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Steuerrichtlinien: Einnahmen aus Kapitalvermögen

Das Finanzamt unterscheidet zwischen einzelnen Einkunftsarten. Für diese müssen unterschiedliche Steuersätze gezahlt werden. Dabei sind jeweils auch verschiedene Pauschbeträge zu beachten.

Das Steuerrecht unterscheidet zwischen sieben verschiedenen Einkunftsarten. Diese werden in Gewinn- und Überschusseinkünfte aufgeteilt. Zu den Gewinneinkünften zählen Einnahmen aus Forst- und Landwirtschaft, Gewerbebetrieb sowie selbstständiger Arbeit. Überschusseinkünfte sind solche aus nicht selbstständiger Arbeit, Vermietung und Verpachtung, Kapitalvermögen und andere Einnahmen. All diese Einkünfte muss der Steuerzahler angeben, damit das Finanzamt die jeweiligen Steuern, sofern sie zu zahlen sind, berechnen kann.

Zu den Einkünften aus Kapitalvermögen gehören alle Gelder aus der Nutzungsüberlassung von Kapital. Sie stellen eine Gegenleistung für die Nutzung fremden Geldkapitals dar. Für dieses Entgelt muss man Steuern zahlen. Das Finanzamt unterscheidet zwischen Einnahmen aus der Nutzung und denen aus der Veräußerung oder Einlösung des fremden Geldkapitals. So gibt es verschiedene Vorschriften für Dividenden, Einnahmen aus stiller Gesellschaft und partiarischen Darlehen, Erträge aus Lebensversicherungen und sonstigen Kapitalforderungen jeder Art, Gewinne aus der Veräußerung von Anteilen an einer Körperschaft sowie Gewinne aus der Veräußerung von sonstigen Kapitalforderungen jeder Art. Dividenden sind Gewinnausschüttungen von Aktiengesellschaften und Genossenschaften. Diese werden an die jeweiligen Aktionäre bzw. Mitglieder ausgezahlt. Stille Gesellschaften sind Personengesellschaften. Hierbei handelt es sich aber um eine rein finanzielle Unterstützung. Der Gesellschafter hat nur ein Innenverhältnis. Er wird an den Gewinnen prozentual beteiligt, muss aber auch Verluste in Höhe seiner Einlage hinnehmen. Das partiarische Darlehen hat Ähnlichkeiten mit der stillen Gesellschaft, jedoch fehlt der gemeinsame Zweck. Beide Parteien haben keinen Kontakt zueinander.

Von den Einkünften aus Kapitalvermögen können keine Werbungskosten abgezogen werden. Es gibt aber einen Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro im Jahr. Bei Verheirateten sind es 1.602 Euro. Bei der Steuererklärung sind alle Einnahmen, die diesen Betrag übersteigen, aufzuführen. Das Finanzamt nimmt die Summe aller Einkünfte, reduziert diese um den Sparer-Freibetrag und berechnet von der Differenz die zu zahlenden Steuern. Diese wird Abgeltungsteuer genannt und beträgt 25%. Zusätzlich werden noch 5,5% der Abgeltungsteuer als Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls 8 oder 9% der Abgeltungsteuer als Kirchensteuer erhoben. Dies ergibt eine Gesamtbelastung ohne Kirchensteuer in Höhe von 26,375%. Ein verheirateter Steuerzahler, der z.B. jährlich 40.000 Euro Einnahmen erhält, bezahlt Abgaben. Zuerst muss der Pauschbetrag abgezogen werden. Danach bleiben 38.398 Euro übrig. Davon muss er 9.599 Euro Abgeltungsteuer und 528 Euro Solidaritätszuschlag zahlen. Wenn er zusätzlich noch Kirchensteuer entrichten muss, dann kommen noch mal 768 Euro bei 8% oder 864 Euro bei 9% hinzu.

Sind in der Aufstellung auch Verluste angegeben, dann wird etwas anders verfahren. Hier werden die negativen und positiven Einkünfte auf der Ebene der jeweiligen Bank gegeneinander verrechnet, wobei man Verluste und Gewinne nur aus derselben Einkunftsart gegeneinander verrechnen kann. Bleiben danach noch Verluste offen, können diese als negative Einnahmen beim Finanzamt eingereicht werden, Sie werden von den Gesamteinkünften abgezogen und erst dann werden die Steuern berechnet.

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