bzw. abgezinsten Sparbrief und denjenigen mit jährlicher Zinszahlung. Der normale Sparbrief wird zum Nennwert erworben, die Zinsen werden halb- oder jährlich ausgezahlt, in seltenen Fällen ist auch eine monatliche Auszahlung möglich. Anders ist dies beim abgezinsten Sparbrief. Hier werden die zu erwartenden Zinsen und Zinseszinsen vom Nennwert abgezogen, zu diesem Wert wird der Sparbrief erworben. Ist seine Laufzeit vorbei - d. h. - entsprechend dem Vertrag nach einem bis zu zehn Jahren - dann bekommt man den Nominalwert, also den Wert mit Zinsen, ausbezahlt. Der aufgezinste Sparbrief wird zum Nennwert erworben, die fälligen Zinsen werden dem Wert hinzugeschlagen und zum gleichen Zinssatz für die weitere Laufzeit mitverzinst. Nach Ende erhält man also einen Betrag, der sich aus dem Nennwert und den hinzugekommenen Zinsen zusammensetzt. Die Berechnung der wirklichen Rendite ist nicht ganz einfach und wird von den Kreditinstituten auch nicht selten verschleiert. Häufig wird dabei beispielsweise der Zinseszinseffekt nicht eingerechnet. Allerdings findet man Webseiten, auf denen es Rechner gibt, die die Erträgnisse der drei grundsätzlichen Formen ausrechnen und vergleichbar machen.

Ein weiterer Aspekt für Anleger ist die Verfügbarkeit. Zwar sind Sparbriefe beleihbar, weil sie dem Kunden zugeordnet sind, aber das verursacht zusätzliche Kosten, die dann die Rendite mindern. Direkt zu Geld kann man sie erst machen, wenn die Laufzeit vorbei ist. Eine dem abgezinsten Sparbrief sehr ähnliche Anlageform sind die Zerobonds, die - im Gegensatz zu den Sparbriefen - an der Börse gehandelt werden können, also sind sie leichter verfügbar. Steuerlich sind sie gleichzubehandeln, sowohl die Sparbriefe - egal welcher Form - wie die Zerobonds - werden erst nach Auflösung des Vertrages besteuert. Allerdings ist es bei den abgezinsten Sparbriefen möglich, in Zeiten, in denen die Freibeträge schon abgeschöpft sind, die Steuer zu vermeiden, denn sie fällt erst am Ende der Laufzeit an. Da kann sich die Freibetragsgrenze möglicherweise anders darstellen. Alternativen zum Sparbrief, der im Übrigen nicht verwechselt werden sollte mit dem Sparvertrag, den die Banken häufig auch unter dem Namen Sparbrief anbieten, der aber mit der Länge der Laufzeit eine höhere Verzinsung erwirtschaftet, sind das Festgeldkonto, das Tagesgeldkonto oder die verschiedenen Formen der Anleihen. Allerdings hat man hier keine Zinssicherheit, zumindest was das Tagesgeld und das Festgeldkonto anlangen.