Hebelzertifikate, hohe Renditen bei großem Risiko

Zertifikate mit Hebeloption werden in der Fachsprache auch als Knock-Out-Zertifikate bezeichnet. Sie können einerseits schnell wertlos werden, ermöglichen andererseits aber überproportionale Renditen.

Ein besonders hohes Risiko kennzeichnet die Zertifikate mit einer festgelegten Knock-Out-Schwelle. Gleichzeitig erhalten Investoren aufgrund der Hebeloption überproportionale Renditechancen. Diese beiden Extremfälle, das Risiko eines Totalverlustes (Knock-Out-Schwelle) und hoher Gewinne (Hebel-Wirkung), bilden die Basis für Spekulanten.

Der Anreiz für Spekulationen mit Knock-Out-Zertifikaten liegt in den Gewinnchancen. Bei einem verhältnismäßig niedrigen Kaufbetrag, der deutlich unter dem zugrunde liegenden Basiswert (entspricht dem tagesaktuellen Warenwert) bleibt, besteht eine unverhältnismäßig hohe Renditeoption. So kann beispielsweise mit einem Knock-Out-Zertifikat auf den DAX das für 2 Euro gekauft wird bei einer Wertsteigerung des Basiswertes um 10 % ein Gewinn von 50 % erzielt werden. Beträgt der Basiswert 10 Euro (100 Punkte) und die Knock-Out-Schwelle 8 Euro, dann errechnet sich der erfolgende Hebel aus einer Division des Basiswertes (10 Euro) durch den Zertifikatspreis (2 Euro). Das Ergebnis wird mit dem Bezugsverhältnis (beim DAX meist 1:100 also 0,01) multipliziert. Steigt der Basiswertes um 10 % auf 11 Euro (110 Punkte), dann liegt der Zuwachs des Zertifikats bei 1 Euro. Der Gewinn beträgt somit 50 % von dem ursprünglichen Preis in Höhe von 2 Euro. Der Hebel multipliziert sich mit dem Steigerungswert des Basiswertes auf eine Hebelwirkung von 50 %. Diese hohen Gewinnchancen machen die Attraktivität der Zertifikate mit Hebeloption aus.

Den Renditemöglichkeiten steht die Gefahr eines Totalverlustes des investierten Kapitals gegenüber. Fällt der Basiswert unter eine vorab definierte Knock-Out-Schwelle (den sogenannten Strike), wird das Zertifikat wertlos. In obigem Beispiel liegt die Knock-Out-Schwelle bei 8 Euro. Sinkt der Preis des Basiswertes unter diese 8 Euro-Grenze, erleidet der Halter des Zertifikats einen Totalverlust. Das Investitionsrisiko beläuft sich auf den eingebrachten Kaufbetrag. Dieser wird bei einem Totalverlust des Zertifikats hinfällig. Da sich die Höhe des Kaufpreises eines Zertifikats aus dem Basiswert minus der Knock-Out-Schwelle errechnet, sind dies im obigen Beispiel 2 Euro (Basiswert 10 Euro minus Strike 8 Euro).

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