Tageszinsen-Berechnung nach bekannten Formeln

Manchmal ist es wichtig, die Tageszinsen für ein Kapital zu errechnen. Wer dies tun will, wird in alten Schulbüchern oder im Internet fündig. Dort kann er auf Formeln zurückgreifen, die die Berechnung ermöglichen.

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Eine Geldanlage erfordert es manchmal, sich über die Tageszinsen zu informieren. Dabei ist eine unterschiedliche Berechnung möglich. Für Deutschland gilt zum Beispiel, dass das Kalenderjahr mit 360 Tagen festgelegt ist für die Berechnung von Zinsgeschäften, während im EU-Raum mit 365 Tagen gerechnet wird. Der Monat hat also bei der Zinsberechnung nach der deutschen Methode immer 30 Tage. Grundsätzlich ist die Zinsrechnung ein Sonderfall der Prozentrechnung und folgt auch deren Regeln.

Die Tageszinsen errechnen sich also folgendermaßen: Man multipliziert das Kapital mit dem Zinssatz und den Anlagetagen und teilt dieses Ergebnis durch 36.000 für Deutschland bzw. 36.500 für den EU-Raum. Nicht verwechseln darf man den Begriff Tagegeldzinsen und Tageszinsen. Ersterer meint den Zinssatz, mit dem sich ein Tagesgeldkonto verzinst, je nach Geschäftslage kann das zwischen 1 und 5 % sein. Wie der Name sagt, ist dieses Geld täglich kündbar. Die Tageszinsen müssen dann errechnet werden, wenn man eine solche flexible Anlage kündigen will. Dann muss man die Zinsen taggenau errechnen. Aber auch wenn sich die Zinssätze verändern, sei es, dass sie steigen oder fallen, muss man zum Stichtag die Tageszinsen mit dem bis dahin gültigen Zinssatz errechnen, für die Folgezeit mit dem neuen. Es lohnt sich übrigens, bei den eigenen Bankauszügen solche Tageszinsen nachzurechnen. Auch wenn man verschiedene Anlageformen vergleichen und die Rendite beurteilen will, kann es sinnvoll sein, die Zinsen auf den Tag genau zu berechnen, weil häufig der Jahreszinssatz nicht aussagekräftig ist, wenn das Kapital nicht auf ein Jahr oder dessen Vielfaches angelegt wird.

Die gleiche Berechnung wie für Tageszinsen kommt auch bei Verzugszinsen zum Einsatz. Allerdings gilt hier das volle Kalenderjahr, also normalerweise 365 Tage, für Schaltjahre 366 Tage. Man rechnet demgemäß Kapital mal Zinssatz mal Tage geteilt durch 365 mal 100 (Schaltjahr 366 mal hundert). Wichtig ist hier der Zeitraum des Verzuges. Dabei zählt man vom Tag nach der Fälligkeit bis zum Tag der Bezahlung einer Rechnung. Ist ein Betrag am 27.07. fällig und wird am 31. 07 beglichen, dann beträgt die Zeit des Verzuges vier Tage. Der Zinssatz wurde entweder im Vorhinein festgelegt oder es wird der im Bundesanzeiger veröffentlichte Basiszinssatz angewendet. Die hier angewandte Effektivzinsmethode ist übrigens auch gültig für Bundesanleihen mit festem Zins, Bundesobligationen, Bundesschatzbriefe, Finanzierungsschätze und Bundesschatzanweisungen. Auch hier ist es nötig, die Zinsen taggenau zu berechnen. Wer sich trotzdem scheut, die Berechnung vorzunehmen, findet sowohl im Internet als auch im Buchhandel Tabellenblätter oder aber Tageszinsrechner, bei denen man nur die nötigen Parameter eingeben muss, damit man dann die Höhe der Tageszinsen ablesen kann.

Besonders wichtig ist die tagesgenaue Abrechnung bei der Verzinsung eines Dispokredites, der meist einen sehr hohen Kreditzins zugrunde legt, von vielen aber der Einfachheit der Abwicklung wegen in Anspruch genommen wird. In der Regel ist er zumindest zweistellig. Hier muss genau geprüft werden, ob der Zeitraum, in dem das Konto im Soll war, auch korrekt berechnet worden ist, die Kreditzinsen also taggenau abgerechnet worden sind. Auch wenn man den Dispo meidet und einen Konsumkredit beantragt, beträgt die Laufzeit häufig kein Jahr.

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