Wie funktioniert ein Girokonto auf Guthabenbasis?

In Deutschland muss jedem Menschen die Möglichkeit eingeräumt werden, am bargeldlosen Zahlungsverkehr mithilfe eines Girokontos teilzunehmen. Ob das Konto nur auf Guthabenbasis geführt wird, hängt von den Umständen ab.

girokonto auf guthabenbasis
Foto: © Claudia Hautumm / http://www.pixelio.de

Bei der Eröffnung eines Girokontos unterschreibt der Kunde die Genehmigung, dass die Bank sich Auskünfte über seine Solvenz einholen darf. Das ist notwendig, weil bei einem Girokonto in der Regel eine Kontoüberziehung gestattet wird. Es gibt jedoch Personen, denen aufgrund besonderer Umstände der Zugang zu einem normalen Girokonto nicht gestattet wird. Wer sich zum Beispiel im Verfahren der privaten Verbraucherinsolvenz befindet, darf keine Schulden mehr machen. Dazu gehört auch, dass ein Girokonto nicht überzogen werden darf. Gelegentlich eröffnen Eltern für ihre unmündigen Kinder ein Konto auf Guthabenbasis, damit keine unkontrollierten Abbuchungen oder Bargeldverfügungen getätigt werden können. Auch Personen, die an sich nicht mehr geschäftsfähig sind, bekommen durch die Einrichtung eines Girokontos, das sie nur auf Guthabenbasis führen dürfen, die Gelegenheit, ein wenig mehr Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen.

Wer ein Konto auf Guthabenbasis eröffnet, schränkt das den Inhaber des Girokontos in einem nicht unerheblichen Maß ein. Zwar hat er jetzt ein Konto, über das er Zahlungen empfangen und Überweisungen tätigen kann, aber er muss stets darauf bedacht sein, dass sein Girokonto eine ausreichende Deckung aufweist. Der Begriff Guthabenbasis besagt, dass Überweisungen oder Lastschriften seitens der Bank nur dann ausgeführt werden, wenn ein entsprechendes Guthaben auf dem Konto vorhanden ist. Auch Bargeld erhält der Kontoinhaber nur in dem Rahmen, in dem sein Konto ein Guthaben aufweist. Die ansonsten für Girokonteninhaber selbstverständliche EC-Card bekommt ein Kunde, der sein Girokonto auf einer reinen Guthabenbasis führt, ebenfalls nicht. Er erhält eine Kundenkarte des entsprechenden Kreditinstitutes, die ihn berechtigt, seine Kontoauszüge zu ziehen und an Automaten seiner eigenen Hausbank auch Bargeld abzuheben.

Ist das Guthaben auf dem Girokonto erschöpft, lässt die Bank automatisch keine weiteren Abbuchungen zu. Jede vorgelegte Lastschrift wird zurückgewiesen. Dadurch entstehen Kosten, die der Kontoinhaber tragen muss. Zusammen mit den anfallenden Kontoführungsgebühren können solche Kosten für zurückgegangene Lastschriften wiederum dazu führen, dass der Guthabensaldo, der durch einen neuen Zahlungseingang auf dem Girokonto entsteht, von vornherein deutlich geringer ausfällt als erwartet. Da die Banken, auch wenn sie den Kunden lange kennen, nicht erlauben dürfen, dass ein Konto auf Guthabenbasis auch nur um einen Euro in einen Minussaldo gehört, sind solche Konten zwar notwendig, aber nicht unbedingt praktisch. Wer also nicht zwangsläufig ein Girokonto führen muss, das nur auf einer Guthabenbasis funktioniert, sollte sich dieser Einschränkung freiwillig nicht unbedingt unterziehen. Für Personen, die rasch den Überblick über ihre Finanzen verlieren und deshalb gelegentlich in Situationen geraten, in denen sie nicht mehr zahlungsfähig sind, ist ein Girokonto, das nur auf einer reinen Guthabenbasis geführt werden darf, aber auch eine sehr gute Möglichkeit, ihre finanzielle Lage selbst wieder in den Griff zu bekommen.

Inhalt

Rubriken