Was der Begriff "effektiver Zinssatz" bedeutet

Jeder Kreditnehmer ist schon einmal auf diesen Begriff gestoßen und hat sich sicherlich gefragt, was er genau bedeutet. Im Kreditvertrag ist die Rede von einem effektiven Jahreszins und einem Nominalzinssatz.

Mit dem effektiven Jahreszinssatz werden die jährlichen Kosten beglichen, die im Laufe eines Jahres auf die nominale Kredithöhe anfallen. Zu diesen Kosten gehört der Nominalzinssatz. Dieser ist in der Regel vor Vertragsabschluss benannt und festgeschrieben. Er kann also nicht mehr nachträglich verändert werden. Die effektiven Zinsen sind jedoch flexibel und können vom Kreditinstitut der wirtschaftlichen Lage angepasst werden. Im Bezug auf einen Kredit ist der Nominalzins also feststehend, während der Effektivzins schwanken kann. Letzterer wird jeden Monat neu berechnet und ausgewiesen. Um den effektiven Jahreszins so gering wie möglich zu halten, empfiehlt sich eine kurze Laufzeit mit hohen Tilgungsraten. Des Weiteren senkt eine eingesparte Bearbeitungsgebühr die Kreditkosten und somit den effektiven Jahreszins.

Schon vor Einführung des Metallgeldes war der Begriff Zins bekannt. Zu dieser Zeit bezahlte der Betroffene seine Zinsen in Naturalien. Hat er sich z.B. zur Aussaat Samen geliehen, musste er diese nach der Ernte mit einem Aufschlag zurückgeben. Der Zins soll den Verleiher für den Ausfall entschädigen, den dieser erlitten hat, weil er sein Eigentum nicht einsetzen konnte. Im Falle eines Kreditunternehmens sollen damit die Geschäftskosten und die Verluste getragen werden, die das Institut erlitten hat, weil es das Geld nicht im eigenen Namen anlegen konnte. Zinsen werden aber nicht nur bei Krediten fällig, sondern auch bei Geldanlagen und bei Mahngebühren etc.

Da die Wirtschaftslage sehr schwankend ist und die Inflationsrate unterschiedlich ausfällt, variiert auch der effektive Jahreszins. Neben dem effektiven und dem Nominalzins existiert noch der Realzins. Auch dieser hat Auswirkungen auf den effektiven Zins. Der Realzins ist der Zinssatz nach Abzug der Inflationsrate. Dieser kann auch negativ ausfallen, wenn die Inflationsrate höher als der Nominalzins ist. Zusammenfassend kann man sagen, dass aus dem Nominalzins der Realzins errechnet wird, der wiederum Einfluss auf den effektiven Jahreszins hat. Durch Letzteren wird die eigentliche Zinshöhe eines Kredites berechnet und somit der Preis. Vergleiche unterschiedlicher Kreditangebote haben gezeigt, dass, bei gleichem Nominalzins, der effektive Zinssatz stark variieren kann. Dies hängt mit den einzelnen Kreditkonditionen zusammen.

Der effektive Jahreszinssatz berechnet sich aus dem Quotienten der Kreditkosten, die mit 24 multipliziert werden und dem Produkt aus der Laufzeit in Monaten sowie dem Nettodarlehensbetrag. Zu den Kreditkosten zählen die Bearbeitungsgebühr, die Zinsen und eine evtl. Restschuldversicherung. Die gesetzliche Grundlage für die Berechnung des effektiven Jahreszinssatzes ist in der Preisabgabeordnung geregelt und zwingt jede Bank oder Kreditgesellschaft zu einer einheitlichen Berechnung. Neben dem Nominalzins muss im Kreditvertrag auch der effektive Zins angegeben werden. Will man unterschiedliche Kreditangebote miteinander vergleichen, so kann man dies mithilfe des Effektivzinses tun. Dies gilt jedoch nur für Verträge mit der gleichen Laufzeit. Will man Verträge mit unterschiedlicher Laufzeit vergleichen, so muss man mathematische Verfahren einsetzen, die einzelne Faktoren genauer berücksichtigen. Dabei wird aus allen Auszahlungen und allen Einzahlungen der Effektivzinssatz berechnet.

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